{"id":4211,"date":"2013-04-15T07:57:38","date_gmt":"2013-04-15T06:57:38","guid":{"rendered":"http:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=4211"},"modified":"2024-05-06T08:20:51","modified_gmt":"2024-05-06T07:20:51","slug":"pichelbraeu-pichelmaennel-und-bergisch-maerkische-margarine","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=4211","title":{"rendered":"Pichelbr\u00e4u, Pichelm\u00e4nnel und Bergisch M\u00e4rkische Margarine"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1925-ca-Margarine-Werke-klein-a.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4222\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1925-ca-Margarine-Werke-klein-a-1024x710.jpg\" alt=\"1925 ca Margarine Werke klein a\" width=\"512\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1925-ca-Margarine-Werke-klein-a-1024x710.jpg 1024w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1925-ca-Margarine-Werke-klein-a-150x104.jpg 150w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1925-ca-Margarine-Werke-klein-a-300x208.jpg 300w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1925-ca-Margarine-Werke-klein-a-400x277.jpg 400w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1925-ca-Margarine-Werke-klein-a.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a>Fr\u00fcher einmal gab es am Anfang auf der Landzunge &#8222;Der Sack&#8220;, ungef\u00e4hr zwischen der Scharfen Lanke und dem Pichelssee, eine Bierbrauerei. Die genaue Lage ist unten aus den Lagepl\u00e4nen ersichtlich. Die Fabrik hatte einen direkten Wasserzugang an der Scharfen Lanke, siehe Zeichnung rechts.<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong>1873<\/strong> &#8211; &#8222;<em>Schlie\u00dflich erbaute sich der Berliner Julius Busse um 1873 eine gro\u00dfe <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=4233\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Villa<\/a> am Pichelssee und im benachbarten Pichelsdorf 1875 eine Brauerei, die er aber bald wieder aufgeben mu\u00dfte<\/em>&#8222;, schrieb <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=6XGfeGb3rMkC&amp;pg=PA48&amp;lpg=PA48&amp;dq=Arne+Hengsbach&amp;source=bl&amp;ots=9B_4RNmnvc&amp;sig=fAqJTTStgpLWad79gL2XY_VlZd8&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiv972rlLzOAhUGyRQKHa0KBMEQ6AEIHjAA#v=onepage&amp;q=Arne%20Hengsbach&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Arne Hengsbach<\/a> in der Mitteilung 1\/1978 des Vereins f\u00fcr die Geschichte Berlins.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klaus Ehm aus Gera gibt auf seiner Brauerei-Spezialseite f\u00fcr die &#8222;Brauerei Pichelsdorf Berlin&#8220; folgende <a href=\"http:\/\/www.klausehm.de\/Page3442.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Chronik<\/a> an:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>1868 gegr\u00fcndet<\/li>\n<li>1888 <b>Brauerei Pichelsdorf Star &amp; Karger <\/b><\/li>\n<li>1894 <b>Brauerei Pichelsdorf Berthold Karger<\/b><\/li>\n<li>1903 <b>Brauerei Pichelsdorf <\/b><\/li>\n<li>1920 <b>Deutsche Bierbrauerei Abt Pichelsdorf <\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der &#8222;Freundeskreis Brauereigeschichte Dresden\/Ostsachsen e. V.&#8220; erstellte in seinem Informationsblatt <a href=\"http:\/\/www.fbg-dresden-ostsachsen.de\/Infoblatt\/08_4.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">IV\/2008<\/a> \u00fcber das Warenzeichen &#8222;Pichelm\u00e4nnel&#8220; folgende Chronik zusammen:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>150 Jahre Feldschl\u00f6\u00dfchen Aktiengesellschaft Dresden (Auszug):<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>1899 wurde die Deutsche Bierbrauerei AG Berlin und Dresden gegr\u00fcndet, die die n\u00e4chsten 50 Jahre f\u00fcr die Feldschl\u00f6\u00dfchen AG von Bedeutung sein sollte. Bereits 1905 wurde die Feldschl\u00f6\u00dfchen AG neben der Radeberger Brauerei, dem Einsiedler Brauhaus, der <strong>Brauerei Pichelsdorf bei Spandau<\/strong> und sp\u00e4ter Hofbrauhaus und Gambrinus Dresden zum Bestanteil der Deutschen Bierbrauerei AG.<\/li>\n<li>1913 erfolgte durch die Deutsche Bierbrauerei AG ein Eintrag der Warenzeichen \u201e<strong>Pichelbr\u00e4u<\/strong>\u201c und das kleine schwarze <strong>Pichelm\u00e4nnel<\/strong>, dessen Namen allerdings nicht mit eingetragen wurde. Dieser Warenzeicheneintrag erfolgte aber nicht f\u00fcr die Feldschl\u00f6\u00dfchen Brauerei sondern f\u00fcr die <strong>Pichelsdorfer Brauerei<\/strong>.<\/li>\n<li>Mitte der 20er Jahre wurde das <strong>Pichelm\u00e4nnel<\/strong> und die Bezeichnung <strong>Pichelbr\u00e4u<\/strong> erstmals f\u00fcr Biere der Feldschl\u00f6\u00dfchen Brauerei verwendet. Das Aussehen des <strong>Pichelm\u00e4nnels<\/strong> wurde bis 1945 immer wieder ver\u00e4ndert bis dann schlie\u00dflich nach dem 2. Weltkrieg das M\u00e4nnlein verschwand und die Bezeichnung <strong>Pichelbr\u00e4u<\/strong> nur noch bis Mitte der 50er Jahre Bestand hatte.<\/li>\n<li>Das ehemalige Warenzeichen \u201e<strong>Pichelm\u00e4nnel<\/strong>\u201c, das \u00fcber 30 Jahre (mit Ausnahme einiger Gl\u00e4ser) nicht verwendet wurde, taucht 1977\/78 mit dem neuen Spezialbier \u201eSpezial 77\u201c wieder auf und blieb in dieser Form als Warenzeichen f\u00fcr das Bier von Feldschl\u00f6\u00dfchen bis 1989 erhalten.<\/li>\n<li>1981 wurde durch das GK Dresden ein neues Warenzeichen \u201e<strong>Pichm\u00e4nnel<\/strong>\u201c eingetragen, das nicht wie sein Vorg\u00e4nger schwarz sondern wei\u00df war. Es wurde bis 1990 wahrscheinlich nur einmal verwendet.<\/li>\n<li>In den 90er Jahren erfolgte dann eine umfassende Modernisierung der Brauerei in Dresden-Cosch\u00fctz, die 1995 in Feldschl\u00f6\u00dfchen Aktiengesellschaft Dresden umbenannt wurde. Neue Sorten, wie 1996 der \u201eSchwarze Steiger\u201c (ehemalige Marke der Brauerei Freital-D\u00f6hlen) und ab 2003 einige Bier-Mixgetr\u00e4nke erweiterten die Palette der Feldschl\u00f6\u00dfchen AG. Die Marke Feldschl\u00f6\u00dfchen entwickelte sich nach und nach zur Premiummarke, wobei durch die gemeinsame Vermarktung mit Feldschl\u00f6\u00dfchen Braunschweig das \u201e<strong>Pichm\u00e4nnel<\/strong>\u201c als Markensymbol verschwand.<\/li>\n<li>2004 wurde der Holsten-Konzern, zu dem die Feldschl\u00f6\u00dfchen AG z\u00e4hlt, durch den Carlsberg-Konzern \u00fcbernommen. Die Marke Feldschl\u00f6\u00dfchen wurde wieder zur Regionalmarke. Da die Erinnerungen an das \u201e<strong>Pichm\u00e4nnel<\/strong>\u201c noch vorhanden waren, wurde daran ankn\u00fcpfend ein neues \u201e<strong>Pichm\u00e4nnel<\/strong>\u201c entwickelt und als Warenzeichen eingetragen. Seit 2006 schm\u00fcckt nun die dritte <strong>Pichm\u00e4nnelgeneration<\/strong> die Marke Feldschl\u00f6\u00dfchen in Dresden und begleitet die Feldschl\u00f6\u00dfchen Aktiengesellschaft Dresden auch durch das Jubil\u00e4umsjahr 2008.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Autor: Rolf Kluttig, Vorstandsvorsitzender, 22.08.2008<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Havelkanal, kurz vor dem Pichelssee, befand sich ein Biergarten-Ausschank der Deutschen Bierbrauerei mit einem Schiffsanleger (siehe Galerie).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich konnte es bisher nicht genau abkl\u00e4ren, aber ich vermute, dass nach der Schlie\u00dfung der Brauerei die Fabrik dann von der Bergisch M\u00e4rkische Margarine Werke F. A. Isserstedt Aktien Gesellschaft \u00fcbernommen wurde. Anderes ergibt hinsichtlich der Lagepl\u00e4ne keinen Sinn. Zwischenzeitlich hat sich diese Vermutung best\u00e4tigt, so schrieb der Spandauer Heimatkundler Wilhelm Pl\u00f6se in &#8222;Die Brauereigeschichte Spandaus&#8220; 1955 bzw. im \u00fcberarbeiteten Nachdruck 1989 (Seiten 14 und 15):<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">1877 errichtete der Berliner Brauereibesitzer Julius Busse in Pichelsdorf die &#8222;Busse\u00b4sche Brauerei&#8220;. Sie wurde sp\u00e4ter an die Radeberger Exportbrauerei AG verkauft. Pichelsdorf geh\u00f6rte damals noch nicht zu Spandau, und die Zeit, da der Pichelsdorfer Kr\u00fcger das Schankbier aus Spandau holen mu\u00dfte, war l\u00e4ngst vorbei. Neben der stattlichen Brauanlage mit M\u00e4lzerei und Sudhaus wurde ein Saal unterhalten, in dem das &#8222;Pichelsbr\u00e4u&#8220; ausgeschenkt wurde. Nur ungern sahen die Spandauer Brauer dieses zweite Unternehmen in Spandau [neben der Spandauer Bock Brauerei auf dem Spandauer Berg in Charlottenburg\/Westend]. [&#8230;] Spandau war 1920 der achte Bezirk Berlins geworden, und zum Bezirk Spandau z\u00e4hlte nun auch Pichelsdorf, aber die Brauerei am Pichelssee hatte die Segel streichen m\u00fcssen, nur die Restauration blieb dem Bier treu, sie schenkte aber kein &#8222;Pichelsbr\u00e4u&#8220; mehr aus. In den Brauereigeb\u00e4uden wurde bald die Cobu-Margarine hergestellt, bis man 1932\/33 die alten Geb\u00e4ude, ausgenommen die Restauration, niederri\u00df.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute befindet sich auf dem ehemaligen Fabrikgel\u00e4nde eine Wohnanlage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Eltern hatten im Bootshaus Hempler an der Scharfen Lanke ihren kleinen Kandier &#8222;<a href=\"http:\/\/www.berliner-dampfer.de\/html\/mops.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mops<\/a>&#8220; liegen. Im Sommer sind wir sonntags sind immer an dem ehemaligen Fabrikgel\u00e4nde mit dem Fahrrad vorbeigefahren, aber ich kann mich an eine Fabrik dort nicht erinnern, nur an die damals in Bau befindliche Wohnanlage. &#8222;<a href=\"http:\/\/www.berliner-dampfer.de\/html\/mops.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mops<\/a>&#8220; befindet sich seit dem 21. Juli 2003 im Deutschen Technikmuseum und ist dort in der Abteilung <a href=\"http:\/\/www.sdtb.de\/Schifffahrt.93.0.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schifffahrt<\/a>\/Wassersport ausgestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher einmal gab es am Anfang auf der Landzunge &#8222;Der Sack&#8220;, ungef\u00e4hr zwischen der Scharfen Lanke und dem Pichelssee, eine Bierbrauerei. 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