Olympischer Marathon 1936

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Ich weiß nicht genau, Olympische Spiele 1936 ist ein schwieriges Thema, schließlich wurden die Spiele als Propagandamittel des Nationalsozialistischen Regimes missbraucht und mehr. Das Thema einiger meiner Webseiten sind jedoch zum einen weitläufig der heutige bzw. frühere GruneWald, und zum anderen das Laufen in Berlin. Also habe ich mich mal etwas umgeschaut und doch einiges entdeckt, was dem zuzuordnen ist. Zum einen das Olympiastadion (etwas Baukörperversetzt befand sich dort vorher das Grunewaldstadion (Kaiser-Wilhelm-Stadion)) mit Trabrennbahn und außerdem fand bei den Olympischen Spielen 1936 auch ein Marathonlauf statt. Über das Olympiagelände, welches heute den Namen „Olympiapark Berlin“ trägt, habe ich hier einen eigenen Bereich eingerichtet und über den Olympischen Marathonlauf hier an dieser Stelle.

Nachfolgend jene Dinge, welche ich bisher über diesen Lauf zusammentragen konnte:

  1. E1936 Aug 01 - Eröffnung O-Spiele, LZ129 Hindenburgröffnungsfeier/Luftschiff Hindenburg:
    Hier ein Foto vom Luftschiff Hindenburg, aufgenommen am 01. August 1936, dem Eröffnungstag der Olympische Sommerspiele in Berlin. Das Foto hat zwar mit dem Lauf nichts zu tun, aber ich finde das vermutlich spontan aufgenommene Bild sehr ausdrucksstark und ordne ihm aus meiner Laienperspektive einen historischen Wert zu. Zufälligerweise habe ich in meinem Archiv vom 25 km Lauf 2007 ein Bild, welches ich von einem ähnlichen Standort aus aufgenommen habe. Dieses Bild habe ich in Graustufen umgewandelt und als Standortvergleich mal daneben gestellt.
    1936-08-01 Hindenburg Olympiastadion kleinDas Luftschiff war zu diesem Zeitpunkt noch brandneu. Seine Jungfernfahrt erfolgte am 04. März 1936. Nur kurze Zeit später, am 06. Mai 1937, wurde es beim Landeanflug in Lakehurst/USA zerstört. Vermutlich führte eine durch eine Gewitterfront hervorgerufenen statische Aufladung zu einem Feuerausbruch seiner hochexplosiven Wasserstofffüllung.  Damit endete leider auch die Ära der Luftschiffe. Aber wer weiß, ob die Verknappung von nicht erneuerbaren Energien nicht doch eines Tages zwangsläufig zur Rückkehr von Segel- und Luftschiffen führen wird, Erdöl ist schließlich ein zu wertvoller Stoff, um es einfach nur zu verbrennen. Die Faszination an den Luftschiffen besteht jedenfalls auch heute noch, wie auch das leider unglückliche Beispiel Cargolifer mit seiner riesigen Werfthalle (heute als Spaßbad „Tropical Islands“ genutzt)  im Brandenburgischen Brand gezeigt hat.
    Was mir zu diesem Motiv noch einfällt ist, dass es Orte gibt, welche sich nicht oder kaum verändern und bei denen man „Zeit“ in einer gewissen Weise „erleben“ kann. Dazu gehört etwa das Olympiastadion, oder aber zum Beispiel auch die Pfaueninsel. Nun gut…!
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  2. D1936 Marathonstreckeie Marathon-Strecke:
    2:29:19,2 Stunden – Neuer Olympischer Rekord!
    Das klingt, bezogen auf die heutigen Spitzenzeiten der männlichen Laufelite von rd. 2:05 – 2:10 Stunden, nicht unbedingt schnell. Allerdings hat es die damalige Olympische Strecke auch in sich. Das Olympiastadion liegt auf dem „Breite Berg“ bzw. „Pichelsberg“ und an der Havelchaussee geht es über den „Karlsberg“ am Grunewaldturm, welcher damals noch „Kaiser-Wilhelm-Turm“ hieß, vorbei und die ganze Strecke dort hoch und runter. Dort aber wenigstens im Schatten. Dann kam die AVUS, eine Betonstrecke in der Sonne ohne Schatten und dann das ganze wieder zurück. Diese Strecke kostete also viel Kraft und die Zielzeiten sind dafür eigentlich umso bemerkenswerter.
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  3. Laufbilder
    Hier querbeet einige Aufnahmen.

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  4. Damalige offizielle Berichterstattung aus der „Olympiazeitung“ vom 10. August 1936:
    Marathonsieg des Japaners Son in Rekordzeit

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  5. D1936 Marathon deutscher Läuferie deutschen Läufer
    Am Lauf haben drei deutsche Läufer teilgenommen. Laut German Road Races „Die Historie der Marathon-Meisterschaften des DLV“ beendete Franz Barsicke den Lauf nach 9 km infolge eines Muskelrisses und Paul de Bruyn nach 34 km wegen Erschöpfung. Laut Wikipedia gab de Bruyn an, er sei mit der ihm fremden Disziplin im deutschen Trainingslager, die Kasernierung und viele Waldläufe beinhaltete, nicht zurechtgekommen. Der dritte deutscher Läufer erzielte in 2:59:33,4 Stunden den 29. Platz. Im Internet wird sein Name unterschiedlich genannt: Ernst Braesicke bei German Road Races (1 und 2) und Wikepedia (3) und Eduard Bräsecke bei Wikipedia (4) und SR (5 und 6).
    Nebenstehend habe ich hier ein Streckenfoto eines deutschen Läufers vom Olympischen Marathon 1936 beigefügt, bei welchem es sich entweder um Barsicke oder Braesicke/Bräsecke handelt. Zwei Fotos von Paul de Bruyn nach seinem Sieg beim Boston-Marathon 1932 finden sich bei flickr, hier und hier.
    Bemerkenswert ist, dass die deutschen Läufer in der Berichterstattung der Olympiazeitung (siehe 4.) unerwähnt bleiben, so dass ich anhand dieser Original-Quelle nichts in Erfahrung bringen konnte und auch in den bei YouTube eingestellten Videosequenzen der Riefenstahl-Filme habe ich keine Erwähnung über die deutschen Läufer gefunden.
    Wer etwas beitragen kann, so freue ich mich unten über einen Kommentar oder über eine eMail.
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  6. Die drei ersten Sieger
    1. Kee Chung-sohn (japanisierter Name Kitei Son) (Japan/Korea) in 2:29:19,2 Stunden (Olympischer Rekord, erstmals unter 2:30 Stunden)
    2. Ernest Harper (Großbritannien) in 2:31:23,2 Stunden
    3. Shoryu Nan (Japan) in 2:31:42,0 Stunden
    Lesenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Artikel „Wie „Kee Chung-sohn“ als „Kitei Son“ Olympisches Marathon Gold 1936 in Berlin gewann…“ aus dem Jahre 2002 von Horst Milde, dem Begründer und von 1974 – 2003 Hauptorganisator des heutigen Berlin-Marathon.

Weiterführend:

 

 

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