{"id":825,"date":"2012-06-13T07:03:51","date_gmt":"2012-06-13T07:03:51","guid":{"rendered":"http:\/\/forst-grunewald.de\/wordpress\/?page_id=825"},"modified":"2024-05-06T07:29:30","modified_gmt":"2024-05-06T06:29:30","slug":"hundekehlensee","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=825","title":{"rendered":"Hundekehlensee"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Der Hundekehlensee<\/strong> <\/span><\/p>\n<p>ist f\u00fcr uns im wesentlichen Durchlaufgebiet f\u00fcr lange L\u00e4ufe. Oft geht es von hier aus weiter zu den anderen Grunewaldseen, oder aber es ist der letzte der vielen sch\u00f6nen Seen auf dem R\u00fcckweg zum Mommsenstadion, wenngleich der See durch die Bebauung und die Anlage der Koenigsallee sehr gelitten hat. Frei zug\u00e4nglich ist leider nur noch das Westufer.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>1894<\/strong> <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=361\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fontane<\/a>, Seite 40:\n<div><div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\"><em>&#8222;Vom Garten der Restauration Hundekehle (Ilges (?)) hat man einen recht lieblichen Blick \u00fcber den ringsum von dichtbewaldeten hohen Ufern eingeschlossenen Hundekehlen-See, in dessen stillem Wasser sich die schlanken Kiefern klar wiederspiegeln.<\/em><br \/>\n<em> Der Name &#8222;Hundekehle&#8220; hat schon zu den verschiedensten Deutungen Veranlassung gegeben. Mit R\u00fccksicht darauf, da\u00df man fr\u00fcher noch \u00f6fter als jetzt der Bezeichnung &#8222;Hundequ\u00e4le&#8220; anstatt &#8222;Hundekehle&#8220; begegnete, wurde die Entstehung des Namens auf die Jagden im Grunewald zur\u00fcckgef\u00fchrt, bei denen die Hunde &#8222;gequ\u00e4lt&#8220; worden seien. Nach einer zweiten, mehr einleuchtenden Deutung des Namens wird dessen Entstehung auf das Vorhandensein einer Quelle zur\u00fcckgef\u00fchrt, die den See speiste, sp\u00e4ter aber im See aufging und bei welcher sich einige der im Mittelalter als unrein geltenden und von den Deutschen mit der Bezeichnung &#8222;Hunde&#8220; belegten Wenden niedergelassen hatten. Nach und nach ist dann aus der Hundequelle eine Hundekehle geworden. Diese Deutung gewinnt umsomehr an Wahrscheinlichkeit, als aus der selben Veranlassung heraus der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Petriplatz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Petriplatz<\/a> in Berlin der Hundemarkt und die Vorg\u00e4ngerin der heutigen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlo%C3%9Fbr%C3%BCcke_%28Berlin-Mitte%29\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schlo\u00dfbr\u00fccke<\/a> der Hundebr\u00fccke genannt wurde.&#8220;<\/em><\/div>\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div><strong>1902<\/strong> <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=676\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Berdrow<\/a>, Seiten 4 und 5:<br \/>\n<div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\"><em>&#8222;N\u00f6rdlich vom Grunewaldfenn liegt der l\u00e4ngliche Hundekehlen-See. Die Trennung der beiden Gew\u00e4sser durch die Chaussee ist ziemlich jungen Datums; denn noch in den vierziger Jahren verband ein schmaler Wasserfaden das Fenn mit dem See., und die Stelle war mit Fuhrwerk nicht passierbar. Auf einer handschriftlichen Karte aus der Mitte des XVIII. Jahrhunderts fehlt das Fenn sogar v\u00f6llig, und der Schlo\u00df- oder Grunewaldsee erstreckt sich, das heutige Fenn einnehmend, soweit nach Norden, da\u00df er vom Hundekehlen-See nur durch eine schmale Landschwelle getrennt ist.<\/em><br \/>\n<em> Der Name des Sees, auch &#8222;Hundequ\u00e4le&#8220; geschrieben, hat mannigfache Deutung erfahren. Die wahrscheinlichste ist wohl die, da\u00df sich hier seit alter Zeit eine &#8222;Kehle&#8220;, d. h. ein \u00dcbergang zwischen zwei Seen, befand, der, vom Wild als Wechsel benutzt, bei Jagden dazu diente, die Hundemeute auf die F\u00e4hrte des Wildes anzulegen.<\/em><br \/>\n<em> Am Nordende des Hundekehlen-Sees erniedrigen sich die ihn umkr\u00e4nzenden H\u00f6hen zu einem &#8222;erh\u00f6hten Scheideck&#8220;, wie diese Stelle sehr passend genannt ist. Auf der schon erw\u00e4hnten ungedruckten Karte sehen wir dagegen die Fortsetzung der Rinne nach Nordosten in Gestalt einen schmalen, durch H\u00f6hen markierten und nach dem Halensee zu breiter werdenden Thales, und auch auf der gro\u00dfen geologischen Karte der Umgebung Berline ist dies deutlich ausgepr\u00e4gt. Land- und Erdverwehungen m\u00f6gen den Zusammenhang an dieser Stelle schon fr\u00fcher gest\u00f6rt haben, und die Anlegung des Eisenbahndammes beim Bahnhof Grunewald nebst der fortschreitenden Bebauung der Villenkolonie that das Ihrige, ihn v\u00f6llig zu verwischen&#8230;<\/em>&#8222;<\/div>\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div><strong>1927<\/strong> <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=361\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wolter\/Sommer\/Klotz<\/a>, Seiten 35 &#8211; 37:<br \/>\n<div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\"><em>&#8222;Wir folgen der Rinne nach S\u00fcdwesten. Vor uns liegt als abgeschlossener, l\u00e4nglich-runder Kessel der Hundekehlensee. Das etwas steilere und ehedem auch sch\u00f6nere Ostufer ist nicht mehr zug\u00e4nglich; die Gartenanlagen der Villen reichen bis zum See hinunter. Wir k\u00f6nnen nur den am Westufer angelegten, mit Eschen bepflanzten Promenadenweg entlangwandern. Die H\u00e4nge zu unserer rechten boten in den letzten Jahren einen recht w\u00fcstes Bild. Die durch die zahllosen hier lagernden Menschen zerst\u00f6rte Grasnarbe vermochte den Boden nicht mehr gegen die ausnehmende Kraft des ablaufenden Regenwassers zu sch\u00fctzen. Die vom Wasser ausgew\u00fchlten Schluchten wurden von den Menschen, die in ihnen umhertobten, vertieft und erweitert. Jetzt verhindern <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Faschine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Faschinen<\/a> die weitere Zerst\u00f6rung der H\u00e4nge, und die in der Umz\u00e4unung angepflanzten Laubh\u00f6lzer werden bald die letzten Spuren der Verw\u00fcstung verdecken. Nur an einer Stelle treffen wir auf Erlen. Unschwer erkennen wir hier eine schwache Bucht, die nach ihrer v\u00f6lligen Verlandung und Vermoorung eine der vielen &#8222;Schwapp- und Schaukelwiesen&#8220; der Seenrinne zur\u00fccklie\u00df. Die Sandaufsch\u00fcttung bei Anlage des Promenadenweges hat die Schaukelwiese zerst\u00f6rt; aber der von Erlen bewachsene Sumpfstreifen kennzeichnet noch deutlich den Innenrand der Bucht. Bei hohem Wasserstande stehen die Erlen mitten im Wasser, ebenso der Kranz von Schilfgr\u00e4sern, der sonst das Ufer umz\u00e4unt&#8230; Nach der Mitte zu werden die Faulschlammablagerungen bis zu 11 m m\u00e4chtig. Ihre oberen Schichten sind breiig; nach unten zu werden sie fester. der schmale Pfanzg\u00fcrtel ist ein Zeichen daf\u00fcr, da\u00df die Wassertiefe ziemlich rasch zunimmt; sie betr\u00e4gt an der tiefsten Stelle 4,50 m bei einer H\u00f6henlage des Wasserspiegels von 33 m \u00fcber NN. Unter dem Wasser wurde eine Faulschlammschicht bis zu 11 m Dicke gemessen. Der sandige Untergrund wurde an der tiefsten Stelle bei 17,5 m \u00fcber NN. angetroffen. Die H\u00f6henlage des den See umgebenden Gel\u00e4ndes ist 40-60 m. &#8211; Eine breitere Verlandungszone findet sich nur am S\u00fcdende des Sees, und ein Blick in den zum Gasthaus Hundekehle geh\u00f6rigen Garten zeigt uns, da\u00df eine Bucht des Sees sich urspr\u00fcnglich bis dicht an die heutige Chaussee hinzog. Die in diese Bucht hineingeworfenen Schutt- und Abraummassen mit ihrem reichen Gehalt an Stickstoff bildeten einen g\u00fcnstigen N\u00e4hrboden f\u00fcr die dort wuchernden Brennesseln und den Holunder.<\/em><br \/>\n<em> Wenn man von der die Ortschaften Grunewald und Zehlendorf verbindenden Stra\u00dfe hinunterschaut auf die angrenzende Wiese, k\u00f6nnte man leicht auf die Vermutung kommen, da\u00df hier der Stra\u00dfe zuliebe ein Damm 7 m hoch aufgesch\u00fcttet worden sei. Und doch ist dieser sich zwischen Hundekehlensee und Grunewaldsee legende <strong>Querriegel von der Natur gebaut<\/strong>, besteht aus denselben Geschiebesanden wie die angrenzende Grunewaldfl\u00e4che. Die Abriegelung zwischen beiden Seen macht sie zu selbstst\u00e4ndigen Becken.<\/em><br \/>\n<em> Wir treffen dieselbe Erscheinung auf unserer Wanderung noch bei Paulsborn, bei Onkel Toms H\u00fctte, zwischen der Krummen Lanke und dem Schlachtensee, zwischen dem Sachlachtensee&nbsp; und dem Nikolassee. Und genau so ist es auch bei der Fortsetzung der Rinne n\u00f6rdlich des Hundekehlensees. Diese Zerlegung der ganzen Rinne durch Bodenriegel in einzelne Seen und vertorfte Becken , die kessel- oder wannenf\u00f6rmig in die Talung eingefallen sind, zeigt deutlich, da\u00df wir einen zusammenh\u00e4ngdenden Flu\u00dflauf zu keiner Zeit annehmen k\u00f6nnen.<\/em><br \/>\n<em> Wenn erz\u00e4hlt wird, da\u00df die Kalksteine zum Bau des Jagdschlosses Grunewald auf dem Wasserweg herangebracht worden seien, so kann es nur so gemeint sein, da\u00df bis zur Havel dieser Weg benutzt wurde.<\/em><br \/>\n<em> Gleichm\u00e4\u00dfig flie\u00dfendes Wasser k\u00f6nnte nur eine gleichm\u00e4\u00dfige Rinne ausformen, nicht aber einzelne Becken und Wannen verschiedener Form, die oft wieder aus zwei getrennten Becken bestehen, wie das bei der Krummen Lanke und dem Schlachtensee der Fall ist.<\/em>&#8222;<\/div>\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div><strong>1970<\/strong> <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=361\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wille<\/a>, Seiten 22 und 23:<br \/>\n<div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\"><em>&#8222;Der zur Grunewald-Seenrinne geh\u00f6rende 7,20 Hektar gro\u00dfe und etwa 4 Meter tiefe Hundekehlesee hat im Laufe der letzten 70 Jahre unter dem Einflu\u00df einer stetig voranschreitenden Bebauung ein \u00e4hnliches Schicksal erfahren wie beispielsweise der Halensee. Das steilere und ehemals sch\u00f6nere Ostufer des Gew\u00e4ssers ist heute von einem Kranz von Villen umgeben, deren gartenanlagen bis an den Uferrand reichen. An der Nordspitze des Sees unterh\u00e4lt der renommierte Tennisclub &#8222;Rot-Wei\u00df&#8220; ein Stadion, in dem j\u00e4hrlich das internationale Pfingstturnier abgehalten wird. S\u00fcdlich davon liegt die Reitschule Hundekehle und daran anschlie\u00dfend ein Depot der Berliner Polizei mit Reitstaffel.<\/em><br \/>\n<em> Somit wird nur ein Teil des Gew\u00e4ssers von einem Promenadenweg ber\u00fchrt. W\u00e4re der Antrag des Grafen Tschirschky-Renard vom 31. Mai 1897 im Deutschen Reichstag angenommen worden, dann w\u00e4re der gesamte Grunewald heute ein Staatspark, der von einer zentralen Beh\u00f6rde \u00fcberwacht w\u00fcrde. Zweifellos h\u00e4tte sich dann das nat\u00fcrliche urw\u00fcchsige Landschaftsbild an den zahlreichen Grunewaldseen kaum ver\u00e4ndert, zumal eine st\u00e4rkere Kontrolle der Uferzonen erfolgt w\u00e4re.<\/em><br \/>\n<em> Mit der 1889 eingeleiteten Bebauung &#8230; blieb auch der Hundekehlesee nicht verschont. Neben den bereits erw\u00e4hnten Siedlungsabschnitten entstand am S\u00fcdufer des Sees ein Fahrweg (Koenigsallee), der \u00fcber das Luch &#8211; zwischen Hundekehle- und Grunewaldsee &#8211; bis in den Grunewald gef\u00fchrt wurde. Durch den Bau der Chausssee trennte man die beiden Gew\u00e4sser, wobei ein schmaler Wasserfaden, der sie einst miteinander verband, zugesch\u00fcttet wurde.<\/em><br \/>\n<em> Bereits nach dem ersten Weltkrieg hatte die Berliner Stadtentw\u00e4sserung ein Kanalsystem erstellt (1900 m lang und teilweise \u00fcber 10 m tief im Erdboden), um das Regen- und Grundwasser aus den westlichen Bezirken bis in den Wannsee abzuleiten und den Wasserspiegel der Grunewaldseen auszugleichen. Dabei machte man sich auch das Hudekehlefenn zunutze, wobei aber die alte nat\u00fcrliche Verbindung zwischen den Seen nicht wieder hergestellt wurde&#8230;<\/em><br \/>\n<em> Der Name Hundekehle taucht erst im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts auf. 1774 wird &#8222;ein einzeln Fischerhau\u00df bei Schmargendorff&#8220; als &#8222;Hundekehl&#8220; genannt. Das Fischerhaus bzw. die sp\u00e4tere F\u00f6rsterei erhielt demnach seinen Namen nach dem dabeiliegenden See (1779 &#8222;ein Thal und See, die Hundekehle genannt&#8220;). Es wird weiter vermutet, da\u00df der Hundekehlesee mit dem 1567 aufgef\u00fchrten Rotsee (1598 &#8222;den halben Rotsehe&#8220;) identisch ist. Hier\u00fcber fehlen jedoch authentische Aufzeichnungen, wogegen aber die heute gebr\u00e4uchliche Bezeichnung in verschiedenen Zeitabst\u00e4nden urkundlich belegt ist: 1805 Hundekehl, ein Forsthaus zu Dahlem geh\u00f6rig und 1861 Forsthaus Hundekehle.<\/em><br \/>\n<em> Zur Begriffsbestimmung des Namens &#8222;Hundekehle&#8220; ist noch zu bemerken, da\u00df der See mit der Errichtung eines Hundehauses in Verbindung gebracht wird. Die wissenschaftliche Namensforschung interpretiert den Namen jedoch mit den mittelniederl\u00e4ndischen Silben hont bzw. keel (Schlucht, Bergenge), eine Definition, die sich gut den landschaftlichen Gegebenheiten anpa\u00dft.<\/em>&#8222;<\/div>\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">ngg_shortcode_0_placeholder<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Hundekehlensee ist f\u00fcr uns im wesentlichen Durchlaufgebiet f\u00fcr lange L\u00e4ufe. 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