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09.10.1922: Frau Agnes Stadthagen aus Westend an Zahnarzt Dr. Werner Freudenberg in Schöneberg

Dieser Brief ist adressiert an

Dr. Werner Freudenberg
Motzstraße 75

Laut Berliner Adressbuch 1922 handelte es sich bei Herrn Freudenberg um einen Dr. med. dent., also einen Zahnarzt.

Der Berliner Sport-Club e.V. hat in einer Sonderausgabe „Zum Gedenken an diese ehemaligen Mitglieder des Berliner Sport-Clubs und an viele andere, deren Namen und Schicksale uns unbekannt sind“ seines BSC Sportmagazins im Oktober 2012 über ihn folgende Kurzbiografie → pdf veröffentlicht:

Dr. Werner Freudenberg (1887–1964)
Dr. Freudenberg ist im Verzeichnis der Sportärzte des BSC aufgeführt. Über eine sportliche Tätigkeit ist nichts bekannt.
Dr. Freudenberg hat sich 1911 als Zahnarzt in Berlin niedergelassen. Er hat als Kriegsfreiwilliger am I. Weltkrieg teilgenommen,
erhielt mehrere Auszeichnungen und wurde als Feldzahnarzt entlassen. Im August 1938 hat Dr. Freudenberg fluchtartig Deutschland verlassen und ist nach New York gereist. Wenige Tage nach seiner Abreise wurde seine Wohnung von der Gestapo durchsucht. Seine Frau folgte ihm kurz darauf, nachdem sie vergeblich versucht hatte, die zahnärztliche Einrichtung der Praxis auszuführen. Das Ehepaar reiste weiter nach Neuseeland, wo es unter schwierigen Umständen gelang, eine Praxis aufzubauen.

Sein vollständiger Name lautete Dr. Julius Werner Freudenberg und seine Sterbeeinträge finden sich hier: → Geni und → Wikidata und → Jüdisches Museum und umfassend → Wikimedia.

 

Absender des Briefes war:

Stadthagen
Charlottenburg 9
Hölderlinstraße 10

Im Berliner Adressbuch 1922 ist hierzu vermerkt:

Die Google-KI kommt nach Nachfragen zu folgendem Ergebnis:

Die Belege für die Identität von Agnes Stadthagen
  • Ihr Ehemann: Agnes Stadthagen (1864–1938) war gebürtig eine Agnes Jacobi aus Hamburg. Sie heiratete den Berliner Rechtsanwalt und Justizrat Dr. Julius Stadthagen (1855–1912). Da ihr Ehemann Julius ebenfalls den Titel Justizrat trug und 1912 verstarb, wurde sie ab diesem Zeitpunkt im Adressbuch folgerichtig als Witwe eines Justizrats geführt. [1, 2]
  • Die Verbindung zu Arthur Stadthagen: Dr. Julius Stadthagen und der bekannte SPD-Politiker Arthur Stadthagen waren Brüder. In den Familienbiografien wird Arthur Stadthagen folglich als Onkel ihrer gemeinsamen Kinder (Toni, Lilli und Paul Stadthagen) aufgeführt. [1, 2]
  • Der Wohnort (Hölderlinstraße 10): Die Dokumente der Stolpersteine Berlin bestätigen exakt diese Adresse für die Familie. Agnes Stadthagen wohnte in der Hölderlinstraße 10 in Berlin-Westend im ersten Stock. Im selben Haus (im Erdgeschoss) zog später auch ihre Tochter Toni mit deren Ehemann, dem Arzt Dr. Philipp Salomon, ein. [1, 2]

Der Brief wurde frankiert mit Michel-Nummer 2x 161/180 (WZ unbekannt/25 Pfennige) und 2x 185 (75 Pfennige) aus dem Briefmarkenjahrgang 1921/22. Wunderschön symetrisch aufgeklebt: 75 – 25 – 25 – 75 ! Ob wohl die Absenderin Frau Stadthagen auch eine Philatelistin war?

Erworben von mir über ebay am 23.09.2023 für insgesamt 8,62 €.

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Mit Recherchehilfe von Google-KI erstellt.