Wasserqualität

Übersicht:

  • 1999-07-14  Berliner Zeitung – Der Grunewaldsee ist als erster gekippt:

Die Hitze und die starken Regenfälle der letzten Tage haben dafür gesorgt, daß sich die Wasserqualität der Badeseen mitunter erheblich verschlechtert hat. Im Grunewaldsee sollte derzeit nicht mehr gebadet werden. An der Badestelle hat das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (Lagetsi) bei einer Routineuntersuchung erhöhte Werte von Coli-Bakterien und E.coli festgestellt. „Das Baden im Grunewaldsee ist derzeit zwar nicht lebensbedrohlich aber unverantwortlich“, sagte Lagetsi-Sprecher Robert Rath am Dienstag. „Es ist zwar noch kein Badeverbot, aber die Wasserqualität hat den EU-Grenzwert überschritten.“ Es ist das erste Mal in diesem Jahr, daß das Amt eine derartige Warnung ausspricht. Das Wasser im Grunewaldsee würde nun täglich kontrolliert, sagte Rath… Die festgestellten Bakterien werden von Menschen und Tieren ausgeschieden… Bei warmem Wetter würden besonders viele Badegäste an die Seen gelockt, sagte Rath. „Die Menschen müssen noch nicht einmal ins Wasser pinkeln, um es zu verunreinigen. Hautschuppen allein würden schon reichen, um das Bakterienwachstum im Wasser zu beschleunigen“, sagte Rath weiter. Die starken Regenfälle würden dann zusätzlich organische Stoffe, wie etwa Blattläuse oder Hundekot, in die Seen spülen, erklärte Rath. Ob die hohe Bakterienzahl im Grunewaldsee jedoch daher stammt, daß der See an einem Hundeauslaufgebiet liegt, wollte er nicht bestätigen.

  • 2000-04-28 Tagesspiegel, Die Seen sind noch sauber – Überblick über die Wasserqualitäten:

Die Wasserqualität an den Berliner Badestellen ist nach Einschätzung des Landesamtes für Gesundheitsschutz (Lagetsi) derzeit überall hervorragend oder gut. Es bestehen nirgends Badeverbote. Im Laufe der Saison kann sich das aber noch leicht ändern, etwa, wenn Schmutz vom Regenwasser in die Seen gespült wird. Das Amt misst die Gewässer während der Saison im Abstand von 14 Tagen…
Im Folgenden ein Überblick über die aktuellen Messwerte:… Grunewaldsee, Westufer: gut; Krumme Lanke: gut;… Schlachtensee: hervorragend…

  • 2001-05-22 Berliner Zeitung, Nur der Halensee ist nicht ganz klar:

Der Halensee führt wieder einmal die Negativ-Statistik an. Die Gesundheitsexperten des Landesamtes für Gesundheitsschutz (Lagetsi) empfehlen, in diesem See vorübergehend nicht zu baden… Alle Seen haben von den Prüfern der Senatsgesundheitsbehörde grüne und gelbe Punkte zur Bewertung der Wasserqualität bekommen. Die Gesundheitsexperten bewerten das Wasser dieser Seen mit gut bis akzeptabel. Nur für den Halensee gilt das nicht. Er trägt in der Statistik einen roten Punkt. „Es liegt an der Kessellage dieses Sees“, sagt Rath… „Es wird keiner krank, wenn er dort jetzt badet“, sagt Rath. In diesem Fall hätten die Gesundheitsexperten dem See einen schwarzen Punkt verpasst und dort ein Badeverbot ausgesprochen. Ein solches Verbot hat es jedoch in den vergangenen Jahren nirgendwo in Berlin gegeben. Die Qualität des Badewassers hat sich in der Vergangenheit nicht maßgeblich verändert. „Wir müssen jedes Jahr drei- bis viermal vom Baden in einigen Seen abraten“, sagt Rath…
Besser geworden ist die Wasserqualität im Grunewaldsee,…

  • 2002-05-30 Tagesspiegel, Sauber, sauber: Ungetrübter Start in die Badesaison 2002:

Pünktlich zum Beginn des meteorologischen Sommers am Wochenende geben die Behörden grünes Licht für Berlins Badeseen…
Es gibt aber auch Sorgenkinder wie den Halensee und die Seenkette des Kleinen Wannsees. Wenn es länger gießt, spült der Regen in den durch seine Kessellage besonders betroffenen Halensee all das, was sich sonst auf dem Asphalt oder in der Kanalisation befindet: Reifenabrieb und Hundehaufen, Blattläuse und Urin, Benzintropfen und Speisereste. Und der Kreislauf beginnt: Biologisches Material verwest, Sauerstoff wird verbraucht, Fische sterben – und bedenkliche Keime vermehren sich. Durch solche Einspeisungen, aber auch durch rücklaufendes Wasser aus dem Teltowkanal ist die Wannseekette generell gefährdet – vor dem Baden dort wird grundsätzlich gewarnt; die Gewässer werden künftig nicht mehr untersucht. Diese schlechten Ergebnisse finden sich auch auf der jetzt vorgelegten EU-Badewasser-Karte, die sich allerdings auf das vergangene Jahr bezieht. Am Grunewaldsee, in den Strandbädern Grünau und Schmöckwitz, am Tegeler See, am Weißen See, am Halensee und Plötzensee, am Kleinen Müggelsee und an der Havel in Konradshöhe leuchtet es rot: Grenzwertüberschreitung. Der Pressesprecher des Landesamtes für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (Lagetsi), Robert Rath, gibt aber Entwarnung: Die Werte sagen über die aktuelle Wasserqualität nichts aus. „Wir melden die Berliner Ergebnisse nach Brüssel – und sobald wir einmal im Jahr einen Wert überschritten haben, taucht das Ergebnis generell als roter Wert in der Karte auf.

  • 2002-05-30 Berliner Zeitung, Berliner Seen schneiden im EU-Test schlecht ab:

Wenige Wochen vor der Badesaison hat die EU-Kommission den Berliner Badegewässern ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Nach den Daten der Brüsseler Behörde war die Qualität des Wassers im Jahre 2001 in neun der 19 Berliner Seen und Strandbäder unzureichend…
Eine unzureichende Wasserqualität hatten der Studie zufolge in Berlin die Badestelle Grunewaldsee, das Freibad Halensee, das Freibad Plötzensee, das Freibad Tegeler See, der Kleine Müggelsee. Außerdem wiesen das Strandbad Grünau, das Strandbad Wendenschloß sowie die Badestelle Konradshöhe/Bürgerablage und das Seebad am Weißen See mangelnde Qualität auf…
Das schlechte Abschneiden beim EU-Vergleich kann er [Robert Rath, Sprecher des Landesamtes für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (Lagetsi)]sich nicht so recht erklären. „Möglicherweise sind durch Regenfälle mehr Kleinstlebewesen wie Insekten und Blattläuse ins Wasser geraten und haben durch ihren Zersetzungprozess die Wasserqualität beeinträchtigt.“ Über Einleitungen von Chemikalien habe man keinerlei Erkenntnisse. Auch Verunreinigung durch Badegäste und auch Hunde, die sich in Berlin häufig im Wasser tummeln, fielen bei der Veränderung der Wasserqualität nur wenig ins Gewicht

  • 2002-11-27 Berliner Zeitung, Das Hundeauslaufgebiet im Grunewald soll verkleinert werden:

Berlins größtes Hundeauslaufgebiet soll erheblich verkleinert werden. Das wollen die Senatsverwaltung für Umweltschutz und die Berliner Forsten. Das Gebiet, das derzeit fast den ganzen Grunewald östlich der Avus umfasst, soll demnach auf einen 600 Meter breiten Streifen neben der A 115 verkleinert werden. Nicht mehr im Gebiet enthalten sind dann der Grunewaldsee, die Krumme Lanke und der Schlachtensee. Dort gilt dann ein Badeverbot für Hunde. „Es gab in der Vergangenheit immer Konflikte zwischen Hundehaltern und Erholung Suchenden“, sagt Marc Franusch, Sprecher der Berliner Forsten. Auch zwischen Joggern und Hundehaltern habe es wiederholt Auseinandersetzungen gegeben. Deshalb sei vorgeschlagen worden, das Auslaufgebiet um rund zwei Drittel zu verkleinern. „Entschieden ist aber noch nichts“, so Franusch. Dazu brauche man die Zustimmung der Bezirke. Sagen sie Ja, sollen im kommenden Jahr die neuen Grenzen gezogen werden. Der Baustadtrat von Steglitz-Zehlendorf, Uwe Stäglin (SPD), lobt den Vorschlag. „Dieser Entwurf versucht, die unterschiedlichen Nutzungsansprüche der Grunewald-Besucher zu vereinen“, sagt er. Ein Badeverbot für Hunde sei auch im Sinne des Bezirks. „Diesen Wunsch hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben.“…
Anmerkung: Kein Hinweis, dass es durch Hunde zu Wasserverschmutzungen kommt. Es scheint sich hier lediglich um einen politischen Willen zu handeln.

  • 2003-06-06 Tagesspiegel, Berliner Seen sind sauberer geworden EU untersuchte Badegewässer: Qualität deutlich besser als 2002:

Als zufrieden stellend bewerteten die EU-Prüfer die Badestellen am Grunewaldsee

  • 2003-09-19 Morgenpost, Badeverbot für Halen- und Grunewaldsee:

Schwimmen soll im Halen- und Grunewaldsee künftig verboten werden. Das sieht die neue Badegewässerverordnung des Senats vor, die gestern dem Rat der Bürgermeister vorgestellt wurde…
Auch der Grunewaldsee werde bei starken Regengüssen über die Zuflüsse aus Diana- und Hundekehlensee sowie den Hundekehlegraben zu stark mit Schadstoffen und Bakterien angereichert. Bergfelder: „Wenn wir bei der Wasserqualität für Badeseen die EU-Richtlinien nicht einhalten, drohen erhebliche Geldbußen.“ Um das zu vermeiden, will die Senatsverwaltung auch den Grunewaldsee mit Badeverbot belegen. Durch das Badeverbot könne sich dort der Uferbereich wieder regenerieren. Dadurch bestünde Hoffung, dass sich die Wasserqualität verbessert.
Anmerkung: Die Hunde am Grunewaldsee waren demnach nicht die auslösende Ursache, um den Grunewaldsee als Badegewässer zu streichen!

  • 2004-05-23 Tagesspiegel, Baden in zwölf Berliner Seen verboten:

Aus Angst vor Bußgeldern aus Brüssel hat Berlin das Baden in zwölf Badeseen dauerhaft verboten – darunter der Grunewald und der Halensee. Alle Gewässer, bei denen die Wasserqualität nach EU-Vorschriften nicht garantiert werden kann, wurden aus der Badegewässerverordnung gestrichen. Damit gilt hier ein generelles Badeverbot. Der Senat muss deshalb auch den Verschmutzungsgrad dieser Seen nicht mehr regelmäßig prüfen und die Werte nach Brüssel melden.
Die EU-Richtlinien für die Qualität von Badegewässern gelten zwar schon lange, aber erst jetzt scheint Brüssel sie auch anwenden zu wollen, fürchtet der Senat. Für jeden Tag, den die Verschmutzungen über den Maximalwerten liegen, könne Brüssel ein Bußgeld in fünfstelliger Höhe gegenüber der Bundesregierung verhängen, das diese sicherlich an Berlin weiterreichen werde, sagte der Sprecher des zuständigen Landesamtes für Gesundheit und technische Sicherheit (Lagetsi), Robert Rath…
Wer trotzdem badet und erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 35 Euro rechnen…
Alle zwei Wochen misst der Senat die Wasserqualität an den Badestellen, Sorgenkind war der Halensee schon in der Vergangenheit. Vergangenen August wurde er sogar kurzfristig gesperrt, weil die Konzentration an Fäkalkeimen den Grenzwert überschritten hatte. Nach wenigen Tagen reguliere sich das Gewässer von selbst, sagte Rath.

  • 2006-08-23 Berliner Wasserbetriebe, Havelwasser fließt gereinigt in die Grunewaldseen:

Die Berliner Wasserbetriebe halten die Grunewaldseen Schlachtensee, Waldsee, Krumme Lanke, Riemeisterfenn und Grunewaldsee nicht nur voll, sondern auch klar. Seit 1913 füllen sie die über Gräben verbundenen Seen vom Schlachtensee aus mit Wannseewasser auf, das seit 1981 auch noch zusätzlich von Phosphorverbindungen befreit wird… Heute sind die Grunewaldseen wieder klar und sauber.

  • 2010 Bericht Berliner Röhrichtschutzprogramm

Betrachtet man die einzelnen Gewässer separat, so sind zahlreiche Unterschiede erkennbar. Unterhavel und Müggelsee weisen mit Abstand die größten Röhrichtbestände auf. Da jedoch die Gewässer unterschiedlich groß sind, ist die mit Röhricht bestanden Fläche kein Vergleichskriterium. Dazu kann aber die mit Röhricht bestandene Fläche pro m Uferlänge dienen. Hier schneidet der Müggelsee mit knapp 12 m2 Röhricht pro m Uferlänge am besten ab, gefolgt von der wesentlich größeren Unterhavel und dem vergleichsweise kleinen Grunewaldsee…
Der Grunewaldsee hat als einziges untersuchtes Gewässer seinen Bestand seit 1953 kontinuierlich um 43 % vergrößert.

Der Grunewaldsee war in der Vergangenheit hoch eutroph, große Teile der Ufer mit Ausnahme des NSG waren durch Badenutzung und Hundeauslauf stark devastiert und bis auf den nordöstlichen Abschnitt so gut wie röhrichtfrei. Inzwischen hat sich die Wasserqualität deutlich gebessert und durch zahlreiche ältere Anpflanzungen vor 1990 gelang es, die Röhrichbestände fast zu verdoppeln. Die Anpflanzungen mussten hier vor allem landseitig durch Zäune vor Vertritt geschützt werden. Weitere Uferabschnitte können noch renaturiert werden. Vor allem ist eine deutliche Verbesserung des Uferzustands im Bereich des Hundeauslaufgebiets notwendig.

Anmerkung:
Schlachtensee und Krumme Lanke weisen im Verhältnis zum Jahr 1953 noch immer einen geringen Bestand an Röhricht auf.
Schlachtensee 1953 = 2,36 ha / 2010 = 0,88 ha
Krumme Lanke 1953 = 1,19 ha / 2010 = 0,37 ha

  • 2015-02-07 Fundstelle Webseite Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf / Baden und Hunde an Schlachtensee und Krumme Lanke:

Zuvor war auch der Grunewaldsee eine EU-Badestelle. Hier wurden die Badenden durch eine Vielzahl von Hunden „vertrieben“ und die kotanzeigenden Bakterien nahmen so zu, dass der Grunewaldsee nunmehr keine Badestelle mehr ist. Die verantwortlichen Dienststellen (siehe rechte Spalte) möchten sicherstellen, dass Schlachtensee und Krumme Lanke nicht die gleiche Entwicklung wie der Grunewaldsee nehmen.
Anmerkung: Das Widerspricht den o. g. Zeitungsmeldungen vom 19.09.2003 und 23.05.2004

  • 2015-02-07 Fundstelle Webseite Landesamt für Gesundheit und Soziales / Bäder und Badestellen in Berliner Gewässern:

Die Selbstreinigungsfähigkeit der Berliner Gewässer ist sehr hoch. Selbst ein langer heißer Sommer wie der im Jahr 2003 mit sehr vielen badenden Menschen im Wasser macht den Berliner Badegewässern nicht viel aus…
Dennoch kann jeder einzelne dazu beitragen, dass Belastungen gering bleiben. Hunde verrichten ihre Notdurft niemals beim Schwimmen im Wasser. Das sollte auch für uns Menschen gelten. Wer überdies es auf sich nimmt, statt in die Büsche in das nächste Toilettenhäuschen zu gehen, schont seine Badestelle, denn so können beim nächsten Regen Urin und Kot nicht ins Gewässer eingespült werden. Abfall und Essensreste gehören in Abfallkörbe. Und wer Schilfgürtel und Röhricht meidet, erhält die natürlichen Filter des Gewässers.

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