{"id":11917,"date":"2017-10-15T12:57:45","date_gmt":"2017-10-15T12:57:45","guid":{"rendered":"http:\/\/gerber-controlling.de\/?p=4029"},"modified":"2023-10-01T08:07:11","modified_gmt":"2023-10-01T07:07:11","slug":"friederike-heiberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forst-grunewald.de\/?p=11917","title":{"rendered":"Friederike Heiberg"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_12022\" aria-describedby=\"caption-attachment-12022\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1943-08-11-Friederike-Heibert-klein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12022\" src=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1943-08-11-Friederike-Heibert-klein.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"657\" srcset=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1943-08-11-Friederike-Heibert-klein.jpg 1600w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1943-08-11-Friederike-Heibert-klein-183x150.jpg 183w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1943-08-11-Friederike-Heibert-klein-366x300.jpg 366w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1943-08-11-Friederike-Heibert-klein-768x630.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-12022\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Erworben bei ebay am 24. September 2017 f\u00fcr insgesamt 2,00 \u20ac von einem Briefmarkenh\u00e4ndler.<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christaine Eifert <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=QF8M66QjJCQC&amp;pg=PA17&amp;lpg=PA17&amp;dq=Friederike+Heiberg+gr%C3%BCndete+1910+die+Deutsche+Kongress-Zentrale&amp;source=bl&amp;ots=-Lt3Qxv1cB&amp;sig=yAY3OJ6RS4zTKM069OE95hqGLog&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwjOt4vk1fLWAhVBkBQKHX4XASoQ6AEIJjAA#v=onepage&amp;q=Heiberg&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">schreibt<\/a> 2011 in ihrem Buch <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Deutsche-Unternehmerinnen-im-20-Jahrhundert\/dp\/3406621147\/ref=sr_1_1\/260-1602885-1316726?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1508072233&amp;sr=1-1&amp;keywords=9783406621147\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutsche Unternehmerinnen im 20. Jahrhundert:<\/a><\/p>\n<blockquote><p><strong>Friederike Heiberg gr\u00fcndete 1910 die Deutsche Kongress-Zentrale in Berlin, die sie bis 1968 leitete.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das <a href=\"https:\/\/digital.zlb.de\/viewer\/image\/10089470_1943\/1061\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Berliner Adressbuch von 1943<\/a> entf\u00e4llt auf Seite 1031 folgenden Eintrag:<\/p>\n<blockquote><p>Friede Heiberg &#8211; Verlag &#8211; Grunewald &#8211; Hohenzollerndamm 67a<\/p><\/blockquote>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/digital.zlb.de\/viewer\/image\/10089470_1935\/914\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Berliner Adressbuch von 1935<\/a> enth\u00e4lt den Eintrag:<\/p>\n<blockquote><p>Friede Heiberg &#8211; Buch(handel?) &#8211; Schmargendorf &#8211; Salzbrunner Stra\u00dfe 44a<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Brief ist an &#8222;Friedrike&#8220; adressiert, hier wurde offenbar das &#8222;e&#8220; vergessen, denn sonst macht der Adressbucheintrag &#8222;Fried<span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>e<\/strong><\/span>&#8220; keinen Sinn.<\/p>\n<p>Ich habe die Berliner Adressb\u00fccher von 1912 &#8211; 1943 nur sporadisch durchsucht, finde aber keinen Eintrag f\u00fcr die Deutsche Kongress-Zentrale (DKZ).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die DKZ wurde in Dritten Reich gleichgeschaltet und war ab Ende 1936 dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reichsministerium_f%C3%BCr_Volksaufkl%C3%A4rung_und_Propaganda\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Reichsministerium f\u00fcr Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda<\/a> untergeordnet. So berichtet eine freikirchliche <a href=\"http:\/\/www.adventisten.de\/news\/news\/datum\/\/\/\/freikirchen-in-der-zeit-des-nationalsozialismus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Quelle<\/a>:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Abschluss der Tagung befasste sich Dr. Andreas Liese mit der Reise des Vorsitzenden der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), Heinrich Wiesemann, 1938 nach Schweden, um darzulegen, wie die Deutsche Kongress Zentrale (DKV), die seit Ende 1936 dem Propagandaministerium untergeordnet war, ganz gezielt kirchliche Vertreter benutzt habe, um die Interessen Deutschlands im Ausland zu vertreten. Jeder, der eine Auslandsreise zu einem Kongress oder einer \u00e4hnlichen Veranstaltung beantragen wollte, sei im Zusammenhang mit der Beantragung von Devisen von der DKV unterrichtet worden, in welcher Weise er sich im Ausland zu verhalten, wie er mit ausl\u00e4ndischen Pressevertretern umzugehen und in welcher Weise er Deutschland zu repr\u00e4sentieren habe. Nach der R\u00fcckkehr h\u00e4tte ein Bericht verfassen werden m\u00fcssen, der dann \u00fcber die DKV an den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sicherheitsdienst_des_Reichsf%C3%BChrers_SS\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sicherheitsdienst<\/a> (SD) weitergeleitet worden sei. Wiesemann habe sich nun nicht nur an diese Richtlinien gehalten, sondern im Kontakt mit dem schwedischen Diplomaten Lagerkranz gleichzeitig versucht, politischen Einfluss auf Schweden im Sinne des NS-Staates zu nehmen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In dem Buch <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Translation-Drittes-Reich-Entscheidungen-Transkulturalit%C3%A4t\/dp\/3732903028\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Translation und &#8222;Drittes Reich&#8220;: Menschen &#8211; Entscheidungen &#8211; Folgen<\/a> (<a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=8eIaDQAAQBAJ&amp;pg=PA119&amp;lpg=PA119&amp;dq=Deutsche+Kongress+Zentrale&amp;source=bl&amp;ots=AUCpt8hM8b&amp;sig=f2SOEqC-3iu1WG1RJWsBKKfgg70&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwi43LjGs_TWAhXF1RoKHUkfA184ChDoAQgsMAA#v=onepage&amp;q=Deutsche%20Kongress%20Zentrale&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Seiten 118\/119<\/a>) von D\u00f6rte Andres, Julia Richter und Larissa Schippel aus dem Jahr 2016 wird gleiches berichtet:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laut Jahresbericht von 1939\/40 waren 500 Sprachkr\u00e4fte von der DKZ erfasst. Die Personalakten der Deutschen Kongress-Zentrale enthalten eine F\u00fclle von Informationen \u00fcber Einzelschicksale von Dolmetschern und \u00dcbersetzern. Diese Personalakten im Detail auszuwerten steht noch an. Doch eines scheint sich abzuzeichnen: Wer als Dolmetscher t\u00e4tig sein wollte, musste regimtreu sein und diese Treue unter Beweis stellen k\u00f6nnen. Regelm\u00e4\u00dfig schickte die Deutsche Kongress-Zentrale Leumundsanfragen an die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geheime_Staatspolizei\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Geheime Staatspolizei<\/a> in Berlin bzw. den Chef des Sicherheitsamtes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Politische Zuverl\u00e4ssigkeit stand f\u00fcr die Deutsche Kongress-Zentrale an erster Stelle, sprachliche Eignung an zweiter. Der Dolmetscher stand im Dienst des Nationalsozialismus und hatte die nationalsozialistische Weltanschauung zu vertreten und auf diese Weise den &#8222;Kampf&#8220; der Nationalsozialisten zu unterst\u00fctzen. Als Mitglied der Deutschen Kongress-Zentrale oder der RfD [Reichsverband der beeidigten Dolmetscher] unterstand der Dolmetscher der Kontrolle der Beh\u00f6rden, der Partei und &#8230; der Kollegen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Literatur in Deutscher Sprache ist au\u00dferdem zu nennen: Miriam Winter, 2012, Das Dolmetscherwesen im Dritten Reich : Gleichschaltung und Indoktrinierung. Nach dem <a href=\"http:\/\/d-nb.info\/1026422515\/04\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Inhaltsverzeichnis<\/a> wird dort auch die DKZ behandelt (<a href=\"https:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0ahUKEwi37ILr6_TWAhXMvRQKHb5KC9IQFggtMAA&amp;url=http%3A%2F%2Fifb.bsz-bw.de%2Fbsz375116818rez-1.pdf&amp;usg=AOvVaw1M3Im7WJuJEee-PlUAO5Kz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kritik<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ansonsten ist noch anzumerken, dass zwei Quellen angeben, dass die DKZ erst 1934 entstanden ist, <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=yVLlAgAAQBAJ&amp;pg=PA175&amp;lpg=PA175&amp;dq=Deutsche+Kongress+Zentrale&amp;source=bl&amp;ots=wlPcQemasI&amp;sig=Sgst2-noKAOi0gzmg4pp8xm3M3A&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwjE-Zz6u_TWAhUIOhQKHVhACE44ChDoAQg1MAI#v=onepage&amp;q=Deutsche%20Kongress%20Zentrale&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Quelle 1<\/a> und <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=B5MzDwAAQBAJ&amp;pg=PA75&amp;lpg=PA75&amp;dq=Reichsverband+f%C3%BCr+Dolmetscher&amp;source=bl&amp;ots=nvaC3xzi5m&amp;sig=zWLK_HfDfOhAzSd1QyrCmipKLtA&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiJ-9-ZuPTWAhUEHxoKHQQwDwsQ6AEIODAA#v=onepage&amp;q=Reichsverband%20f%C3%BCr%20Dolmetscher&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Quelle 2<\/a>, hier unter Bezugname auf Winter 2012, Seite 56:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Moniens politische Gesinnung wird besonders in einer vier Seiten langen Aufzeichnung aus dem Jahr 1941 deutlich, in der er &#8211; nicht frei von Hochmut &#8211; ausf\u00fchrlich Auskunft \u00fcber seine T\u00e4tigkeit als Leiter der RfD [Reichsverband der beeidigten Dolmetscher] und in der Wehrmacht gibt. Darin berichtet er:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;<em>Vor der Mach\u00fcbernahme durch die NSDAP bestand als einzige Organisation der Dolmetscher der Reichsverband der beeidigten Dolmetscher, dem ich als beeidigter Dolmetscher f\u00fcr die russische Sprache angeh\u00f6rte. Im Mai 1933 erzwang ich ohne amtlichen Auftrag die Aufl\u00f6sung dieses v\u00f6llig verjudeten Verbandes und beantragte und erwirkte seinen Anschluss an die &#8222;<a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=g_h2CTSEnjwC&amp;pg=PA27&amp;lpg=PA27&amp;dq=%22Deutsche+Rechtsfront%22&amp;source=bl&amp;ots=0MVyzIOz0e&amp;sig=qyt1hCe0HD6-4Vld5yvFAav0iYc&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwjDoLrfo_XWAhWMPRQKHR5iAqcQ6AEIPjAD#v=onepage&amp;q=%22Deutsche%20Rechtsfront%22&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutsche Rechtsfront<\/a>&#8222;<\/em>.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiterhin erkl\u00e4rte Monien, ihm sei als sp\u00e4terer Reichsfachschaftsleiter der RfD unter gro\u00dfem pers\u00f6nlichem Einsatz &#8222;die Erfassung der arischen Dolmetscher&#8220; und nach seiner Gr\u00fcndung der Dolmetscherzentrale die dortige &#8222;Ausschaltung der immer noch zahlreichen j\u00fcdischen \u00dcbersetzer und wilden \u00dcbersetzungsb\u00fcros&#8220; gelungen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kann daher sein, dass die Deutsche Kongress-Zentrale von Frau Heiberg (Gr\u00fcndung 1910) nicht identisch ist mit der Deutschen Kongress-Zentrale des Nationalsozialismus (Gr\u00fcndung 1934), das vermag ich jetzt jedoch nicht abzukl\u00e4ren!?! Weiterhelfen k\u00f6nnte das Kapitel DKZ im o.g. Buch von Frau Winter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insofern m\u00f6chte ich auch nicht \u00fcber die Rolle von Frau Heiberg in der Zeit des Nationalsozialismus spekulieren. Aber darum geht es hier ja auch nicht, es geht ja nur darum, einen Briefumschlag historisch etwas einzuordnen und, falls m\u00f6glich, einen Kontext herzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bez\u00fcglich des Absenders, des &#8222;Bezirksgerichts der Presse&#8220; ist zu nennen: <span class=\"author notFaded\" data-width=\"\"> Nora D\u00fcwell, 2008, &#8222;<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Die-Standesgerichtsbarkeit-Presse-Nationalsozialismus-Bezirksgericht\/dp\/3825813304\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Standesgerichtsbarkeit der Presse im Nationalsozialismus: Das Bezirksgericht der Presse M\u00fcnchen<\/a>&#8222;.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christaine Eifert schreibt 2011 in ihrem Buch Deutsche Unternehmerinnen im 20. 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