Kiesgrube Postfenn

2013-08-24 Kiesgrube Postfenn 065 gross - hintergrund

Steinblöcke mit Graffiti in der ehemaligen Kiesgrube am Postfenn

Die ehemalige Kiesgrube am Postfenn liegt an der „Alten Spandauer Poststraße“ /Ecke Straße Am Postfenn ist eine sehr schönes, kleines Laufgebiet. Hier trifft die Bezeichnung „Cross“ wirklich zu.

Sowohl die Strecke durch die Grube, als auch der Weg oben am Rand entlang, ist zum Teil sehr schwieriges Gelände. Insbesondere auch, weil überall Stein-Schutt herumliegt.

Das Gebiet ist nicht sehr belaufen und ich habe schon Läufer kennengelernt, welche jahrzehntelang durch den Grunewald traben, dort aber noch nie gewesen sind.

Nun ja, wer die Grube kennt, der schätzt sie auch.

Im Gegensatz zur ehemaligen Kiesgrube am Teufelssee, ist diese Grube nicht „naturgärtnerisch“ angelegt. Es handelt sich um eine geschütze Biotopfläche und die Botanik in diesem Gelände entwickelt sich selbst.

Ein seit seiner Kinderheit in der Siedlung Heerstraße wohnender Anwohner hat mir erzählt, dass die Kiesgrube von den Allierten (Britten?) genutzt wurde. Diese sind dort mit Panzern gefahren. Die Panzer kamen u.a. von der Teufelsseestraße und fuhren zwischen dem Wohngebiet Tannenbergallee und Stallupöner Allee und dem Nordrandes des Teufelsberges (Drachenberg) hinunter und zerflügten dort alles. Dem Beitrag eines Foristen aus dem Jahre 2007 zufolge, sind „Hinweise dazu im Buch „Alliierte in Berlin 1945-1990“ auf Seite 461 Bild oben zu finden. Dort gezeigt wird die Bergung eines schadhaften Kraftfahrzeuges, im Hintergrund ist die Horchanlage Teufelsberg zu sehen„.

Im Frühjahr 2008 hatte sich in dem Biotop ein kleiner Teich gebildet. Im August 2013 war dieser aber wieder verschwunden. Allerdings ist es möglich, dass sich während feuchter Jahreszeiten dort wieder Wasserstellen bilden.

Am oberen Rand befanden sich im August 2013 zahlreiche von einer Imkerei aufgestellte Bienenkästen. Man kann dort aber gefahrlos vorbei laufen. Sie tun einem nichts. Bitte die Häuser nicht beschädigen. Bei dieser Gelegenheit auch hier der Hinweis: Bienen sind in Deutschland gefährdet.

Die Bienenhäuser stehen an einer Stelle, an der sich auf dem Boden noch die Reste einer ehemaligen Fahrstraße für die LKWs befinden, welche früher in die Grube hinab führte. Folgt man der Wegführung, so kommt man an einen Platz, auf dem mehrere Betonblöcke abgelegt sind. Woher diese stammen, weiß ich leider nicht. Über die Betonblöcke habe ich eine eigene Graffiti-Galerie angelegt. Anfang 2014 hat die Forstverwaltung die Blöcke jedoch zum schreddern abfahren lassen. Der Grund war, dass dort die ganze Nacht hindurch zu viele „Partys“ gefeiert wurden, mit Lagerfeuer, lauter Musik und am nächsten Tag mussten die Forstmitarbeiter dann bis zu 2o Kästen Bier, Scherben und Müll enstorgen lassen.

In der Zwischenzeit haben sich Urbankünstler neben den ehemaligen Betonblöcken einen „Affenfelsen“ geschaffen. Teilweise mit hübschen Natur-Ornamenten. Auch dazu habe ich eine eigene Galerie angelegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

3 Kommentare

  • Andreas Utz-Lentzsch

    Hallo Herr Gerber, ich wollte mich schon immer mal für die tolle web-site bedanken. Als alter Grunewaldfan (Läufer,Biker und Nachtwanderer) bin ich durch Ihre Seite auf manche Information gekommen, die ich sonst nicht hätte. Jetzt aber zum Thema Kiesgrube Postfenn: Nachdem im letzten Sommer dort wilde Feten gefeiert wurden und ein Kühlschrank mitten im Fenn lag, hat der zust. Revierförster Micknaus auf unsere Anzeige hin dort „Tabula Rasa“ gemacht und alles- auch die Steine oben entfernt. Bleibt abzuwarten was dort jetzt passiert. Viel wird dort jedoch nicht mehr passieren, da der Wald an der Grenze Jagen 132 zur alten Poststraße großzügig gerodet wurde. Ich bin der Meinung, dass man so mit dem Wald nicht umgehen kann – sehen Sie doch mal was Constien im Riemeisterfenn gemacht hat – ohne Worte. Vielleicht sollten Sie auf Ihrer schönen Seite auch mal auf die Negativseiten unserer lieben Forstverwaltung hinweisen und vielleicht könnten wir ja zusammen etwas unternehmen – eine Beschwerde bei der Senatsverwaltung für Umweltschutz oder so?? Auch die Herren Kilz und Franusch haben taube Ohren… Es würde mich freuen von Ihnen zu hören.
    (ein paar Bilder und Filme können Sie auf meiner Facebookseite ( Facebook Andreas Utz Band oder You Tube Seite Andreas Utz ) sehen. Vielen Dank und weiterhin viel ungetrübt Freunde im Revier – Andreas Utz

  • Uwe

    Hallo Andreas,

    vielen Dank für Dein Lob für diese Webseite.

    Was die sehr umfangreichen Fällaktionen betrifft, so gab es am 14.02.2014 einen Artikel im Tagesspiegel „Mit der dicken Säge durch die Wälder von Berlin„. Ich kann die Notwendigkeit dieser Aktionen mangels Fachwissen nicht beurteilen. Was mir jedoch auffällt, ist die Zerstörung von Wegen und Waldbodenflächen durch Traktoren und offenbar auch großen Raupenfahrzeugen. Bisher von mir bemerkt im südlichen Bereich der Pichelsberge/Am Postfenn, aber auch ganz massiv am Dachsberg bei Schildhorn. Auch auf dem Schildhornrücken wurden viele Bäume gefällt. Und wenn Du jetzt noch auf die Wege beim Riemeisterfenn hinweist, so habe ich das bisher noch nicht gesehen, kann es mir aber vorstellen.

    Etwas dagegen unternehmen möchte ich nicht, dies ist nicht meine Sache. Der Arbeitstitel der Seite lautet „Der GruneWald im Spiegel der Zeit“ und dabei möchte ich es belassen. Aber ich werde demnächst etliche Bilder machen und dann die Serie einfach mal im „Nachrichten-Wald“ veröffentlichen.

    Was mir noch dazu einfällt: Früher waren im GruneWald wohl Pferde bei Baumfällungen im Einsatz, was auch den Waldboden geschont hat. Aber das ist mittlerweile wohl Geschichte.

    Herzliche Grüße

    Uwe

  • Uwe

    So Andreas, hier bitte:
    Waldpflege

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