Einschreiben von Betzenstein nach Pottenstein

 

Hier ein schöner Brief per Einschreben von Betzenstein nach Pottenstein befördert. Beide Städte liegen in Oberfranken /  Fränkischen Schweiz. Die Poststempeldaten sind nicht zu entziffern. Aber die beiden Marken stammen aus dem Briefmarken-Jahrgang 1920 der Deutschen Reichspost, Michelnummer 125 (Sämann, 50 Pfennig) und 126 (Sämann, 60 Pfennig). Beide mit Ausgabedatum 06. April 1920 und gültig bis 30. September 1923.

Empfänger ist Herr Henkelmann in Pottenstein. Die Anschrift kann ich nicht entziffern, lediglich den Zusatz „Kaffiner“, was dann soviel bedeuten könnte wie „Cafe(haus)betreiber“. Was auch hinkommen kann, denn laut einem Prospekt des Fremdenverkehrsvereins aus dem Jahr 1927 gab es damals in Pottenstein ein „Cafe Henkelmann“.

Den Umschlag habe ich am 05. Februar 2022 bei ebay für insgesamt 4,60 € ersteigert. Beigefügt war außerdem noch eine selbst zusammengeklebte Beschreibung von Betzenstein. Ich vermute daher, dass sich der Umschlag vorhergehend lange in interessierter Sammlerhand befunden hatte, denn wer sonst würde sich solche Mühe machen?

Baumfällungen auf den Inseln im Hubertussee und Halensee

Im Rahmen der Verkehrssicherheit muss der Fachbereich Grünflächen auf den Inseln im Hubertussee sowie im Halensee durch eine Baumpflegefirma in der jetzigen Fällsaison Bäume fällen lassen.

Die Arbeiten beginnen am Freitag, 28. Januar 2022.

Die bisherige Pflege der Inseln erfolgte nach einem naturnahen Konzept ohne Eingriff. Allerdings besteht nun aufgrund der intensiven Witterungsverhältnisse in den vergangenen drei Jahren (unter anderem Trockenheit, Hitze, Schädlinge, Sturmschäden) Abbruchgefahr in das umliegende Gewässer, welches im Sommer vermehrt durch Bootsfahrende, einen Angelverein, Stand-Up-Paddling etc. genutzt wird.

Die gefällten Bäume werden zum größten Teil auf den Inseln belassen, um so den ökologischen Wert zu steigern.

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Pressemitteilung vom 27.01.2022

Fahrräder und Vögel werden im Bezirk gut geschützt

Foto: BezAmt.

In einem Pilotprojekt hat das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf seine Fahrradgaragen im Klausenerplatz-Kiez mit Mustern gegen Vogelschlag beklebt.

Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger:

Die üblichen Greifvogel-Silhouetten funktionieren nicht. Die Vögel fliegen dann daneben gegen die transparenten Scheiben und verletzen sich mitunter tödlich. Wir wollen zeigen, mit welch einfachen und ästhetisch ansprechenden Mitteln Vogelschutz erreicht werden kann.

Das Bezirksamt bittet alle Bauherren, transparente Gebäudeteile mit einem wissenschaftlich auf Wirkung geprüften Muster auszustatten. Als Anhaltspunkt können die Forschungsergebnisse der Wiener Umweltanwaltschaft dienen:

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) werden ihre Buswartehäuschen ebenfalls nach und nach damit ausstatten.

Quelle: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Pressemitteilung vom 12.01.2022

Abgeordnetenhaus: Jagen in Berlin

Abgeordnetenhaus, Drucksache 18 / 28 789

  • Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Thomas Seerig (FDP) vom 27.10.2021
  • Antwort der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz vom 08.11.2021

 

Thema: Jagen in Berlin

 

Frage 1: Wie groß ist die Fläche von Wäldern auf dem Berliner Stadtgelände?

Antwort zu 1: Die Fläche der Wälder innerhalb Berlins beträgt ca. 16.500 ha.

 

Frage 2: Wie hoch ist der Bestand an Schwarz-, Rot- und Damwild in den Berliner Forsten?
Frage 3: Wie hat sich dieser Bestand in den letzten fünf bis zehn Jahren entwickelt?

Antwort zu 2 und 3: Der Bestand an Schwarz-, Rot- und Damwild ist nicht einschätzbar, da es keine Datengrundlagen zur Ermittlung des Gesamtzustandes oder der Zuwachsrate gibt. Grundsätzlich ist die Schätzung von Wildbeständen mit großen Unsicherheiten behaftet. Insbesondere die Anzahl an Wildschweinen unterliegt jährlich starken Schwankungen und hängt u.a. stark von biologischen und klimatischen Randfaktoren, wie dem Wetter aber auch dem Nahrungsangebot, ab.

 

Frage 4: Angesichts von zum Beispiel bis zu drei Würfen pro Jahr bei Wildschweinen, wie wird einem exponentiellen Wachstum begegnet?

Antwort zu 4: Um eine nachhaltige Reduzierung der Wildschweinpopulation zu erreichen, werden auf der gesamten Fläche Berlins zusätzlich zu der Jagdausübung durch Jagdausübungsberechtigte der Berliner Forsten Begehungsscheininhaberinnen und -inhaber in den Verwaltungsjagdbezirken und im Stadtgebiet Stadtjägerinnen und -jägern eingesetzt.

 

Frage 5: Wie viele Jäger und Jägerinnen sind mit dem Abschuss von Wild in Berlin befasst?

Antwort zu 5: Mit dem Abschuss von Wild in Berlin sind circa 260 bis 270 Jagende befasst.

 

Frage 6: Wie hat sich deren Zahl in den letzten zehn Jahren entwickelt?

Antwort zu 6: Die Zahl der aktiven Jägerinnen und Jäger ist in den letzten Jahren leicht angestiegen.

 

Frage 7: Wie viele Tiere – Schwarz-, Rot- und Damwild – werden durchschnittlich pro Jahr in Berlin zur Strecke gebracht?

Antwort zu 7: Die durchschnittliche Strecke bei Schwarzwild beläuft sich auf ca. 1800. Die durchschnittliche Strecke bei Damwild beläuft sich auf ca. 45. Rotwild kommt in Berlin in der Regel nicht vor.

 

Frage 8: In welcher Form erfolgt deren Verwertung? Inwieweit wird die Strecke also über Wildhändler in den Verkauf gebracht?
Frage 9: Wenn nein, warum nicht?

Antwort zu 8 und 9: Die Verwertung erfolgt überwiegend in Form der Vermarktung über Wildhändler und des Direktverkaufs an Gaststätten. In einer weiteren Verwertungsform wird das Wild an die Erlegerin oder den Erleger abgegeben und zum eigenen Verzehr genutzt.

 

Frage 10: Wenn ja, welche Erlöse werden durchschnittlich damit realisiert?

Antwort zu 10: Eine Aufgliederung der Erlöse von Wildbret nach Abnehmergruppen liegt dem Senat nicht vor. Die Gesamtsumme der Einnahmen aus Wildbretverkauf durch die Berliner Forsten beläuft sich im Durchschnitt auf ca. 105.000 € pro Jahr. Wie hoch die Erlöse der privaten Jägerinnen und Jäger sind, ist dem Senat nicht bekannt.

 

Frage 11: Wie wird angesichts der intensiven ganzjährigen Nutzung der Wälder in Berlin durch die Anwohnerinnen und Anwohner – zum Teil mit Hunden – die Sicherheit von Passanten bei der Jagd gewährleistet?

Antwort zu 11: Die Sicherheit im Rahmen der Jagdausübung wird durch die sorgfältige Auswahl qualifizierter und sorgsamer Jagdausübungsberechtigen, wiederkehrende Unterweisungen und Überprüfungen im Bereich der Sicherheitsanforderungen sowie der umfassenden Informationserteilung gegenüber Bürgerinnen und Bürger vor der Durchführung von Jagden in den Wäldern Berlins gewährleistet.

 

Frage 12: Wie viele Menschen und Hunde wurden in den letzten zehn Jahren durch die Jagd in Berlins Forsten versehentlich verletzt oder gar getötet?

Antwort zu 12: Dem Senat sind für die letzten zehn Jahre keine Vorfälle bekannt.

 

Bezirksgärtnerei produziert heimische Wildstauden

Die Bezirksgärtnerei ist seit Mittwoch, 1. September 2021, Kooperationspartner im Projekt “Tausende Gärten – Tausende Arten”. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist damit die erste „Kommune“ in Deutschland, welche heimische Wildstauden selber produziert und verwendet.

In den Gewächshäusern und auf den Freiflächen der Bezirksgärtnerei in Grunewald werden künftig zahlreiche verschiedene heimische Wildstaudenarten produziert. Das Ziel ist es, gebietseigenes Saat- und Pflanzgut selbst zu produzieren und auf bezirkseigenen Grünflächen auszubringen und damit einen wichtigen Beitrag zur biologische Vielfalt beizutragen.

Wildstauden locken Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer, Vögel und viele weitere Tiere an. Der Fachbereich Grünflächen und das Umwelt- und Naturschutzamt arbeiten bei diesem Vorhaben eng zusammen und haben für den Beginn eine Liste mit rund 20 Arten (unter anderen Echtes Labkraut, Moschusmalve, Ähriger Ehrenpreis) ausgewählt. Die ersten produzierten Pflanzen werden 2022 erwartet.

Umweltstadtrat Schruoffeneger:

Das Bezirksamt leistet damit einen wichtigen Beitrag gegen das Insektensterben und für den Artenschutz im Bezirk und in der Metropole Berlin. Wir möchten als Bezirk beispielhaft vorangehen und die Wildstauden selber produzieren. Künftig wird die Pflanzengestaltung auf den bezirkseigenen Grünflächen noch stärker insektenfreundlicher ausgerichtet werden.

Das Verbundpartnerprojekt “Tausende Gärten – Tausende Arten” wird von der Deutschen Gartenbau Gesellschaft 1822 koordiniert. Die Mittel hierzu stammen aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, der Berliner Sparkasse, der Berlin Immo Invest Gruppe und dem Eigenheimerverband.

Weitere Informationen unter:

 

Quelle: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Pressemitteilung vom 22.09.2021

Aunus (Олонец – Olonez)

In meiner Kindheit fiel mir beim Sichten von zahlreichen „Briefmarkentüten“, welche aus Sammlerhand stammten, diese Marken buchstäblich in die Hände. Und als ich den Preis im Katalog las, ging mein Puls hoch. Denn so etwas findet man nicht alle Tage, der Normalsammler (schon gar nicht ein Kind) eigentlich sogar fast nie.

Die Marke (sowie vier weitere kleinere Werte) habe ich 1983 vom inzwischen verstorbenen Briefmarkensachverständigen Georg Bühler in Berlin prüfen lassen. Meine 10 M (Auflage nur 1.100 Stück mit Michel-Hinweis auf viele Fälschungen) war „echt und in feiner Erhaltung“. Katalogpreis damals für ein gestempeltes Exemplar: 3.400 DM!

Mit dem Wert ist das so eine Sache. Es gab einmal eine Zeit, da waren Briefmarken nicht nur als Hobby, sondern auch als Kapitalanlage „in“, aber diese Zeit ist schon lange vorbei. Die Preise für Briefmarken sind im Massengeschäft mittlerweile im Keller und für ein paar Euro bekommt man heutzutage geprüfte Marken und Briefe unterhalb ihrer früheren Prüfkosten. Ich weiß nicht, wie die Aunus-Marken heute im Michel gepreist sind, gehe aber davon aus, dass für relativ wenig Geld auch die Aunus-Marken für „Jedenmenschen“ kaufbar sind, wer sie denn unbedingt haben möchte. So habe ich in den vergangenen Jahren durchaus einige sehr schöne Aunus-Briefe gesehen, die über ebay angeboten und dann bezahlbar versteigert wurden, auch die 10 M (hier postfrisch für läppische 180 €)!

Der Hintergrund der Marken (Bezugnahme Wikipedia D und E):

Wikipedia: „Die finnische Expedition drang im April 1919 in zwei Hauptrichtungen weit in das Olonezgebiet vor, konnte aber die strategisch wichtigen Ziele an der Murmanbahn nicht erreichen.“

Olonez (russisch Олонец; olonetzisch und karelisch Anuksenlinnu oder Anus; finnisch Aunus; schwedisch Olonets) ist eine Kleinstadt mit 9056 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010) im äußersten Süden der zu Russland gehörenden Republik Karelien. Sie liegt am Zusammenfluss der Megrega und des Ladogasee-Zuflusses Olonka und ist Mittelpunkt eines fruchtbaren Agrardistriktes östlich des Ladogasees. Zudem ist sie das Verwaltungszentrum eines gleichnamigen Rajons.

Der Rajon Olonez (3988 km², 26.300 Einwohner) besteht zu 90 Prozent aus dichten Nadelwäldern und Sümpfen, die Forstwirtschaft ist daher der wichtigste Wirtschaftszweig. Die Gegend ist reich an verschiedenen Bodenschätzen wie Torf, Kies und Umbra. Auch Vieh- und Pelztierzucht sind wichtige Erwerbsquellen.

Mit der Unabhängigkeitserklärung Finnlands im Jahre 1917 kam Westkarelien unter finnische Oberhoheit, Ostkarelien mit Olonez blieb jedoch sowjetrussisch. Finnische Weißgardisten versuchten daraufhin, auch Ostkarelien seinem Territorium anzugliedern. Olonez war während der kurzzeitigen finnischen Besatzung im Jahre 1919 Schauplatz blutiger Kämpfe, letztendlich blieb der sogenannte Aunus-Feldzug Finnlands aber vergebens: Olonezfeldzug 1919.

Durch diesen Fund habe ich natürlich einen kleinen Bezug zu diesen Briefmarken.

Hier meine ursprünglichen und noch einige weitere Marken, aufgenommen mit einem Fotoapparat bei einfachem Tageslicht ohne Sonneneinstrahlung und Fokussierung auf „Aunus“:

 

 

 

Gemeinsam aktiv für den Artenschutz am Gebäude

Vögel und Fledermäuse haben es zunehmend schwer. Durch Sanierungen und Abrissarbeiten gehen immer wieder viele Brutstätten und Quartiere verloren, was häufig auch an der Unkenntnis über das Vorkommen der Arten liegt. Mit Hilfe eines Online-Formulars soll nun Abhilfe geschaffen werden. Hier kann man ab sofort Nester und Lebensstätten an Gebäuden eintragen und somit an das Umwelt- und Naturschutzamt Spandau melden.

Haussperlinge, Mauersegler, Schwalben und Fledermäuse bauen ihre Lebensstätte meist unbemerkt an Gebäuden – in Nischen, an Fassaden oder versteckt im Dachkasten. Bei Bauvorhaben, wie z.B. Sanierungsmaßnahmen, kann es dann problematisch werden: Durch Unkenntnis kommen immer wieder die Rückzugsräume zu Schaden oder der Zugang zum Nest oder Quartier wird beispielswiese durch Netze an Baugerüsten versperrt.

Dabei genießen, mit Ausnahme der Straßentaube, die an Gebäuden lebenden Fledermaus- und Vogelarten durch das Bundesnaturschutzgesetz einen besonderen Schutz. Alle Beeinträchtigungen der Tiere sind verboten und dies gilt während der Brut- und Aufzuchtzeit oder bei Winterquartieren in besonderem Maße. Aber auch Lebensstätten, die die Tiere wiederholt nutzen, sind sogar dann noch geschützt, wenn sie jahreszeitbedingt nicht anwesend sind.

Damit legt das Gesetz beispielsweise einen besonderen Fokus auf den Schutz von Fledermausquartieren, Schwalbennestern und Hohlräume von Mauersegler, Sperling und Co. Wer diese vermeintlich leeren Nester trotzdem zerstört, für den kann es im Zweifelsfall richtig teuer werden.

Um es nicht so weit kommen zu lassen, braucht das Umwelt- und Naturschutzamt Spandau neben seinem eigenen Engagement in Sachen Artenschutz aufgrund der vielfältigen Bauaktivitäten im Bezirk, auch ehrenamtliche wache Augen. Aufmerksame Bürgerinnen und Bürger können ab sofort Ihre Beobachtungen von Nestern und anderen Lebensstätten an Gebäuden unter

eintragen.

Möglichst vollständige Angaben zu Tierart, Adresse, Beobachtungsdatum oder auch Fotos helfen dabei.

Bei anstehenden Baumaßnahmen finden die Artenschützerinnen und Artenschützer des Umwelt- und Naturschutzamtes unter der hinterlegten Adresse dann im Idealfall früh- und rechtzeitig die passenden Hinweise, um bei Bedarf gemeinsam mit den Bauherrschaften die notwendigen Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.

Quelle: Bezirksamt Spandau, Pressemitteilung vom 16.09.2021

Oskar HEINROTH (1871-1945) und Heinrich STROHMEYER (1871-1955)

Der Absender Oskar Heinroth (* 1. März 1871 in Kastel; † 31. Mai 1945 in Berlin) war ein deutscher Zoologe.

Internationale wissenschaftliche Bedeutung erlangte er durch seine grundlegenden Arbeiten zur vergleichenden Verhaltensforschung in der Ornithologie. Er führte den Begriff Ethologie in seiner heute üblichen Bedeutung in die moderne Verhaltensbiologie ein. Von 1911 bis 1913 war er maßgeblich am Aufbau des Berliner Zoo-Aquariums beteiligt, dem er mehr als 30 Jahre lang als Leiter vorstand.

Hier ein Beleg aus dem Jahr 1923. Es handelt sich um die Einladung der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft zu einer Sitzung am 01.10.1923, Absender: „Dr. Heinroth, Berlin W62, Auarium„. Leider nur mit Stempel und ohne seine Unterschrift.

Der Empänger ist: Herrn Oberreg.-Rat Dr. O. Strohmeyer in Berlin-Schöneberg, Hohenstaufenstraße 44. Dort kann ich ihn nicht ausfindig machen, dafür aber im Berliner Adressbuch 1923 (Namensverzeichnis, Straßenverzeichnis) folgende Person, von welcher ich vermutre, dass es die Selbige ist:

Heinrich Strohmeyer (* 1871; † 18.3.1955 Marburg/Lahn) war außerdem Forstmeister/Forstwissenschaftler. Nach ihm wurde ein Klettersteig benannt:

  • Strohmeyerpfad / Sentier des Roches.
    „Der Pfad wurde 1910 von einem Oberförster und Vorsitzenden des Club Vosgien namens Heinrich Strohmeyer (1871–1955)[1* mit Foto] aus Münster angelegt. Der Weg war die einzig gut gangbare Möglichkeit durch den Steilabsturz des Vogesenkamms nach Osten ins Vallée de Munster (Münstertal).“
  • Quelle 1* (Google-Übersetzung):
    „Albert Heinrich, Präsident des Club Vosgien de la Vallée de Munster, präsentiert Henri Strohmeyer (1871-1955), einen seiner illustren Vorgänger, Vater des Roches-Trails, dessen hundertjähriges Bestehen am Sonntag gefeiert wird. Im Alter von 3 Monaten, im Jahr 1871, kam der junge Henri oder Heinrich Strohmeyer ins Elsass, genauer gesagt in Saint-Amarin, wo sein Vater zum allgemeinen Waldwächter ernannt wurde. Seine Mutter starb 1876, als er 5 Jahre alt war. Von 1879 bis 1884 besuchte er Schulen in Thann und Haguenau, wohin sein Vater inzwischen versetzt worden war. Er setzte seine Studien in Straßburg und München fort und trat 1896 als Forstlehrling in die Fußstapfen seines Vaters. Er heiratete 1900 und wurde 1907 nach Münster berufen, wo zwei Söhne geboren wurden. … „

Zugabe: Fotografie von Trümmern auf dem Gelände der Heilbronner Straße 1 Ecke Hohenstaufenstraße 43, aufgenommen von Herwarth Staudt am 30. April 1953 im Auftrag des Baulenkungsamtes Schöneberg.

Frankiert ist die Karte mit Michel-Nummer 279 (15.000 Mark). Erworben über ebay am 02.08.2021 für insgesamt 3,49 €.

Schauspieler Albert Krämer

Das Berliner Adressbuch von 1923 enthält folgenden Eintrag:

Krämer, Albert, Schauspieler, Cahrlottenburg, Grolmannstraße 15 II….

Im Internet finde ich leider keinen Eintrag zu einem Albert Krämer, welcher in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Schauspieler war. Die Grolmanstraße (15) hingegen lag auch damals schon in einem guten Wohnbezirk.

Lediglich in dem Film „Die Stimme aus dem Äther“ aus dem Jahr 1939 spielte in einer Nebenrolle auch ein Albert Krämer mit.

Dann gibt es noch einen Hinweis auf ein ehemaliges Kino:

Börsen-Lichtspiele: …1927 war Arthur Meyer im 170-Plätze-Kino und 1928 wurden Albert Krämer & Helmut Hucke die Kinobesitzer. Der häufige Inhaberwechsel steht wohl für wenig finanziellen Erfolg. Von letzteren werden 190 Plätze eingetragen, 1929/1930 ist Zimmermann als Inhaber eingetragen….

Ob dies der Schauspieler Albert krämer war ist mir nicht bekannt.

Jedenfalls schicke er den nachfolgenden Brief, frankiert mit

am 27. November 1923 von Berlin nach Dresden.

Der Empfänger war vermutlich (!) der Dresdener Kaufmann E. Arthur Naake, Mitinhaber der Firma „Schmoeller & Naake“, Rohbrodukthandlung:

Erworben bei ebay am 01.08.2021 für insgesamt 21,30 €.

Mensch, so quer kann wirklich niemand denken: Freigang in Westend

Sonntag am Mittag, 01. August 2021:

Menschen, die sonst nur in Käfigen gehalten werden, hatten heute ihren ersten Freigangtag in ihrem sonst so tristen Leben. Sie liefen wie Zombies durch Westend und riefen: „Gebt uns unsere Käfige zurück“.

Ausgestattet waren sie mit Einheitskleidung: Hose, Shirt. Nicht im üblichen Käfigblau, sondern zur Feier des Tages mehrfarbig. Dazu obligatorisch Baseballmütze und Rucksack. Einen Mundschutz hatte niemand auf. Alle sahen auch gut ernährt aus. Einige hatten auch eine Orientierungshilfe in Form einer langen technischen Stange dabei, die sie laufend um die eigene Achse drehend hoch in die Luft hielten.

Das OVG Berlin-Brandenburg hatte den Freigang zuvor gemeinerweise in mehreren Entscheidungen (28, 29, 30) verboten. Das hat die Käfighaltungstreibenden aber nicht davon abgehalten, die Menschen für einen Tag doch freizulassen.

Den Freigangtag begleitete der Tagesspiegel live.

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PS. Ach ja, ein paar hatten wohl gerüchteweise auch versucht ins türkische Konsulat zu gelangen. Die wurden dann von außerirdischen in schwarzen Raumanzügen verjagt, einer möglicherweise auch festgehalten und nach Alpha Centauri, das ist ein ganz weit weg entfernter Käfig, teleportiert. Kann aber auch sein, dass es sich bei dieser Aktion um etwas ganz anderes handelte und nichts mit dem Freigangtag der Käfigbewohnenden zu tun hatte. Schließlich leben in der Türkei keine Käfigbewohnende. Das gibt es nur in Deutschland. Wobei es früher natürlich einfacher war, da nannte man diesen Käfig einfach „Zone„.

Rückblick:

Übersetzung der Rede von US-Präsident John F. Kennedy vor dem Rathaus Schöneberg am 26. Juni 1963

Ein Leben in Freiheit ist nicht leicht, und die Demokratie ist nicht vollkommen. Aber wir hatten es nie nötig, eine Mauer aufzubauen, um unsere Leute bei uns zu halten und sie daran zu hindern, woanders hinzugehen.

Merken: „Querdenken ist nicht Querschnittsdenken.

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