{"id":4898,"date":"2013-07-13T21:27:53","date_gmt":"2013-07-13T20:27:53","guid":{"rendered":"http:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=4898"},"modified":"2024-05-06T07:47:22","modified_gmt":"2024-05-06T06:47:22","slug":"wasserschloss","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=4898","title":{"rendered":"Wasserschloss"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fr\u00fcher einmal ein Wasserschloss, sogar mit Keller<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr interessant finde ich noch, dass es sich urspr\u00fcnglich um ein Wasserschloss handelte. Der Wassergraben befand sich fr\u00fcher dort, wo sich heute der Innenhof befindet. Dies war lange Zeit unbekannt, denn die drei sehr ausf\u00fchrlichen und gut recherchierten Schlossbeschreibungen aus Grunewaldwanderf\u00fchrern der Jahre 1894, 1902 und 1927 (siehe Komplett-<a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=4895\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abschriften<\/a>) erw\u00e4hnen dies nicht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jagdschloss_Grunewald\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a> (Stand 05.01.2013) gibt hierzu folgende Auskunft:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201c\u00dcber dessen Aussehen sind keine zeitgen\u00f6ssischen Ansichten vorhanden. Lediglich ein Mitte des 17. Jahrhunderts erstellter Grundrissplan, der sogenannte \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Renaissanceplan_um_1700.jpg&amp;filetimestamp=20050811200711\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Renaissanceplan<\/a>\u201c, die Auswertung 1916 gefundener Bauakten und Ausgrabungen in den 1970er-Jahren sowie eine 1936 von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albert_Geyer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Albert Geyer<\/a> ver\u00f6ffentlichte Rekonstruktionszeichnung des Geb\u00e4udes, geben Auskunft \u00fcber die Schlossanlage. Die Auswertung des Renaissanceplans und der Bauakten der \u201eKurm\u00e4rkisch Brandenburgischen Amtskammer\u201c, dann \u201eKurm\u00e4rkische Kriegs- und Dom\u00e4nenkammer\u201c, aus den Jahren 1669 bis 1737, ergaben, dass das Jagdschloss urspr\u00fcnglich als Wasserschloss angelegt war. Der das Geb\u00e4ude umgebende Wassergraben wurde bereits 1709 zugesch\u00fcttet, wobei das Hofgel\u00e4nde nach der Einebnung ein v\u00f6llig neues Aussehen bekam. Au\u00dferdem erfolgten im 19. Jahrhundert mehrere Absenkungen des <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=800\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Grunewaldsees<\/a>, um auf den Dahlemer Wiesen Torf stechen zu k\u00f6nnen, sodass der Wasserspiegel seit der Erbauungszeit des Schlosses bis heute rund 2,80 Meter tiefer liegt.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">B\u00f6rsch-Supan schrieb 1981 und 1997:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seite 6: \u201cWie das Jagdhaus urspr\u00fcnglich aussah, kann aus Analogien mit anderen Renaissancebauten, Baubefunden, Akten und einem Plan der Anlage aus der Zeit vor 1700 nur ungef\u00e4hr erschlossen werden. Ein breiter Wassergraben umzog das Schlo\u00df. Die Nebengeb\u00e4ude waren durch ihn also nicht gesch\u00fctzt. Eine Zugbr\u00fccke f\u00fchrte zum Portal, und zwischen Schlo\u00df und Graben befand sich ein Umgang.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/gallery\/grunewaldseen-grunewaldsee-jagdschloss-grunewald\/2012-12-30-grunewaldsee-jagdschloss-paulsborn-053-klein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/2012-12-30-Grunewaldsee-Jagdschloss-Paulsborn-053-klein-150x112.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\"><\/a>Seite 13: \u201cIm <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vestib%C3%BCl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vestib\u00fcl<\/a> wurden bei der Renovierung von 1973 von der urspr\u00fcnglichen Bausubstanz die beiden in Sandstein gefa\u00dften <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/gallery\/grunewaldseen-grunewaldsee-jagdschloss-grunewald\/2012-12-30-grunewaldsee-jagdschloss-paulsborn-053-klein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schie\u00dfscharten<\/a> freigelegt. Von hier aus konnte der das Schlo\u00df umziehende Wassergraben bestrichen werden. Von den beiden zugesetzten T\u00fcren an den Seitenw\u00e4nden, \u2026, f\u00fchrte die linke auf den Umgang zwischen Schlo\u00df und Wassergraben, die rechte in den Keller unter der \u00f6stlichen H\u00e4lfte des Schlosses. (Der gro\u00dfe Saal und das anschlie\u00dfende Zimmer sind nicht unterkellert.)\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seite 8: \u201cErst seit 1705, vier Jahre nach der Kr\u00f6nung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_I._%28Preu%C3%9Fen%29\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedrichs<\/a> zum K\u00f6nig von Preu\u00dfen, werden sie (die Baureparaturen) energischer vorangetrieben. Durch die den praktischen Bedarf \u00fcbersteigende Baut\u00e4tigkeit an den k\u00f6niglichen Schl\u00f6ssern sollte der Rangerh\u00f6hung ein sichtbarer Ausdruck gegeben werden. Man wollte den Beginn einer neuen \u00c4ra anzeigen, in der die Macht des K\u00f6nigs den Frieden garantiert. Deswegen verzichtete man in Grunewald auf alles, was dem Renaissancebau einen fortikatorischen Charakter gegeben hatte, vor allem auf den Wassergraben.\u201d \u2013 Aus heutiger Sicht ist das sehr schade! \u2013 \u201c\u2026Neue Fenster werden gebrochen, die Giebel samt dem Dach abgetragen und die Mauern des zweiten Obergeschosses neu hochgef\u00fchrt. Mit dem Bauschutt f\u00fcllt man den Graben zum Teil\u2026 1706 scheinen die Bauarbeiten im wesentlichen zu einem Abschluss gekommen zu sein. Dieses Datum tr\u00e4gt die Wetterfahne auf dem Treppenturm. Ob um diese Zeit auch die drei Angelh\u00e4user am See errichtet wurden, die 1734 als schadhaft erw\u00e4hnt sind, l\u00e4\u00dft sich nicht ermitteln\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1830-2012-Jagdschloss-Grunewald-Terrasse-am-See.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1830-2012-Jagdschloss-Grunewald-Terrasse-am-See.jpg\" alt=\"\" width=\"1512\" height=\"500\"><\/a>Die Terrasse hinter dem Schlo\u00df wurde unter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_II._%28Deutsches_Reich%29\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wilhelm II.<\/a> erbaut, nachdem er das bauf\u00e4llige Angelhaus, das auf mehreren Ansichten des sp\u00e4teren 18. und des 19. Jahrhunderts zu sehen ist, hatte abrei\u00dfen lassen und der Spiegel des Sees gesenkt worden war.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Links und rechts vom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vestib%C3%BCl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vestib\u00fcl<\/a> befanden sich zu dieser Zeit kleine Anbauten, \u00fcber welche man vom Vestib\u00fcl aus auf den Graben und in den Keller gelangen konnte. Diese Anbaute sind heute abgetragen, aber man kann sie in dem oben erw\u00e4hnten Modell gut erkennen. Heute sind die beiden links- und rechtsseitigen T\u00fcren geschlossen bzw. enthalten jeweils hinter einer optisch sehr unpassenden Metallt\u00fcr (der Ersatz durch eine zeitlich passsende Holzt\u00fcr w\u00e4re angebracht) jeweils einen Regalschrank. \u00dcber der rechten Metallt\u00fcr befindet sich das ber\u00fchmte Kellermeisterrelief (heute \u201c<a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=3559\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zecherrelief<\/a>\u201d genannt) (siehe unten). Den Keller konnte ich bei der Schlossf\u00fchrung am 27.01.2013 leider nicht besichtigen. Dass das Schloss \u00fcberhaupt \u00fcber einen Keller verf\u00fcgt, hat mich \u00fcberrascht. Denn bei einem Wasserschloss direkt am Grunewaldsee&nbsp; gelegen, welcher damals auch noch einen betr\u00e4chtlich h\u00f6heren Wasserstand hatte, h\u00e4tte ich dies nicht vermutet und ich frage mich, wie es gelungen ist sicherzustellen, dass der Keller nicht st\u00e4ndig \u201cabgesoffen\u201d war. Eine Vermutung zwar, aber vielleicht war dies auch mit einer der Gr\u00fcnde, weshalb man den Wassergraben sp\u00e4ter zusch\u00fcttete. Also nicht nur die Entfernung eines \u201c<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fort\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fortikatorischen Charakters<\/a>\u201c, sondern einfach auch praktische Gr\u00fcnde, wie der Wunsch einen trockenen Keller zu haben, von dem nicht st\u00e4ndig der Gesundheit abtr\u00e4gliche Feuchtigkeit nach oben in die Wohnr\u00e4ume steigt, sowie anst\u00e4ndige Bewegungsfreiheit im Hof.<\/p>\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.spsg.de\/schloesser-gaerten\/objekt\/jagdzeugmagazin-am-jagdschloss-grunewald\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jagdzeugmagazin<\/a> des Jagdschlosses steht auf einer Dauerausstellungs-Schautafel:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cMitte der 1970er Jahre wurden w\u00e4hrend umfassender Renovierungsarbeiten im Schloss auch Teile des alten Grabens freigelegt. Mit Ausgrabungen in der N\u00e4he eines Schlosses wird oftmals die Hoffnung auf die Entdeckung verborgener Sch\u00e4tze verbunden \u2026 Sch\u00e4tze, die Reichtum bezeugten, wurden damals im Wassergraben kaum gehoben. Von gro\u00dfem Wert waren die Funde aber allemal. Einzigartige Architekturfragmente aus der Zeit der Renaissance, Geschirrscherben von Tellern und Kr\u00fcgen, Reste alter Ofenkacheln sowie altes Fensterglas erlauben R\u00fcckschl\u00fcsse auf die urspr\u00fcngliche Gestalt des Schlosses sowie das Leben am kurf\u00fcrstlichen Hof in Berlin\u2026.\u201d<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In der Ausstellungsfestschrift anl\u00e4sslich der 450 Jahrfeier des Jagdschlosses schreibt Hartwig Schmidt<\/strong> in <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1992-450-Jahre-Jagdschloss-Grunewald.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Band 1<\/a> auf den Seiten 9, 20 und 24-26 zu den Ausgrabungen von 1974-79 <strong>aufkl\u00e4rend<\/strong>:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cEinleitung: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dohna_%28Adelsgeschlecht%29\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Siegmar Graf zu Dohna<\/a> beginnt sein 1889-1893 erschienenden dreib\u00e4ndiges Werk \u00fcber die Kurf\u00fcrstlichen Schl\u00f6sser in der Mark Brandenburg mit einer ausf\u00fchrlichen Beschreibung des Schlosses Grunewald und berichtet darin auch von einem bei Restaurierungsarbeiten (um 1885) unter dem Hofpflaster entdeckten Mauerrest, &#8222;einem aus m\u00e4chtigen Eichenst\u00e4mmen und Steinen konstruierten Fundament.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses \u201cFundament\u201d, das parallel zum Schlo\u00df \u00fcber den ganzen Hof verlief, wurde damals als fr\u00fchere Umfassungsmauer des Schlosses gedeutet, gab aber auch zu Spekulationen Anla\u00df\u2026 doch auf die richtige L\u00f6sung, da\u00df man n\u00e4mlich auf die B\u00f6schungsmauer (die sog. Sch\u00e4lungsmauer) des Wassergrabens gesto\u00dfen war, der einstmals das ganze Schlo\u00df umgab und bis weit in den Hof reichte, kam man nicht. Da\u00df das Schlo\u00df am Grunewaldsee urspr\u00fcnglich als Wasserschlo\u00df erbaut worden war, war in Vergessenheit geraten\u2026<\/p>\n<figure style=\"width: 189px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1925-Backschat-Friedrich-Neues-zur-Baugeschichte-Jagdschloss-Grunewald-DSC04161a.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1925-Backschat-Friedrich-Neues-zur-Baugeschichte-Jagdschloss-Grunewald-DSC04161a.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"127\"><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">1916: Friedrich Backschat<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst <strong>Friedrich Backschat<\/strong>, der <strong>1916<\/strong> die Bauakten des \u201cJagdhauses aufm Gr\u00fcnwald\u201d aus der Zeit von 1669 bis 1737 fand und diese 1925 ver\u00f6ffentlichte, trug entscheident dazu bei, das falsche Bild eines Jagdhauses \u201cam\u201d Grunewaldsee zu korrigiere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Baukomplex:<\/span> Direkt am See lie\u00df Joachim das Jagdhaus errichten als Wasserschloss auf einer k\u00fcnstlichen Plattform, deren Mauer die Feuchtigkeit vom Haus fernhalten sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Ausgrabungen 1974-79:<\/span> Da bisher nichts \u00fcber den 1705 abgebrochenen Dachaufbau bekannt war und eine zeitgen\u00f6ssische Ansicht des Renaissance-Baus fehlt, wurde beschlossen, eine Grabung im Bereich des alten Wassergrabens durchzuf\u00fchren, da hier die originalen Renaissance-Bauglieder zu finden sein m\u00fc\u00dften. Grund f\u00fcr diese Annahmen bot ein in den Bauakten befindlicher Briefwechsel, aus dem sich schlie\u00dfen lie\u00df, da\u00df ein Teil der beim Umbau entfernten Sandsteingew\u00e4nde der Fenster und T\u00fcren, der Giebel und Zwerchh\u00e4user in den Wassergraben geworfen worden war. Eine Ordre der K\u00f6nigl. Preu\u00df. Amtskammer an den Amtmann in Spandau vom 09. Juli 1706 geht, nachdem dieser wegen des langsamen Baufortschritts ger\u00fcgt wird, auf diesen Punkt ein:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cWannenhero (=deshalb) man Euch hiermit verwarnen und nochmals allen Ernstes anmahnen wollen, dero Bau Euch flei\u00dfiger als bisher anzunehmen, selbigen zu besorgen, auch in Zeiten die Anstalt zu machen, da\u00df der Schutt allgemach ab, und \u00fcber die Br\u00fccke hinter die hohe Schelung gebracht, die gantze und halbe Steine ausgesuchet, und zum Nutzen mit verarbeitet , \u2026die Werkst\u00fccke aber auf einen Hauffen verwahrlich gelegt, \u2026und alles in geh\u00f6riger Ordnung gebracht werde.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Spandauer Amtsschreiber J. S. Z\u00fctzell rechtfertigte sich mit dem Argument, da\u00df \u201cder vielf\u00e4ltige Schut und Ungemach so \u00fcmb den K\u00f6nigl. Hause herumlieget\u201d entstanden sein \u201cweiln von oben alles herrunter geworfen worden\u201d sei \u2013 sicherlich beim Abbruch des Daches. Da \u201cwie ich vernehme der Graben geschonet auch ins K\u00fcnfftige neue Schalungen gemachet werden sollen\u201d, w\u00e4re es notwendig, da\u00df der Oberbaudirektor Gr\u00fcnberg einen Platz am See bezeichne, wohin der Schutt \u201cabgekarret werden k\u00f6nte\u201d, doch \u201cw\u00e4ren aber S: K\u00f6nigliche Majest\u00e4t der allergn\u00e4digsten Meinung, da\u00df der Graben vergehen und aufgef\u00fcllet werden solte, w\u00fcrde es desto leichterer ins Werck gerichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Dezember 1706 war der Graben immer noch nicht ausger\u00e4umt und Z\u00fctzell fragte noch einmal bei der Kgl. Preu\u00df. Amtskammer in Berlin an, \u201cob die vor und neben den Hause sich befindenden Graben, wieder aufger\u00e4umet, und so wol in al\u00df aufwendig mit einer neuen Sch\u00e4lung versehen werden, oder aber Zu erweiterung des Platzes au\u00dfgef\u00fcllet werden solten.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Entscheidung des K\u00f6nigs, \u201cda\u00df die felder zu besagten Gr\u00fcnwald durch und durch gleich denen rabatten und porters mit Gruse (=<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grassode\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rasensoden<\/a>) belegt werden sollen\u201d, wurde ihm im Juni 1709 mitgeteilt. Daraufhin wurde der Wassergraben mit Sand und Bauschutt verf\u00fcllt, der Hof geplastert und um das Schlo\u00df herum Rasenfl\u00e4chen angelegt\u2026 Die Sch\u00e4lungsmauer selbst war im Gegensatz zu ihrer Wiedergabe auf dem \u201c<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Renaissanceplan_um_1700.jpg&amp;filetimestamp=20050811200711\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Renaissance-Plan<\/a>\u201d keine Holzkonstruktion, sondern eine massive 80 cm dicke Kalksteinmauer, die im Abstand von ca. 1,50 m vom Haus parallel zu dessen Au\u00dfenmauern errichtet war. Sie war ebenso tief fundamanetiert wie das Hauptgeb\u00e4ude, doch auf der Grabenseite vom Wasser untersp\u00fclt und in diese Richtung umgekippt. Die Grabensohle war deutlich an den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sinter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">versinterten<\/a> Steinen und Schneckenh\u00e4usern zu erkennen. Darunter folgte der wei\u00dfe m\u00e4rkische Sand, auf dem das Schlo\u00df errichtet worden ist\u2026. Von der Holzbr\u00fccke haben sich nur wenige Reste erhalten,\u2026 Die steinernen Auflagerkonsolen am Haus zur Aufnahme der Br\u00fcckenbalken wurden freigelegt, ebenso die Reste der langen Sch\u00e4lungsmauer, die einstmals die Reste der langen Sch\u00e4lungsmauer, die einstmals den Hof zum Wassergraben trennte\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1976 wurde am s\u00fcdlichen Turm auf der Seeseite des Schlosses gegraben. Hier fanden sich\u2026 ganz unerwartet eine steinerne Rinne, die vom Keller zum See f\u00fchrte und zu der ein steinernes Becken im Haus geh\u00f6rte. Der Turm, der auf dieser Seite des Hauses unterkellert ist, hat an den Au\u00dfenseiten kr\u00e4ftige Mauervorlagen und eine diagonale Eckversteifung zur Sch\u00e4lungsmauer hin\u00fcber. Das Fundament des Hauses war wegen des schwierigen Baugrundes am See massiv verst\u00e4rkt worden und bestand aus einer 1,40 m dicken Platte aus Ziegelbruch, Kalksteinen und M\u00f6rtel, die bis zur Sch\u00e4lungsmauer reichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1977 wurde auf der Hofseite, nord\u00f6stlich des Eingangsbaus weitergegraben, um den Anschlu\u00df zu den Grabungsfl\u00e4chen des Jahres 1975 herzustellen. Dabei wurde der urspr\u00fcngliche Kellereingang freigelegt und der Verbindungsgang vom Inneren des Eingangsbaus zu den gew\u00f6lbten Kellerr\u00e4umen.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Seite 42, Kellergescho\u00df:<\/span><br \/>\n\u201cUnter dem \u00f6stlichen Teil des Schlosses befinden sich drei gew\u00f6lbte Kellerr\u00e4ume (1.H. 1,75 m), die von au\u00dfen \u00fcber eine steile Treppe neben dem Treppenturm zug\u00e4nglich waren. Der gew\u00f6lbte Kellerhals ist erhalten geblieben, doch wurde der gedeckte Verbindungsbau zwischen dem Eingangsraum des Schlosses und der Kellerhalstreppe bereits beim Umbau 1706 abgebrochen und ein neuer Zugang an der \u00f6stlichen Turmseite geschaffen. Die Fundamentmauer, Fu\u00dfbodenplatten und Treppenstufen des Verbindungshauses wurden bei der Grabung 1977 freigelegt, so da\u00df die Gr\u00f6\u00dfe des Anbaus rekonstruiert werden kann (Abb. 25).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genutzt wurden die Kellerr\u00e4ume sicherlich zur Vorratshaltung, zum Lagern der Wein- und Biervorr\u00e4te, auf die das \u201cZecher-Relief\u201d hinweist und \u00fcber deren Zugang es angebracht ist. Im schmalen Eingangsraum befand sich ein 160\/50\/30 cm gro\u00dfes Sandsteinbecken, das mit einer Rinne in Verbindung stand, die an der Seeseite bis \u00fcber die Sch\u00e4lungsmauer hinausf\u00fchrte. (Anmerkung Nr. 122: \u201cDas Sandsteinbecken wurde beim Einbau der Heizungsanlage, zwei Rinnenst\u00fccke im Bereich des Luftschachtes auf der Seeseite herausgenommen. Der Fu\u00dfboden wurde ca. 40 cm tiefergelegt, doch zeichnet sich die ehem. Fu\u00dfbodenh\u00f6he noch an der Wand ab. Die Rinne hat sich auf der Seeseite erhalten.\u201d).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob das Ausgu\u00dfbecken zu einer Badestube geh\u00f6rte, wie sie Lewy (<a href=\"https:\/\/www.booklooker.de\/B%FCcher\/Lewy\/id\/A01ewOBd01ZZq\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Max Lewy<\/a>) f\u00fcr das Schlo\u00df Hartenfels beschreibt und wie sie auch im Jagdschlo\u00df Grimnitz vorhanden gewesen ist, eine vert\u00e4felte Badestube mit gro\u00dfen und kleinen kupfernen Wannen, Fu\u00dfkesseln und Schwitzbank, deren Wasser in einem kupfernen Ofen erhitzt wurde, l\u00e4\u00dft sich nicht mehr feststellen. Ebenso wenig wie die m\u00f6gliche Nutzung als Mundk\u00fcche, zu der auch ein Ablaufbecken notwendig gewesen w\u00e4re.\u201d<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher einmal ein Wasserschloss, sogar mit Keller Sehr interessant finde ich noch, dass es sich urspr\u00fcnglich um ein Wasserschloss handelte. 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