Ziegelein am Wannsee

1903-05-15 Wannsee Hafen kleina2

Ziegelsteine und Kaffenkähne am Südufer des Wannsees. Heute befindet sich hier ungefähr die Wannseebrücke.

Etliche Quellen berichten von einer oder mehreren Zieglein bei Stolpe am Wannsee.

Auf diesem Foto sind gut zu erkennen Ziegelsteine gestapelt. Nicht erkennbar ist, ob die Ziegelsteine von den Kaffenkähnen entladen wurden, oder zur Beladung bereit liegen. Es ist möglich, dass die Fabrik im Hintergrund eine Ziegelei ist.

Sie befand sich dan anscheinend dort, wo sich die heutige Wannseebrücke befindet, also am Südufer des Wannsees.

Der Artikel „Ein Kahn für den Dichter“ in der Zeit vom 24.11.2011 berichtet in Bezug auf das Kleist-Grab am Kleinen Wannsee: „Der Lehmhunger einer nahen Ziegelei nagte so heftig an dem Hügel, dass nicht mal mehr sicher ist, ob die Gebeine nicht irgendwann einfach abgebaggert wurden. „.

Herr Christoph Janecke berichtet auf seiner Webseite unter der sehr umfassenden Dorfchronik  „Das Dorf Stolpe – Notizen zu einer Ortschronik“ in Bezug auf die dortigen Ziegelein folgendes:

  • 1680 Der Ort Stolpe besteht aus einigen Häusern, nahe dem Stolpsee gelegen, dem kurfürstlichen Weinberg und endlich dem Ziegelbrennofen.
  • 1683 Der kurfürstliche Cammerjunker-Ingenieur Samuel de Suchodoletz (polnischer Herkunft) zeichnet viele Karten von Gebieten der Mark Brandenburg, so auch … 1683 eine Karte von Stolpe. Die Landkarte von Suchodoletz zeigt nebst Stolpe die „Alte Ziegeley“ am Westufer des Wannsee und auch „Der alte Hof“ ist enthalten. Der (spätere) kleine Wannsee heißt zu dieser Zeit „Das Stolper Loch“.
  • 1797 Neubau der Ziegelei (ungefähre Lage nach der Adresse aus dem Jahr 2000: Am Großen Wannsee 18/19).
  • 1829 Herr Commerzienrath Berr erwirbt das Gelände der alten Ziegelei am Wannsee vom Kossäten Ludwig Liebenow.
  • 1860 Zum Dorf Stolpe gehören inzwischen … die Kolonie Ziegelei am Wannsee … Die Kolonie Ziegelei besteht aus sieben Wohnhäusern und sechs Wirtschaftsgebäuden.

Eine von Herrn Janecke veröffentlichte Annäherungslandkarte für den Zeitraum von 1600 – 1800, verzeichnet zwei Ziegelorte am Westufer des Wannsees. Das Haus der Wannseekonferenz gibt in Bezug auf die Geschichte der Villa SalingerAm Großen Wannsee 50“ an, dass sich auf dem Grundstück „Am Großen Wannsee 47-49“ früher eine „alte Ziegelei mit einem Wohngebäude für den Werkführer und Unterkünften für die Ziegeleiarbeiter befunden hatten„.

Für das Jahr 1898 berichtet Herr Janecke:

In diesem Jahr hört der Dorfname „Stolpe“ auf, im offiziellen Gebrauch zu existieren. Er wird aber in lieber Erinnerung bleiben. Das bisherige Dorf Stolpe mit der „Kolonie Albrechts Teerofen“, der Villengruppe am „Café Alsen“, dem Etablissement „Kohlhasenbrück“, der „Kolonie Eule“, der Pfaueninsel und der Kolonie Steinstücken, wird mit einer größeren Anzahl weiterer Anwesen vereinigt, die bisher dem „Gutsbezirk Düppel“ angehörten. Es handelt sich dabei um die „Villenkolonie Wannsee“, den Bahnhof Wannsee mit mehreren Bahnwärterhäusern und „Nikolskoe“ mit „Moorlake“. Diese verschiedenen Gebiete mit ihren Wohnplätzen sind nun unter dem neuen Namen „Wannsee“ zusammengefasst. Den Ortsnamen „Stolpe“ ließ man bewusst eingehen, weil es in deutschen Landen 63 Ortschaften dieses gleichen Namens gibt und es oft zu Verwechselungen, namentlich postalischer Art, kam.

Dies vielleicht zur Erklärung, warum in weiteren Dokumenten aus früheren Zeiten nicht von einer Ziegelei am Wannsee, sondern von einer Ziegelei bei Stolpe berichtet wird.

Bei Herrn Horst Hartwig ist in der Übersicht „Ziegeleien im Kreis TELTOW“ das Foto eines Ziegels mit dem Stempelaufdruck „.S. STOLPE A/W“ abgebildet, wobei A/W für AM WANNSEE steht.

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