Corona Aerosole: Bitte um Aussprache von Verhaltens- und Abstandsregelungen für Laufsportler im öffentlichen Raum

 

Am 19.04.2020 an das Robert Koch Institut:

Sehr geehrte Damen und Herren,
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ich bitte Sie, den Sachverhalt zu überprüfen und bis auf Weiteres wenigstens die Empfehlung auszusprechen, dass aktive Laufsportler im Freien einen weitaus größeren Sicherheits-Abstand als 1,50 Meter gegenüber Mitmenschen einhalten sollen.
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Mit freundlichen Grüßen
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Uwe Gerber
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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beziehe mich auf eine Studie und Presseveröffentlichungen, wonach 2 Meter Abstand für Jogger bzw. speziell Laufsportler von ihren Mitmenschen nicht ausreichend sind. Empfohlen werden Abstände von bis zum 20 Metern:

Ich bitte Sie, Laufsport zu verbieten. Oder wenigstens nur in der Nacht zu erlauben, also etwa ab 23:00 Uhr bis 05:00 Uhr.

Verschiedentlich wird darauf hingewiesen, dass man in den Grunewald ausweichen soll. Das ist mitnichten zweckmäßig. Denn niemand „beamt“ sich mitten in den Wald. Jeder, der in den Wald will, nutzt bestimmte Zufahrtswege, zum Beispiel von den S-Bahnhöfen kommend (z.B. Heerstraße/Grunewald). Diese sind manchmal 4 Meter breit, oftmals aber auch nur 2 Meter oder darunter.

Läufer nehmen auch keine Rücksicht. Kein Läufer weicht auf einem nur 2 Meter breiten Waldweg aus. „Anhalten“ oder eine „Gehpause“ sind für viele Läufer ein Ding der Unmöglichkeit, insbesondere für Leistungsläufer. Es kann aber nicht sein, dass sich normale Fußgänger, die sich zum Teil aus meiner Sicht auch aus höherwertigen Gründen im Wald aufhalten, wie etwa Eltern mit Kinder oder Menschen zum Hundeauslauf, zum platzmachen in den Wald springen müssen. Abstand haben nach meinem sozialen Verständnis Menschen einzuhalten, die sich zur eigenen Bedürfnisbefriedigung schnell bewegen und nicht jene, die sich (nur) langsam bewegen (können).

Ich selbst habe viele Jahre lang intensiv Laufsport betrieben und war mehrfacher Marathonläufer. Ich verstehe das Bedürfnis von (ambitionierten) Läufern. Aber jetzt ist eben nicht die Zeit für Laufsport, nicht auf dem Sportplatz aber auch nicht auf Bürgersteigen und auch nicht im Wald.

  • Wenigstens ein deutlicher Apell ist wünschenswert, dass Sie, sehr geehrte Senastsverwaltung, Ihre Pressemitteilung „Abstandhalten – auch beim Waldspaziergang“ vom 20.03.2020 den neuen Erkenntnissen anpassen und konkretisieren und entsprechende Hinweise auch an den Zugangswegen im Wald anbringen.

Im Prinzip betrifft dies auch Leistungsradsportler. Hier sehe ich ein Verbot jedoch zurückhaltender, weil ein Fahrrad nicht nur ein Sportgerät, sondern auch ein Fortbewegungsmittel ist – und zwar ein sinnvolleres als öffentliche Verkehrsmittel.

  • Von daher bitte ich Sie, jeweils für Laufsportler und Radsportler Verhaltensregeln auszusprechen, bzw. notfalls Laufsport tagsüber (etwa von 06:00 Uhr bis 23:00 Uhr  – die Verbotszeiten für Sport im Freien in Frankreich von 10 Uhr – 19 Uhr sind unzweckmäßig) im öffentlichen Raum zu verbieten.

Mit freundlichen Grüßen

Uwe Gerber

Gutes Interview:

Deutschlandfunk:
Joggen in der Coronazeit „Halte mehr Abstand, als du es normalerweise tun würdest“