Sausuhlensee

In früheren Zeiten hatte der See bzw. das Areal folgende Namen: „Sau Säling„, „Sausuhlen“ und „Sausuhlen Schlucht„.

Der „Sausuhlensee“ ist heute ein „Friedhofssee“, da er sich auf dem landeseigenen Friedhof Heerstraße befindet. Der Friedhof wurde von 1921-24 vom Charlottenburger Gartendirektor  Erwin Barth angelegt. Die Grabreihen verlaufen terrassenförmig um den See herum. Zahlreiche berühmte Menschen wurden dort beerdigt, so zum Beispiel „Loriot“ . Auf Landkarten vor der Friedhofsanlage, sind zwei Senken bzw. Feuchtgebiete/Seen/Suhlen eingezeichnet, welche möglicherweise durch einen der im Grunewald typischen „Querriegel“ getrennt waren. Heute handelt es sich bei dem „Sausuhlensee“ jedoch um einen einzigen See.

Im Osten des Sees und des Friedhofs, befindet sich der „Breite Berg„, dessen Name heute leider in Vergessenheit geraten ist und auf dessen Plateau sich zunächst die „Rennbahn Grunewald“, das „Stadion Grunewald“ bzw. das „Deutsche Stadion“ und heute das „Olympiastadion“ bzw. der „Olympiapark“ befindet.

Westlich, nach Westend und nach Charlottenburg hin, wird der Friedhof von einem langen Graben begrenzt, welcher früher einmal den Namen „Wildgraben“ trug. Heute verläuft durch diesen „Graben“ eine Schnellbahnlinie.

Nördlich befindet sich der U-Bahnhof Olympiastadion bzw. die U-Bahnbetriebswerkstätten Grunewald. Weiter nördlich folgt dann der „Murellensee„.

Südlich verläuft die S-Bahnlinie vom S-Bahnhof Heerstraße nach Spandau und danach schließt sich der heutige Georg-Kolbe-Hain an.

 

  • 1894 Fontane, Seite 61/62:
    Lesen:
    Wanderung (Nummer 3) vom Spandauer Bock durch die Sausuhlenschluchten nach dem Forsthaus Eichkamp und Bahnhof Grunewald:

    Diese Parthie ist eine der schönsten, welche der Grunewald aufzuweisen hat. Berg und Thal wechseln in lieblicher Folge mit einander ab und besonders in den Sausuhlenschluchten können wir ganz und gar vergessen, daß wir uns in der „ebenen“ Mark Brandenburg befinden. Dabei hat der Wald einen dem Auge wohlthuenden frischen, moosigen Untergrund; zahlreiches Wild setzt bei unserer Annäherung in flüchigen Sprüngen davon, um in einer entfernten Schlucht die gestörte Aesung fortzusetzen.

    Trotz der mannigfachen Vorzüge, welche die Wanderung durch die Sausuhlenschluchten nach dem Bahnhof Grunewald vor vielen anderen Grunewaldtouren voraus hat, ist sie doch bisher nur von Wenigen gekannt worden. Eine Erklärung hierfür liegt in dem Umstand, das der Weg verhältnismäßig schwer zu finden war. Diesem Uebelstande ist nun durch die Wegebezeichnung abgeholfen worden.

    Wie beidem Wanderungen unter 1 und 2 gehen wir auch dieses Mal durch den Garten des Bockrestaurants und durch das Wildgattertor in den Grunewald. Nach 2-300 Schritten, bei der Wegkreuzung, biegen wir links in den gemächlich ansteigenden Fahrweg und von diesem, nach 5 Minuten, in den rechts abzweigenden schmalen Fußweg. Wenngleich der Weg hin und wieder einige unbedeutende Krümmungen macht, bleibt nunmehr unsere innezuhaltende Richtung bis zum Forsthaus Eichkamp in der Hauptsache fortgesetzt die Gleiche (Süd – Südost). Nach 20 Minuten überschreiten wir die Pichelsberg – Westend und nach weiteren 3 Minuten die Teufelssee – Westend Chaussee.

    Schon kurz vor der erstgenannten Chaussee hatten wir die Sausuhlenschluchten (dort sollen sich früher die Wildschweine „gesuhlt“, d. h. im moorigen Schmutz gewälzt haben) verlassen und waren auf einen breiten, weniger schönen Fahrweg gelangt…..

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