{"id":14605,"date":"2020-12-07T20:16:44","date_gmt":"2020-12-07T19:16:44","guid":{"rendered":"http:\/\/forst-grunewald.de\/?p=14605"},"modified":"2020-12-07T20:20:21","modified_gmt":"2020-12-07T19:20:21","slug":"nur-noch-sieben-prozent-der-baeume-in-berlin-sind-gesund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forst-grunewald.de\/?p=14605","title":{"rendered":"Waldzustandsbericht 2020: Noch nie gab es so wenig gesunde B\u00e4ume in Berlins W\u00e4ldern"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Historischer Tiefstand seit 1991: Nur noch 7 Prozent sind ohne Sch\u00e4den. Besonders Kiefern leiden unter D\u00fcrre und Hitze \u2013 Eichen leicht erholt<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Anteil von B\u00e4umen ohne Sch\u00e4den ist in Berlins W\u00e4ldern auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen 1991 gesunken: Nur noch sieben Prozent sind laut dem aktuellen Waldzustandsbericht 2020 ohne sichtbare Sch\u00e4den (Vorjahr: acht Prozent). Nach drei Jahren mit langen Trockenheitsperioden und gro\u00dfer Hitze sind insbesondere Kiefern betroffen, die 60 Prozent der Berliner Waldb\u00e4ume ausmachen. Auch der Anteil abgestorbener B\u00e4ume erreicht 2020 mit 2,7 Prozent (Vorjahr: 1,7 Prozent) einen neuen H\u00f6chstwert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der neue Waldzustandsbericht best\u00e4tigt damit die besorgniserregende Entwicklung des Vorjahres. Insgesamt hat sich der Zustand der Berliner W\u00e4lder noch einmal leicht verschlechtert. Immerhin konnten sich die Eichen auf schwachem Niveau leicht erholen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Regine G\u00fcnther, Senatorin f\u00fcr Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: \u201eDer Berliner Wald leidet sicht- und messbar unter der Erderhitzung. Lange Trockenheitsphasen und hohe Temperaturen im dritten Jahr in Folge setzen unserem Wald enorm zu. Deshalb haben wir unsere Anstrengungen zum Waldschutz mit definierten Klimaanpassungsma\u00dfnahmen deutlich erh\u00f6ht. Wir steuern dem Waldsterben mit einem gro\u00df angelegten Mischwaldprogramm, \u00f6kologischer Bewirtschaftung, deutlich mehr Personal und Geld entgegen. Der Wert des Berliner Waldes f\u00fcr das Stadtklima, f\u00fcr die Artenvielfalt und als Refugium f\u00fcr die Berlinerinnen und Berliner, gerade auch in Zeiten der Pandemie, ist kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzen. Die gro\u00dfe Zahl der Menschen, die den Wald besuchen, um sich dort zu erholen, um sich fit und gesund zu halten, belegt dies eindrucksvoll.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit (wie im Vorjahr) 36 Prozent zeigt mehr als ein Drittel aller Probeb\u00e4ume der Waldzustandserhebung deutliche Sch\u00e4den. Leichte Sch\u00e4den weisen 57 Prozent der knapp 1000 stichprobenartig \u00fcberpr\u00fcften B\u00e4ume auf (Vorjahr: 56 Prozent).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Baumarten sind unterschiedlich betroffen. W\u00e4hrend lediglich f\u00fcnf Prozent der Kiefern keine Sch\u00e4den zeigen (Vorjahr: sieben Prozent), sind es bei den Eichen, dem wichtigsten Laubbaum in Berlins W\u00e4ldern, in diesem Jahr wieder elf Prozent (Vorjahr: f\u00fcnf Prozent).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben der nachhaltigen Bewirtschaftung der W\u00e4lder nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) und des Naturlandverbandes ist die konsequente Entwicklung vielf\u00e4ltiger Laubmischw\u00e4lder die wichtigste Ma\u00dfnahme zur Stabilisierung dieser Naturlandschaft und ihres Wasserhaushalts. Die Mischung verschiedener Baumarten und Altersstufen erh\u00f6ht die Resilienz der W\u00e4lder, weil der Wald so mehr Potenzial zur Regeneration erh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen des Mischwaldprogramms wurden im Herbst 2019 in den Berliner W\u00e4ldern insgesamt 468.240 B\u00e4ume gepflanzt, von denen mehr als 80 Prozent angewachsen sind. Die vereinzelten Regenf\u00e4lle dieses Jahres haben dabei gr\u00f6\u00dfere Verluste in den Fr\u00fchjahrs- und Sommermonaten verhindert. Im Herbst 2020 wurden weitere 425.000 B\u00e4ume und Str\u00e4ucher, vor allem Laubbaumarten wie Eichen, Buchen, Hainbuchen, Linden und Ahorne, gepflanzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die anstehenden Herausforderungen bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, hat der Senat die personellen und finanziellen Ressourcen der Berliner Forsten erheblich erh\u00f6ht. F\u00fcr Waldumbau, Waldbrandvorsorge und die erforderliche Pflege und Sicherung stehen den Berliner Forsten bis Ende 2021 zus\u00e4tzlich drei Millionen Euro zur Verf\u00fcgung. Au\u00dferdem wurden oder werden 20 zus\u00e4tzliche Stellen mit qualifizierten Fachkr\u00e4ften besetzt, um die wachsenden Aufgaben der Verkehrssicherung in den Erholungsw\u00e4ldern und den Umbau zu klimastabilen naturnahen Mischw\u00e4ldern zu bewerkstelligen.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/forsten\/waldschutz\/waldzustandsberichte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weitere Informationen und der vollst\u00e4ndige Waldzustandsbericht Berlin 2020<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: Berliner Forsten, <a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/sen\/uvk\/presse\/pressemitteilungen\/2020\/pressemitteilung.1026673.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pressemitteilung<\/a> vom 07.12.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Historischer Tiefstand seit 1991: Nur noch 7 Prozent sind ohne Sch\u00e4den. 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