{"id":1199,"date":"2012-06-30T12:54:20","date_gmt":"2012-06-30T12:54:20","guid":{"rendered":"http:\/\/forst-grunewald.de\/wordpress\/?page_id=1199"},"modified":"2024-05-06T07:30:56","modified_gmt":"2024-05-06T06:30:56","slug":"teufelssee","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=1199","title":{"rendered":"Teufelssee"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/2014-04-14-DSC02064-Teufelssee-klein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large wp-image-8426\" src=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/2014-04-14-DSC02064-Teufelssee-klein-1024x576.jpg\" alt=\"2014-04-14 DSC02064 Teufelssee klein\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/2014-04-14-DSC02064-Teufelssee-klein-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/2014-04-14-DSC02064-Teufelssee-klein-150x84.jpg 150w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/2014-04-14-DSC02064-Teufelssee-klein-300x169.jpg 300w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/2014-04-14-DSC02064-Teufelssee-klein-400x225.jpg 400w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/2014-04-14-DSC02064-Teufelssee-klein.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>Den Teufelssee kennen die meisten L\u00e4ufer als ersten richtigen Waldkontakt. Man l\u00e4uft vom Mommsenstadion aus die Harbigstra\u00dfe entlang, kommt auf einen Waldweg, l\u00e4uft an der Kolonie Grunewald und der Kiesgrube vorbei und macht nach ca. 2 Kilometer die erste&nbsp; (Dehn-)Pause am Teufelssee.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele laufen dann weiter in den Wald hinein. Tats\u00e4chlich eignet sich das Gel\u00e4nde aber sehr gut f\u00fcr ein kleines Intensivlaufprogramm. Etwa einige Male um das gesamte Gell\u00e4nde Teufelssee, \u00d6kowerk und <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=1150\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Teufelsfenn<\/a> herum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Runde (auch &#8222;Zaunrunde&#8220; genannt) hat etwa 2 Kilometer und dort zu laufen macht einfach nur Freude. Die &#8222;Zaunrunde&#8220; l\u00e4sst sich aber auch bis zum <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=1111\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Postfenn<\/a> erweitern und wer ganz hart ist, kann auch den ehemaligen <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=3792\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Skihang<\/a> am <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=3776\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Teufelsberg<\/a> hochlaufen. Es ist einer der st\u00e4rksten Anstiege im Grunewald.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Teufelssee befindet sich eine beliebte Nacktbadeliegewiese, welche jedoch in den verganenen Jahren von dem Wildschweinen gerne mal durchpl\u00fcgt wurde, so dass der Untergrund nicht immer ganz plan ist. F\u00fcr die Wasserplanscher kommt ab und zu auch mal ein Eiswagen vorbei. Einen Imbiss gibt es dort leider nicht mehr. Fr\u00fcher einmal stand ein Currywurst-Imbisswagen oben am gro\u00dfen Wanderweg. Heute leider nicht mehr!<\/p>\n<figure id=\"attachment_41047\" aria-describedby=\"caption-attachment-41047\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1887-04-01-Charlottenburger-Wasserwerke-Aktie-1000-Mark-klein.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-41047\" src=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1887-04-01-Charlottenburger-Wasserwerke-Aktie-1000-Mark-klein.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1887-04-01-Charlottenburger-Wasserwerke-Aktie-1000-Mark-klein.jpg 1600w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1887-04-01-Charlottenburger-Wasserwerke-Aktie-1000-Mark-klein-392x300.jpg 392w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1887-04-01-Charlottenburger-Wasserwerke-Aktie-1000-Mark-klein-196x150.jpg 196w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1887-04-01-Charlottenburger-Wasserwerke-Aktie-1000-Mark-klein-768x588.jpg 768w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/1887-04-01-Charlottenburger-Wasserwerke-Aktie-1000-Mark-klein-1536x1177.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-41047\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 10pt;\">1887 Charlottenburger Wasserwerke<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ehemalige Wasserwerk liegt am Nordufer. Es wurde 1872 von den Charlottenburger Wasserwerken (1872-1945) erbaut. Die alten Geb\u00e4udeanlagen lohnt es sich unbedingt anzuschauen, sie werden heute vom &#8222;<a href=\"https:\/\/www.oekowerk.de\/ueber-uns\/oeffnungszeiten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Naturschutzzentrum \u00d6kowerk Berlin e.V.<\/a>&#8220; genutzt.&nbsp; Daneben liegt das ehemalige 1874 erbaute Beamtenwohnhaus (laut Berdrow befand sich 1902 dort &#8222;<em>die gastliche Behausung des Forstwarts<\/em>&#8222;, siehe unten), welches heute als Wohnhaus genutzt wird. Dieses Haus steht zusammen mit der Gesamtanlage unter Denkmalschutz (Objekt Nr. <a href=\"https:\/\/denkmaldatenbank.berlin.de\/daobj.php?obj_dok_nr=09046570\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">09046570,T<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Direkt neben dem ehemaligen Wasserwerk und am Weg, welcher vom Parkplatz zum See f\u00fchrt, befindet sich ein kleiner B\u00e4renbrunnen. Er steht am Eingang zu einem Waldspielplatz (zuletzt kleine Holzh\u00fctte mit Rutsche, Buddelkasten, Schaukelpferdchen), welcher vermutlich erst nach dem II. Weltkrieg angelegt, seit etwa 10 Jahren jedoch verkommen und schlie\u00dflich abgetragen wurde, so dass heute von ihm nichts mehr zu erkennen ist. Ich vermute, dass der Brunnen ebenfalls erst in der Nachkriegszeit angelegt wurde. Der Bildhauer ist mir bisher unbekannt. \u00c4hnlichkeit hat er aus meiner Erinnerung mit Skulpturen im Berliner Zoo. Der Brunnen war schon fast komplett zugewachsen, wird seit etwa 2007 aber regelm\u00e4\u00dfig freigelegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann gibt es noch eine Kindertagesst\u00e4tte, an dessen Stelle sich fr\u00fcher eine Trinkhalle befand.<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 8.42866%; text-align: left; vertical-align: top;\">1894<\/td>\n<td style=\"width: 91.5713%; text-align: left; vertical-align: top;\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=361\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fontane<\/a>, Seite 11-12:<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\">&#8222;<em>Der nach halbst\u00fcndiger Wanderung rechter Hand auftauchende kleine waldumrandete See ist der Teufels-See und die am gegen\u00fcberliegenden Ufer befindlichen Anlagen sind die Charlottenburger Wasserwerke.<\/em><br \/>\n<em> Durch diese Wasserwerke ist der Grundwasserstand in der Gegend um den Teufels-See ca. 2 m gesunken und der <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=1280\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Teufelsgraben<\/a> trocken gelegt worden.<\/em><br \/>\n<em> Die Charlottenburger Wasserwerke, 1872 von der Westend-Gesellschaft zum Zwecke der Wasser-Versorgung <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berlin-Westend\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Westends<\/a> erbaut und 1878 von der Aktiengesellschaft &#8222;Charlottenburger Wasserwerke&#8220; \u00fcbernommen, liefern jetzt das Wasser f\u00fcr die gesamten Vororte im S\u00fcden und Westen Berlins&#8230; Die Gewinnung und Filtration des Wassers erfolgt zur Zeit in drei Werken: am Teufels-See, am Wann-See und in Gr. Lichterfelde. Es wird ausschlie\u00dflich Quellwasser gef\u00f6rdert, welches durch Brunnen aus einer Tiefe von 20 m unter Flur entnommen wird. Die G\u00fcte des Wassers ist anerkannt; ein kleiner Eisengehalt gibt demselben jedoch eine leichte F\u00e4rbung, welche durch besondere Behandlung beseitigt werden muss&#8230; Das Brunnenwerk Grunewald am Teufels-See hat 22 Brunnen; zwei Vorpumpen heben das Wasser auf den Riesler und zwei Druckmaschinen von je 75 P. S. f\u00f6rdern es nach dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wassert%C3%BCrme_Charlottenburg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wasserturm<\/a> in Westend, von dem aus Westend und Charlottenburg versorgt werden. Das Werk, welches t\u00e4glich 15000 cbm filtriertes Wasser zu f\u00f6rdern im Stande ist, ist das \u00e4lteste des Unternehmens. Seine Maschinen und Geb\u00e4ude sind 1873 erbaut, die Riesler- und Filtereinrichtung dagegen ist erst im Jahre 1892 entstanden&#8230; <\/em>&#8222;<\/div>\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 8.42866%; text-align: left; vertical-align: top;\">1902<\/td>\n<td style=\"width: 91.5713%; text-align: left; vertical-align: top;\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=676\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Berdrow<\/a>, Seite 50:<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/19xx-Forsthaus-Torftrocknung.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1231 size-medium\" src=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/19xx-Forsthaus-Torftrocknung-278x300.jpg\" alt=\"19xx Forsthaus Torftrocknung\" width=\"278\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/19xx-Forsthaus-Torftrocknung-278x300.jpg 278w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/19xx-Forsthaus-Torftrocknung-139x150.jpg 139w, https:\/\/forst-grunewald.de\/wp-content\/uploads\/19xx-Forsthaus-Torftrocknung.jpg 359w\" sizes=\"auto, (max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><\/a><em>&#8222;Am Ostrande des <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=1150\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Teufelsfenns<\/a>, mit einem Blick auf die bis zu 90 Fu\u00df \u00fcber den Wasserspiegel ansteigenden H\u00f6hen, entlang wandernd, erreichen wir die gastliche Behausung des Forstwarts, der unsern schmachtenden Kehlen mit allerlei Erquickendem zu Hilfe springen kann. Unmittelbar daneben liegen die Anlagen der &#8222;Charlottenburger Wasserwerke&#8220;, welche 1872 zum Zwecke der Versorgung Westends mit Wasser erbaut und 1878 von der genannten Aktiengesellschaft \u00fcbernommen sind. Die hinter den Maschinenh\u00e4usern sichtbaren Tiefbrunnen, etwa zwei Dutzend, heben das Quellwasser aus 20 Meter Tiefe, was eine Senkung des Grundwasserstandes der ganzen Umgebung und die Austrocknung des Teufelsgrabens zur Folge gehabt hat. Die hohen Kohlenpreise haben zu dem Versuche gef\u00fchrt, den Torfbruch am Teufelssee zur Gewinnung von Feuerungsmaterial f\u00fcr die Maschinen auszunutzen; so sehen wir am S\u00fcdostufer des Sees gro\u00dfe Haufen zum Trocknen aufgestellten Torfes, ein ganz neuer Anblick f\u00fcr manchen jungen Berliner, der von diesem Produkt der Moore als einem zur Gro\u00dfv\u00e4terzeit gebr\u00e4uchlichen Brennstoff wohl schon geh\u00f6rt, es aber noch niemals mit leiblichen Augen geschaut hat. Vor hundert Jahren wurde das <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=1111\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Postfenn<\/a> als Torfstich benutzt.&#8220;<\/em><\/div>\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 8.42866%; text-align: left; vertical-align: top;\">1907<\/td>\n<td style=\"width: 91.5713%; text-align: left; vertical-align: top;\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=361\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wahnschaffe<\/a>, Seite 31:<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\">&#8222;<em>Im Teufelssee findet sich massenhaft die gelbe Gentianacee Limnanthemum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seekannen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nymphaeoides<\/a> mit gleichfalls seerosen\u00e4hnlichen, aber kleinen, unterseits punktieren Bl\u00e4ttern das Wasser stellenweise verbergend.<\/em>&#8222;<\/div>\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 8.42866%; text-align: left; vertical-align: top;\">1927<\/td>\n<td style=\"width: 91.5713%; text-align: left; vertical-align: top;\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=361\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wolter\/Sommer\/Klotz<\/a>, Seiten 18 &#8211; 24:<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\"><em>\u201cWir wandern nun in der urspr\u00fcnglichen Richtung weiter \u00fcber die Chaussee hinweg. Merklich senkt sich das Gel\u00e4nde. Wir haben eine Mulde vor uns, in der zur Zeit der Gletscherschmelze die Wasser zum Teufelssee abflossen. Die Rinnen, in denen das geschah, treten noch deutlich hervor. In der tiefsten von ihren ragt ein eisernes Rohr empor. Man trifft solche Rohre an verschiedenen Stellen im Grunewald an. Sie sind zur Beobachtung des Grundwasserstandes von der Landesanstalt f\u00fcr Gew\u00e4sserkunde niedergebracht worden. Mit ihrer Hilfe ham man z. B. festgestellt, da\u00df das Grundwasser unter der Grunewaldebene erst in einer Tiefe von 17 bis 20 m ansteht und in westlicher Richtung zum Teufelssee oder zur Havel abst\u00f6mt. Sein Gef\u00e4lle betr\u00e4gt bis zur Havel etwa 2 m. Hier am Teufelssee liegt der Grundwasserspiegel etwa 31 m \u00fcber NN. Die Tiefbrunnen des Charlottenburger Wasserwerks, von denen wir mehrere gerade hier an der Ostseite des Teufelssees sehen, sch\u00f6pfen aus dieser Tiefe ihr Wasser. Es ist nicht verwunderlich, da\u00df durch die starke Wasserentnahme der Grundwasserspiegel in der Umgebung der Brunnen stark abgesenkt wird, &#8211; ja so stark abgesenktm da\u00df er tiefer liegt als der Spiegel des Sees. So dringt denn das Wasser des Sees in den Untergrund ein und flie\u00dft den Brunnen zu.&nbsp; Eine weitere Folge, die f\u00fcr uns allerdings nicht sichtbar hervortritt, sei nebenbei erw\u00e4hnt. Durch die Senkung des Grundwasserspiegels wird das Wasser auf seinem Wege zur Havel an dieser Stelle abgelenkt und geht dem Flusse verloren.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff\">.<\/span><br \/>\nDas Badeleben, da\u00df sich am Teufelssee entwickelt hat, macht ihn f\u00fcr den Naturfreund und Naturforscher zu einem wenig angenehmen Aufenthalt.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff\">.<\/span><br \/>\nWir \u00fcberschreiten die breite Sandschwelle, die das <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=1111\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Postfenn<\/a> vom Teufelssee trennt. Es ist g\u00e4nzlich trocken. In dem Teile, den wir zuerst betreten hat man gleich am Rande Torf gewonnen\u2026 Stellenweise ist der Torf ganz abgehoben\u2026 Wir haben es also\u2026mit einer Vertiefung im Gel\u00e4nde zu tun, wie es deren in dem ganzen Grunewaldgraben unz\u00e4hlige gibt; nur sind sie nicht alle so gro\u00df und so tief\u2026 an der tiefsten Stelle des Beckens\u2026 und das ist die Tiefe zu 8,2 m gemessen worden\u2026 Allm\u00e4hlich ergreift die Pflanzenwelt wieder Besitz von dem kahlen Boden\u2026 nassen Torfschlamm\u2026&nbsp;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seggen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Seggen<\/a> und&nbsp;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Binsen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Binsen<\/a> bilden gro\u00dfe Rasen. Besonders zahlreich ist Birkennachwuchs\u2026\u201d<\/em> [Anmerkung: Der Name \u201c<a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=1150\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Teufelsfenn<\/a>\u201d wird nicht benannt. Die Beschreibung ist zwar recht umfangreich und detailliert, allerdings erfolgt keine Trennung von Teufelsfenn und Teufelssee.] \u201c<em>Wir verlassen jetzt den Teufelsseekessel..<\/em>.\u201d<\/div>\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 8.42866%; text-align: left; vertical-align: top;\">1945<\/td>\n<td style=\"width: 91.5713%; text-align: left; vertical-align: top;\">Nach Kriegsende:<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\">Anl\u00e4sslich eines Info-Abends der Siedlung Eichkamp im Jahr 2009, berichtete ein Anwohner aus der Zeit nach dem II. Weltkrieg folgendes Erlebnis:<br \/>\nEr hatte beobachtet, dass russische Soldaten am Teufelssee mit gefundenen Waffen herumspielten. Dabei l\u00f6ste sich ein Schuss und ein russischer Soldat fiel um. Er (der Beobachter) machte sich dann schnell davon, damit nicht etwa versucht werden w\u00fcrde, ihm den Unfall anzulasten.<br \/>\nEr erz\u00e4hlte au\u00dferdem, dass die Besatzung des Wasserwerkes beim Einmarsch von russischen Soldaten erschossen wurde; m\u00f6glicherweise, weil sie Dienstuniform trug.<br \/>\nUwe Gerber\/ Februar 2010<br \/>\n.<br \/>\nEin Leser dieser Seite teilte mir im Mai 2015 dazu erg\u00e4nzend folgendes mit:<br \/>\n<em>Vermutlich gab es auf der Wiese hinter dem Beamtenwohnhaus ein Barakenlager f\u00fcr Zwangsarbeiter.<\/em><br \/>\n<em>Eine gro\u00dfe Fundamentenplatte aus Beton ist \u00fcberwachsen aber deutlich sichtbar.<\/em><br \/>\n<em>Es gibt eine weitere Story dazu.<\/em><br \/>\n<em>Aus Angst vor den Russen sollen die Bewacher die Zwangsarbeiter erschossen haben.<\/em><br \/>\n<em>Die Leichen wurden dann evtl. im Brunnen oder in den Latrinen versenkt und dann zu betoniert.<\/em><\/div>\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 8.42866%; text-align: left; vertical-align: top;\">1974<\/td>\n<td style=\"width: 91.5713%; text-align: left; vertical-align: top;\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=361\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wille<\/a>, Seiten 42-45:<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\">&#8222;<em>Im folgenden soll nun der Versuch unternommen werden, die wenigen historischen Fakten, die \u00fcber den Teufelssee vorhanden sind, zu einer kurzen Betrachtung zusammenzuf\u00fcgen. Der Teufelssee, mit 2,4 ha Fl\u00e4chenausdehnung und einer Tiefe von etwa 8 m, ist das gr\u00f6\u00dfte Gew\u00e4sser innerhalb dieser <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Subglazialer_See\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">subglazi\u00e4ren<\/a> Seenrinne <\/em>(<a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=689\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Grunewaldgraben<\/a>)<em>. Wie weit der See f\u00fcr die Menschen von Bedeutung war, l\u00e4\u00dft sich schwer rekonstruieren. Auf Grund des 1966 bei arch\u00e4ologischen Grabungen am Seeufer gefundenen Scherbenmaterials l\u00e4st sich jedoch eine Aussage \u00fcber einen Besiedlungszeitraum treffen. Diese Scherbenreste und die mit ihnen freigelegte Teerschwelle deuten auf das 13. Jahrhundert hin und best\u00e4tigen damit die Vermutung, da\u00df auch der Teufelssee, analog den anderen Gew\u00e4ssern im Grunewald, im Hochmittelalter f\u00fcr die Siedler von wirtschaftlicher Bedeutung gewesen ist. Das \u00f6konomische Interesse galt vornehmlich dem Fischfang. Diesem Umstand tr\u00e4gt letztlich um 1690 eine Privatfehde Rechnung, bei der ein Freiherr von Dobrzenski die Fischereigerechtigkeit auf den Grunewaldseen f\u00fcr sich beanspruchte. Kontrahent der Auseinandersetzung war auf der anderen Seite die Gemeinde L\u00fctzenburg, die schon seit dem 15. Jahrhundert das Gebiet der Teltowschen Heide einem Heidereuter \u00fcbertragen hatte. S\u00e4mtliche Nutzungen an den Gew\u00e4ssern waren im Jahre 1455 durch <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_II._%28Brandenburg%29\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kurf\u00fcrst Friedrich II<\/a> dem Heidereuter Hans Storm zugesprochen worden, von dem dieses Privileg \u00fcber Jahrzehnte hinaus auf dem Erbwege seiner Familien erhalten blieb. Als &#8222;Leibgedinge&#8220; wurden 1465 &#8222;alle Seen (Teufels-, <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=728\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Barsch<\/a>&#8211; und Pl\u00f6tzensee) in Unserer heide, die Teltowische genannt, gelegen&#8220; nochmals der Familie Storm best\u00e4tigt. Auff\u00e4llig ist dabei aber, da\u00df bereits 1472 das Interesse f\u00fcr die Grunewaldseen versiegte. Die Nutzung der Gew\u00e4sser schien demzufolge wenig ertragreich zu sein, so da\u00df auch die Storms zu keiner Lehnware mehr verpflichtet wurden. Interessant ist bei diesem Rechtsstreit aber noch eine st\u00e4ndig auftretende Verwechslung, die offenbar allerlei Verwirrung stiftete. N\u00f6rdlich der Spree lag auf der L\u00fctzower-Gemarkung einst der &#8222;Teufelssee auf dem Kalandswerder&#8220;, ein kleiner Teich, der dem Amt Spandau unterstand. Der wesentlich gr\u00f6\u00dfere heute noch vorhandene See gleichen Namens unterstand dagegen der Stadt Charlottenburg, die hier ihrerseits Fangrechte besa\u00df. Der Grund f\u00fcr die Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse lag demnach in der trivialen Bezeichnung der beiden Seen, da ihre Namen keinerlei lokale Angaben machten. Etwa zweihundert Jahre sp\u00e4ter erlangte das Gebiet um den Teufelssee erneut eine wirtschaftlich-technische Bedeutung. Am Ostrand des Fenns errichteten die &#8222;Charlottenburger Wasserwerke&#8220; in den Jahren 1871 bis 1872 das Werk Grunewald, das mit seiner Inbetriebnahme die Wasserversorgung des Ortsteils Westend decken sollte. Die 18 Bohrungen, die aus 41 m Tiefe das Wasser zutage f\u00f6rderten, bewirkten aber, da\u00df der Grundwasserspiegel in der ganzen Umgebung sank, wobei auch der Teufelsgraben austrocknete. Aus der Not machte man jetzt eine Tugend. Konfrontiert mit der st\u00e4ndig wachsenden Bev\u00f6lkerung der Reichshauptstadt (Berlin hatte 1900 bereits fast 2 Millionen Einwohner), die naturgem\u00e4\u00df eine \u00e4u\u00dferst unterschiedliche soziale Struktur besa\u00df, kam man auf die Idee, am Teufelssee Torf zu stechen, um dieses Naturprodukt der minderbemittelten Bev\u00f6lkerung als Brennmaterial zu verkaufen&#8230; Der Teufelssee und das anschlie\u00dfende Moor wurde als Erg\u00e4nzungs- und Reservegebiet im Jahr 1960 unter Naturschutz gestellt&#8230;<\/em>&#8222;<\/div>\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 8.42866%; text-align: left; vertical-align: top;\">1979<\/td>\n<td style=\"width: 91.5713%; text-align: left; vertical-align: top;\">Polizei geht gegen nackte Raucherin am Teufelssee vor<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><div class=\"spoiler-wrap\">\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-head folded\">Spoiler<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"spoiler-body\"><a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/archiv\/27.05.2004\/1148544.asp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tagesspiegel Chronik<\/a> 27. Mai 1979 \/ 2004<br \/>\n&#8222;<em>Zu einem Zwischenfall kam es gestern am sp\u00e4ten Nachmittag am Teufelssee im Grunewald. Nach einer Mitteilung der Polizei waren die Beamten eingeschritten, als eine nackte Frau im Walde geraucht habe. Sie habe es jedoch abgelehnt, sich auszuweisen und sei zu einem Polizeifahrzeug gebracht worden. Nach Angaben der Polizei lehnte sie es auch ab, sich eine Decke umzuh\u00e4ngen. Etwa 100 Personen versuchten zu verhindern, da\u00df die Frau mit dem Polizeifahrzeug weggebracht wurde, was schlie\u00dflich doch geschah.<\/em><br \/>\n<em> Augenzeugen teilten dem Tagesspiegel mit, mindestens 20 Polizisten seien teils mit Kn\u00fcppeln bewaffnet, auf Pferden und mit Hunden auf die rauchende Frau am Seeufer zugegangen. Sie h\u00e4tten sie zur Rede gestellt, obwohl auch bekleidete Personen in ihrer N\u00e4he geraucht h\u00e4tten.<\/em>&#8222;<\/div>\n\t\t\t<\/div><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Teufelssee kennen die meisten L\u00e4ufer als ersten richtigen Waldkontakt. 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