Breite See

Dieser Abschnitt ist markant. Passiert man in Fließrichtung der Havel, also aus Spandau kommend, unmittelbar nach dem Pichelssee „Die Gemünde„, so eröffnet sich einem eine Breite See.

So wurde dieser Havelabschnitt auch in einer Generalstabskarte aus dem Jahre 1816 benannt. In allen folgenden mir vorliegenden Karten hat dieser Havelabschnitt keinen eigenen Namen, jedoch ist der Name “Gatower See” etabliert, was aber nicht so recht zutreffend ist, weil sich das Dorf Gatow weiter südlich, gegenüber Kuhhorn, befindet. Das am Breite See befindliche Havelufer zwischen Gatow und Weinmeisterhorn, bekannt als der Seeburger Zipfel, dort wo ca. zwischen 1909-1914 der Berliner Chemiefabrikant Emil Beringer auf seinem Grundstück im Rahmen einer Gartengestaltung sein Jaczowtürmchen mit dem Wappen des mythologischen Adelsgeschlechts der Beringer über seinem Eingang errichtete, gehörte sogar bis zum Gebietstausch per 31. August 1945 zur Gemeinde Seeburg, mithin wäre auch „Seeburger See“ nicht ganz unzutreffend. Praktisch ist die Havel aber auch an dieser Stelle kein See und kommt der „Wasserwegler“ aus dem Gemünde, so eröffnet sich ihm „die Breite See„. Von daher habe ich mich entschieden, diese Seite auch so zu benennen.

Ich habe an diese „Breite See“ aus dem 60/70iger Jahren auch Kindheitserinnerungen. Denn wenn meine Eltern mit mir aus Scharfe Lanke kommend mit unserem kleinen KanadierMops“ am Wochenende zum Strand nach Schildhorn fahren wollten, dann mussten wir immer diese „Breite See“ überqueren, wir mussten also über die Fahrrinne und das war damals mit dem kleinen Boot eine ziemlich aufregende Sache, weil früher dort sehr reger Berufsschiffsverkehr herrschte. Und aus meinen Kinderaugen betrachtet, waren die Frachtschiffe und die Ausflugsdampfer im Gegensatz zu unserem kleinen Böötchen riesige Schiffe, die mit hoher Geschwindigkeit durch die Fahrrinne rauschten und außerdem noch erheblichen Wellengang verursachten, so dass unser Mops ganz schön ins schaukeln kam. So war ich dann jedes Mal froh, wenn wir endlich die Fahrrinne hinter uns hatten. Aber: Vor allen Dingen die hübschen weißen Ausflugs-Dampfer haben mich beeindruckt, daraus resultiert jetzt meine Webseite berliner-dampfer.de.

In diesem Zusammenhang auch lesenswert: “Erinnerungen an die Scharfe Lanke und Umgebung

 

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