Roteiche

Die Roteiche ist eine in Nordamerika heimische Laubbaumart aus der Gattung der Eichen.

In Mitteleuropa wird die Roteiche seit Anfang des 18. Jahrhunderts – aufgrund ihrer attraktiven Blattform und ihrer hübschen Herbstfärbung – häufig als Park- und Alleebaum angepflanzt. Als Datum der Ersteinführung werden 1691 oder 1724 genannt.

In weiten Teilen Europas wird sie auch forstwirtschaftlich genutzt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Roteiche als Ersatz für die einheimischen Eichen-Arten angepflanzt, die durch Fraßschäden sehr dezimiert wurden. Dadurch entstanden teilweise selbstvermehrende Roteichenbestände, und durch die Verbreitung durch Eichelhäher kann die Roteiche weitere Gebiete besiedeln.

In den deutschen Wäldern nimmt die Roteiche nach den Ergebnissen der Dritten Bundeswaldinventur von 2012 einen Flächenanteil von 0,5 Prozent ein.

Alexander Schmook, Grunewaldforstmeister von 1929-1933, schreibt auf Seite 12:

An einigen Wegen und Gestellen gab es auch alte Kastanien- und Roteichenbestände…

Ebenso erwähnt er auf Seite 27 ein „Roteichenvorwuchshorst von 100 Quadratmetern“ bei Paulsborn:

„Im Stacheldrahtzaun befand sich ein Loch. So oft wir dieses flickten, stets wurde es wieder neu geöffnet. Die Roteichen und die Dickung dahinter waren eben eine gar zu schöne „Liebeslaube““.

Und auf Seite 191/192 erwähnt er Roteichen in der Nähe der Avus, auf der Seite zum Grunewaldseee hin.

Daraus lässt dich schließen, dass es seit mindestens 100 Jahren Roteichen im Grunewald gibt.

Heute versuchen die Berliner Forsten die Roteiche aus den Berliner Wäldern zu verdrängen:

10.04.2015 Tagesspiegel – Nicht heimisch genug – Roteichen im Grunewald gefällt:

Die Forsten begründen die Aktion damit, dass die großkronige Roteiche „eher fremd“ in den heimischen Wäldern sei. Der Baum, auch an Straßenrändern weit verbreitet, spende viel Schatten und nehme im Wald anderen jungen Bäumen das Licht. Er wirke auf Insekten abstoßend, passe nicht ins heimische Ökosystem, mache die Wälder steril.

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