{"id":11690,"date":"2018-11-30T08:42:21","date_gmt":"2018-11-30T07:42:21","guid":{"rendered":"http:\/\/forst-grunewald.de\/?p=11690"},"modified":"2018-12-13T13:38:29","modified_gmt":"2018-12-13T12:38:29","slug":"jaeger-haben-keinen-anspruch-auf-nutzung-von-schalldaempfern-fuer-jagdwaffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forst-grunewald.de\/?p=11690","title":{"rendered":"J\u00e4ger haben keinen Anspruch auf Nutzung von Schalld\u00e4mpfern f\u00fcr Jagdwaffe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Keine Schalld\u00e4mpfer f\u00fcr Jagdwaffen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">J\u00e4ger haben keinen Anspruch darauf, dass ihnen der Erwerb eines Schalld\u00e4mpfers f\u00fcr ihre Jagdwaffen gestattet wird. Das hat das Bundesverwaltungsgericht am 28. November 2018 entschieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kl\u00e4ger ist Inhaber eines Jahresjagdscheins. Er wohnt in Berlin und \u00fcbt die Jagd in einem Revier in Brandenburg aus. Er will mit einer schallged\u00e4mpften Jagdwaffe auf Wild schie\u00dfen, um Sch\u00e4digungen seines Geh\u00f6rs durch den lauten, \u00fcber der Schmerzgrenze liegenden M\u00fcndungsknall beim Abfeuern der Waffe auszuschlie\u00dfen. Seinen Antrag, ihm die Erlaubnis f\u00fcr den Erwerb eines Schalld\u00e4mpfers f\u00fcr seine Jagdlangwaffen zu erteilen, lehnte der Polizeipr\u00e4sident in Berlin ab. Widerspruch und Klage sind erfolglos geblieben. Das Verwaltungsgericht hat angenommen, auch J\u00e4ger ben\u00f6tigten f\u00fcr den Erwerb eines Schalld\u00e4mpfers f\u00fcr ihre Jagdlangwaffen eine gesonderte Erlaubnis, deren Erteilung ein waffenrechtliches Bed\u00fcrfnis voraussetze. Der Schutz des Geh\u00f6rs der J\u00e4ger k\u00f6nne ein solches Bed\u00fcrfnis nicht begr\u00fcnden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die dagegen gerichtete Sprungrevision des Kl\u00e4gers hat das Bundesverwaltungsgericht zur\u00fcckgewiesen, wobei es die Gr\u00fcnde des Verwaltungsgerichts im Wesentlichen best\u00e4tigt hat. Die Berechtigung von J\u00e4gern, Jagdlangwaffen und zwei Kurzwaffen zu erwerben, zu besitzen und f\u00fcr das jagdliche Schie\u00dfen zu benutzen, erstreckt sich nicht auf Schalld\u00e4mpfer. Ein waffenrechtliches Bed\u00fcrfnis f\u00fcr den Erwerb von Schalld\u00e4mpfern f\u00fcr das jagdliche Schie\u00dfen besteht nicht. Zum einen geh\u00f6ren Schalld\u00e4mpfer nach der Wertung des Gesetzgebers nicht zu der Ausstattung, die J\u00e4ger f\u00fcr die Aus\u00fcbung der Jagd ben\u00f6tigen. Zum anderen kann nur ein besonders gelagertes pers\u00f6nliches Interesse ein Bed\u00fcrfnis begr\u00fcnden; das Interesse an dem Schutz des Geh\u00f6rs beim Abfeuern der Jagdwaffe besteht aber bei allen J\u00e4gern in gleicher Weise. Dar\u00fcber hinaus kommt dem Schutz des J\u00e4gers vor den nachteiligen Auswirkungen des Schie\u00dfens kein Vorrang vor dem Zweck des Waffengesetzes zu, den privaten Besitz schallged\u00e4mpfter Schusswaffen soweit als m\u00f6glich zu verhindern. Dieser zentrale waffengesetzliche Grundsatz muss nicht zur\u00fccktreten, um die Selbstgef\u00e4hrdung des Sch\u00fctzen durch das Schie\u00dfen zu vermeiden. Schlie\u00dflich sind Schalld\u00e4mpfer nicht erforderlich, um das Geh\u00f6r der J\u00e4ger vor dem M\u00fcndungsknall zu sch\u00fctzen. Das Verwaltungsgericht hat bindend festgestellt, dass andere Mittel des Geh\u00f6rschutzes gleich wirksam sind (Ohrkapseln, Im-Ohr-Schutz).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Urteil vom 28. November 2018 &#8211; BVerwG 6 C 4.18 &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorinstanz: VG Berlin, 1 K 545.16 &#8211; Urteil vom 25. Januar 2018 &#8211;<\/p>\n<p>Quelle: Bundesverwaltungsgericht, <a href=\"https:\/\/www.bverwg.de\/pm\/2018\/84\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung Nr. 84\/2018<\/a> vom 28.11.2018<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine Schalld\u00e4mpfer f\u00fcr Jagdwaffen J\u00e4ger haben keinen Anspruch darauf, dass ihnen der Erwerb eines Schalld\u00e4mpfers f\u00fcr ihre Jagdwaffen gestattet wird. 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