Pichelsberge und Breite Berg

1914 Baedeker Pichlsberg-Breite Berg kleinDen “Pichelsberg” als eigentlichen Berg gibt es eigentlich gar nicht. Denn läuft man den Berg ab, so findet sich keine Bergspitze. Vielmehr ist der Pichelsberg ein Plateau.

Unberücksichtigt des Umstandes, dass das Plateau des Pichelsberges durch die S-Bahntrasse zwischen den Bahnhöfen Olympiastadion und Pichelsberg zerteilt ist, befindet sich das Horst-Korber-Sportzentrum und das Olympiastadion mit dem gesamten Gelände des Olympiapark auf dem Pichelsberg.

Eingerahmt wird das Pichelsberg-Plateau wie folgt:

Nördlich:

  • Murellenschlucht und Fließwiese Ruhleben (hohe Böschung mit Fernsicht, welche allerdings durch hohe Baumkronen eingeschränkt ist)

Östlich:

  • Murellensee und tiefliegendes U-Bahn Werkstattgelände bzw. auf fast 1 km Länge abfallende Rominter Allee und Hans-Braun-Straße (Osteingang Olympiapark), der flach abfallende Olympische Platz und die Olympische Straße mit der Olympischen Brücke über die U-und Fernbahntrasse sowie der tief gelegene Sausuhlensee.

Südlich:

  • Heerstraße (Anstieg Flatowallee, Scholzplatz/Schirwindter Allee und Glockenturmstraße bzw. weiter entfernt Postfenn / Torfstätten Grund

Westlich:

Den bei Berdrow 1902 ausgewiesenen “Breite Berg” kann ich nicht zum Pichelsberg abgrenzen. Möglicherweise lässt sich damit das Plateau nördlich der S-Bahntrasse zuordnen. Allerdings taucht der Name “Breite Berg” meines Wissens heute nirgendwo mehr auf. Ansonsten gehe ich davon aus, dass es sich nicht um eine topografische, sondern um eine regionale Gebietsabgrenzung handelt. Möglicherweise leitet sich durch die nicht klare Gebietstrennung auch die Bezeichnung “Pichelsberge” ab?

  • Das Plateau Richtung Pichelsdorf/Pichelssee/Pichelswerder/Stößensee ist demnach der Pichelsberg (einschließlich des kleinen Judenberg),
  • während das Plateau Richtung Ruhleben und Westend der Breite Berg ist.
  • Südlich verläuft das von der Heerstraße “durchtrennte” Plateau bis zum Torfgraben, ohne jedoch, dass das südliche Plateau auf den Kartenmaterialien namentlich benannt ist.

Die heutige Heerstraße zwischen Scholzplatz und der Stössenseebrücke wurde offensichtlich in das Gelände “eingegraben”, wie anhand der beidseitigen Wälle direkt neben der Heerstraße ersichtlich ist.
Berdrow stellt das Gebiet 1902 in seiner Handzeichnung eindrucksvoll wie folgt dar:

1902 Pichelsberg Gliederung Berdrow

Höhenmessungen mögen eventuell zu einem anderen Ergebnis kommen, nach meiner Orstkenntnis erscheint mit diese Zeichnung jedoch auch heute noch insgesamt plausibel. Wunderbar ist das Gebiet auch dargestellt auf dem Planauschnitt aus dem Jahr 1914 oben rechts.

  • 2013Wenn die Polkapen schmelzen, was bleibt dann von Berlin übrig?
Lesen:
D2013 Hoechste Erhebungen in Berlinie Berliner Morgenpost hat sich, abgeleitet aus einem Artikel von National Geographic Deutschland, mit der Frage beschäftigt, was von Berlin übrig bleiben würde, wenn die Polarkappen abschmelzen und der Meerespiegel um 66 Meter ansteigen würde. Dazu wurde eine Karte veröffentlicht. Schaut man sich diese Karte an, so würden vom Grunewald folgende Gebiete übrigbleiben: Breite Berg – Pichelsberge – Dachsberg bei Schildhon – KarlsbergHavelberg und natürlich der Teufelsberg.

Das ist natürlich Quatsch, denn wenn der Meeresspiegel tatsächlich ansteigen sollte, ist es fraglich, ob diese „Streusandbüchsenberge“ „überleben“ könnten und nicht einfach „weggeschwemmt“ würden. Aber die mitgelieferte Karte zeigt zum einen sehr schön die höchsten Erhebungen in Berlin und dabei eben auch das Areal Breite Berg und Pichelsberge. Dieses Areal wird in der Karte als „Forst Westend“ bezeichnet.

 

 

 

 

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