{"id":10095,"date":"2017-03-15T07:46:52","date_gmt":"2017-03-15T06:46:52","guid":{"rendered":"http:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=10095"},"modified":"2019-04-25T18:50:35","modified_gmt":"2019-04-25T17:50:35","slug":"revier-dachsberg-hundeauslaufgebiet-als-waldschutzsteuerung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=10095","title":{"rendered":"Waldschutz durch Hundeauslaufgebiete"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ein interessanter Sachverhalt, wie Hundeauslaufgebiete als effektive Steuerungsm\u00f6glichkeit zum Waldschutz eingesetzt werden k\u00f6nnen, um einen Kiefernwald durch einen Mischwald zu ersetzten. Als Ptraxisbeispiel dient das Revier Dachsberg und hier zwei Quellen, eines aus den Jahren 1929 &#8211; 1933 und eines aus der heutigen Zeit von 2005 &#8211; 2012.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=583\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Alexander Schmook<\/a>, Grundwaldforstmeister von 1929-1933 in seinem Buch &#8222;Es war einmal im Grunewald&#8230;&#8220; schrieb auf den Seiten 7 &#8211; 8 folgendes:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Als ich 1929 das nunmehr st\u00e4dtische Forstamt \u00fcbernahm, wuchsen allein im Revier Eichkamp an zwei Stellen noch letzte Reste von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heidelbeere\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Blaubeeren<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heidekr%C3%A4uter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Heidekraut<\/a>, winzige Fleckchen; der <a href=\"http:\/\/baum-des-jahres.de\/index.php?id=347\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wachholder<\/a> aber war restlos ausgerottet. Auch Waldblumen kamen nur noch in ihren bescheidensten Vertretern vereinzelt vor.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dabei war der Boden durchaus nicht so schlecht, als er angesehen und gemacht wurde: Auf m\u00e4chtigen Lehm- und L\u00f6\u00dfschichten lagerten Kies und Sandd\u00fcnen von verschiedener M\u00e4chtigkeit. L\u00e4ngs der Autobahn (Avus) zeugten noch vereinzelte m\u00e4chtige <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=164\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eichen<\/a> und Buchen von verschwundener Pracht. Und hier und da im Reviere fanden sich noch einzelne Eichen- und Buchenst\u00e4mme, manche riesigen St\u00fcmpfe, die bewiesen, da\u00df nicht nur k\u00fcmmerliche Kiefern auf diesem Boden zu wachsen imstande waren.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Als dann die Menschenstr\u00f6me sich in immer st\u00e4rkerer Zahl infolge guter Verkehrsm\u00f6glichkeiten in den Grunewald allt\u00e4glich ergossen &#8211; in meiner Jugendzeit war es beim Schulausflug vom Sch\u00f6neberger <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prinz-Heinrichs-Gymnasium\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Prinz-Heinrich-Gymnasium<\/a> mit der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berliner_Dampfstra%C3%9Fenbahn-Konsortium\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pferdebahn<\/a> bis Hundekehle eine Halbtagsreise -, und als jegliche Achtung vor der Natur dahinschwand. trampelten Unvern\u00fcnftige alls H\u00e4nge so zusammen, da\u00df Streudecke und Grasnarbe schwanden, worauf Regeng\u00fcsse den d\u00fcrren Sand in die Tiefe rissen und dabei die Lehmschichten freischwemmten. Nach jedem gr\u00f6\u00dferen Gewitter mu\u00dften dann Arbeiterkolonnen die <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=2191\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Havelchaussee<\/a> wieder freischaufeln, bis ich 1930-1933 <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=427\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">mit Tausenden von Erwerbslosen<\/a> in m\u00fchevoller Arbeit alles wieder nach oben schaffen und mit Havelschlamm durchsetzt, meterweise befestigen lie\u00df.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Zwar erregten meine Stacheldrahtz\u00e4une den Unwillen vieler Menschen, aber nur unter ihrem Schutz gelang mir die Neubefestigung und der Unterbau der gef\u00e4hrdeten H\u00e4nge und damit die Erhaltung der landschaftlichen Sch\u00f6nheiten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=4060\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pichelswerder<\/a>, <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=825\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hundekehlenseeufer<\/a>, <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=800\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Grundwaldseeh\u00e4nge<\/a>, <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=5168\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Havelh\u00e4nge<\/a> von <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=2357\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schildhorn<\/a> bis zum <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=664\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gro\u00dfen Fenster<\/a> und <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=5590\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wannsee<\/a> wurden so in m\u00fchevoller und nicht immer anerkannter Arbeit St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck wieder hergestellt.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Und ebenso m\u00fchevoll, im Kampfe gegen Publikumsunvernunft und gegen wilde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaninchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kaninchen<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hasen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hasen<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rehe<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Damhirsch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Damwild<\/a> <span style=\"text-decoration: underline;\">wurde damals von mir mit<\/span> beschr\u00e4nkten Mitteln <span style=\"text-decoration: underline;\">der Unterbau der verlichteten Kiefernbest\u00e4nde mit Laubh\u00f6lzern begonnen. Das gelang noch am besten in dem reh- und dammwildfreien Teile Dachsberg,<\/span> vom \u00fcbrigen Revier durch die Avus geschieden, <span style=\"text-decoration: underline;\">als dieses zum Hundeauslaufgebiet erkl\u00e4rt wurde<\/span> im Entgegenkommen gegen die hundesteuerzahlenden B\u00fcrger der Stadt. Denn als tagt\u00e4glich ganze Meuten sich dort auszutoben begannen, verzogen sich Hasen und Kaninchen, die sonst immer trotz aller Z\u00e4une die jungen Laubholzkulturen unter der Schere zu halten pflegten&#8230;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Webseite <a href=\"http:\/\/www.prunus-serotina.eu\/Prunus-serotina%20deutsch\/00.%20wurst.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">prunus-serotina.eu <\/a>von Herrn\u00a0Marko Christoph aus bernau &#8211; Traubenkirsche in Berlin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die aus Nordamerika eingef\u00fchrte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sp%C3%A4tbl%C3%BChende_Traubenkirsche\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">sp\u00e4tbl\u00fchende Traubenkirsche<\/a> stellt in europ\u00e4ischen W\u00e4ldern, so auch im Grunewald, ein Problem dar. Die Webseite von Herrn Christoph stellt dies umfassend dar. In Bezug auf die Situation in Berlin schreibt er:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Sp\u00e4tbl\u00fchende Traubenkirsche stellt heute auf ca. einem Drittel der 29.000 ha gro\u00dfen Berliner Gesamtwaldfl\u00e4che neben dem Wildverbiss das gr\u00f6\u00dfte waldbauliche Hindernis dar. Auf den betroffenen Fl\u00e4chen ist der angestrebte Waldumbau der instabilen, einschichtigen Kiefernbest\u00e4nde nur schwer, beziehungsweise unter den gegebenen Arbeitsbedingungen teilweise gar nicht zu erreichen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Seit den 1980\u00b4er Jahren unternehmen die Berliner Forsten gro\u00dfe Anstrengungen, sie zur\u00fcck zu dr\u00e4ngen. Gute Erfolge in einzelnen Revieren stehen einer schwierigen Gesamtsituation gegen\u00fcber. Drastische Einsparungen im Bereich von Arbeitskr\u00e4ften und Maschinen schr\u00e4nken die betrieblichen Handlungsm\u00f6glichkeiten ein.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Waldbaurichtlinie der Berliner Forsten weist bereits im Jahre 1992 auf die waldbauliche Zielsetzung im Umgang mit der Traubenkirschenproblematik hin.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDie Sp\u00e4tbl\u00fchende Traubenkirsche muss aus \u00f6kologischen und waldbaulichen Gr\u00fcnden aus den Best\u00e4nden verdr\u00e4ngt werden, damit sich W\u00e4lder entwickeln k\u00f6nnen, die einen horizontalen und vertikalen Strukturreichtum besitzen, mit standortheimischen Baum- und Straucharten bestockt sind und eine entsprechend dem Standort und dem Bestandesalter gut entwickelte Krautschicht aufweisen\u201c.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die mechanische Bek\u00e4mpfung ist insgesamt betrachtet praktisch wirkungslos, weil Wildverbisse nach Nachwuchs heimatlicher Pflanzen verhindern, w\u00e4hrend die Traubenkirsche ungehindert nachwachsen kann, weil sie von Wildtieren nicht gefressen wird. Au\u00dferdem weist er darauf hin, dass sich die heutigen Kiefernbest\u00e4nde vielerorts auf einstigen Standorten nat\u00fcrlich vorkommender Mischwaldbest\u00e4nde befinde und diese &#8222;Monokuluren&#8220; der Traubenkirsche genug N\u00e4hrstoff- und Wasservorr\u00e4te \u00fcbriglassen, damit diese eine Nische besetzten und sich (erneut) erfolgreich ausbreiten kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verbl\u00fcffend, und wohl auch der wohl in Vergessenheit geratenden Beschreibung von Herrn Schmook entsprechend, ist ein Positivbeispiel aus dem Revier Dachsberg des Grunewaldes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter Punkt 2 Bek\u00e4mpfung befallener Fl\u00e4chen \/ mechanische Bek\u00e4mpfung schreibt er:<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top; text-align: justify;\">\n<blockquote><p><em>Erfolgreicher Waldumbau der instabilen &#8222;Kiefernheiden&#8220; zur Mischwaldentwicklung im Revier Dachsberg nach 25 Jahren. Die Naturverj\u00fcngung aus <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=164\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eiche<\/a>, <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=3031\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Buche<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.baumkunde.de\/Carpinus_betulus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hainbuche<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ulmen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ulmen<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ahorne\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ahorn<\/a>, <a href=\"https:\/\/forst-grunewald.de\/?page_id=190\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Linde<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelbeere\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eberesche<\/a> und anderen heimischen Baumarten hat die neue Laubmischwaldgeneration gebildet und l\u00f6st die historischen Kiefernbest\u00e4nde ab. Eine wichtige Voraussetzung daf\u00fcr stellte die verbissfreie Entwicklung der Naturverj\u00fcngung dar, die nach der Rodung der sp\u00e4tbl\u00fchenden Traubenkirsche die unvermeidlich nachkeimenden Traubenkirschen &#8211; Jungpflanzen und Stockaustriebe mit der Zeit \u00fcberw\u00e4chst und ausgedunkelt. F\u00fcr diese &#8222;Verbissfreiheit&#8220; sorgen seit Jahrzehnten die zahlreichen Hauptstadt &#8211; Hunde dieses ca. 1.000 ha gro\u00dfen Hundeauslaufgebietes. Prinzip: &#8222;Domestizierte W\u00f6lfe als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4dator\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pr\u00e4datoren<\/a>&#8222;. Die Kosten f\u00fcr Gatterbau und Pflanzung entfallen somit g\u00e4nzlich. So lassen sich Waldgebiete umbauen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<\/td>\n<td style=\"text-align: left; vertical-align: top;\">\n<p><figure style=\"width: 278px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.prunus-serotina.eu\/Prunus-serotina%20deutsch\/00.%20wurst.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"http:\/\/www.prunus-serotina.eu\/Prunus-serotina%20deutsch\/Bild%2009%20Dachsberg%2002.jpg\" alt=\"\" width=\"278\" height=\"209\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a href=\"http:\/\/www.prunus-serotina.eu\/Prunus-serotina%20deutsch\/00.%20wurst.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.prunus-serotina.eu<\/a> \/ Revierf\u00f6rster Andreas Constien<\/span><\/figcaption><\/figure><\/td>\n<td style=\"text-align: left; vertical-align: top;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Andreas Constien im <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/berliner-wald-tag-1-der-wald-und-lauter-baeume\/12461748-2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tagesspiegel vom 22.10.2015<\/a>:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eSehen Sie die Verj\u00fcngung, die Durchmischung\u201c, ruft Constien. Ich sehe B\u00e4ume. Manche haben glatte Haut. Andere haben Furchen. Sind dick, d\u00fcnn, gro\u00df, klein, mit Nadeln, mit Bl\u00e4ttern. \u201eFr\u00fcher war hier C-h-a-o-s. Ein Dschungel. Alles voll mit dieser Traubenkirsche, diesem Parasiten. Dann kam der Constien und hat d-u-r-c-h-g-e- f-o-r-s-t-e-t.\u201c Also gezielt B\u00e4ume gef\u00e4llt, damit andere Platz zum Wachsen haben.<\/em><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein interessanter Sachverhalt, wie Hundeauslaufgebiete als effektive Steuerungsm\u00f6glichkeit zum Waldschutz eingesetzt werden k\u00f6nnen, um einen Kiefernwald durch einen Mischwald zu ersetzten. 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