Rund um den Wutzsee in Lindow

Sonnabend, 03. September 2011, Pause beim NOFV Länderpokal 2011 im Sportzentrum Lindow.

Die 94er Berliner-Jungen hatten am Vormittag ihr erstes Spiel und das zweite ist erst für den Nachmittag angesetzt. Was machen die Eltern? In Lindow essen gehen und dann eine 7,5 km-Runde um den Wutzsee laufen. Beides sehr zu empfehlen.

Ausgangspunkt Lindow, Gasthaus Klosterblick (sehr freundliche Bedienung und hervorragende Küche!) und dann im Uhrzeigersinn einmal um den Wutzsee herum:

Staakener Bilder zum 13. August 1961

Heute vor 50 Jahren begann in Berlin der Mauerbau. Anlässlich eines B-Jugend-Bundesliga-Spiels zwischen Hertha BSC und Tebe heute Mittag im Amateurstadion, wurde zum Beginn der zweiten Spielhäfte für die an der Mauer ermordeten Menschen eine Gedenkminute gewidmet.

1961 war ich noch nicht geboren, so dass ich als „West-Berliner-Junge“ „mit der Mauer“ aufgewachsen bin. Meine Kindheit verbrachte ich in Spandau bzw. in Staaken und wer es ganz genau wissen möchte: Im Pinneberger Weg. Damals war dort alles noch sehr ländlich. In der Nähe meines Zuhauses waren Felder und sogar noch zwei Bauernhöfe. Einer lag am Bahnübergang Brandwerder (Spandauer Straße/Magistratsweg) und dort konnte man frische Milch kaufen. Heute gibt es diesen Bauernhof natürlich nicht mehr und auch nicht mehr den Bahnübergang, denn der Magistratsweg wurde schon vor langer Zeit mittels einer Unterführung unter die Gleise verlegt. In der Zeppelin-Grundschule in der Gartenstadt Staaken verbrachte ich meine ersten sechs Schuljahre. Die Mauer verlief zwar nicht vor unserer Haustür, aber doch so in der Nähe, dass ich sie mit meinem Fahrrad in einer Viertelstunde erreichen konnte. Am ehemaligen S-Bahnhof Staaken befand sich eine Straßenbrücke über die Fernbahngleise. Von dort aus hatte man eine gute Aussicht auf die Grenzanlagen in diesem Bereich: Einen Wachturm, von welchem man immer mit Ferngläsern beobachtet wurde, die Mauer und so weiter. Außerdem hielten dort die Fernzüge und wurden von außen von den Grenzern nach Flüchtlingen abgesucht. Die Grenzzugbegleiter verließen dort auch den Zug bzw. stiegen für die „Transit“-Fahrt nach „West-Deutschland“ zu. Kurz hinter den Grenzanlagen befanden sich aber auch eine bewohnte Kleinhaussiedlung.

Ich habe etwas in meinem Archiv gekramt. An meiner späteren Oberschule konnte ich mir im jahr 1979 eine Spiegelreflexkamera ausleihen. Mit dieser zog ich ein paar Tage durch die Gegend und knipste drauflos. Hier zwei kleine Serien, wobei die Bilder nach über 30 Jahren leider schon etwas verblichen sind.

Galerie 1. Vom Staakener Grenzweg, nördlich der Falkenseer Chaussee:

 

Galerie 2. Von der damals stillgelegten Hamburger Bahn zwischen der Mauer und dem Bahnhof Spandau:

 

Nichts besonderes, aber damals konnte ich ja noch nicht wissen, dass ich irgendwann einmal einen kleinen Blog unterhalten und Bilder ins Internet stellen würde. Sonst hätte ich sicher besser dokumentiert. Von der oben beschriebenen Brücke habe ich leider keine Fotos gemacht, bin dafür im Internet aber hier fündig geworden. Der ekelige Turm war damals jedoch rund .

Ick hab‘ ne Neue: Sony DSC-HX9V

Nach Casio EXILIM Card EX-S600 „Nordic Silver“ (welche ich immer noch habe, sie hat sich aber leider von selbst die Licht-Streifen-Krankheit zugezogen) und EXILIM High Speed EX-FC100, habe ich nunmehr die Marke gewechselt und mir eine Sony DSC-HX9V zugelegt.

Meine ersten Testaufnahmen (heruntergerechnet hochgeladen) und ein erstes kleines 41-Sekunden-Video der Sony können hier angeschaut werden.

Mit der Qualität der Fotos und den Videos bin ich nach dem ersten Einsatz sehr zufrieden. Die Kamera-Bedienung ist nach den Casios für mich noch etwas ungewohnt, was sich aber sicher legen wird. Nicht so gut gefällt mir jedoch die Arbeitsgeschwindigkeit. Die Fokussierung gehr zwar außerordentlich schnell, aber bis die Kamera für das nächste Bild/Video startklar ist, vergeht für den Einsatz im Sport jedenfalls zu viel Zeit (trotz einer Class 10 und einer Class 6 SDHC-Karte). Bis dahin ist das jeweils nächste Motiv ggf. weg. Hier wird es für mich also heißen, die Anfertigung von Fotos und Videos gut zu planen.

Wer sich für die Bilder und Videos der Kamera interessiert, wird künftig auf meinen Webseiten fündig werden. Insbesondere unter www.94er-fussball.de und www.berliner-laufbilder.de.

 

Ansonsten gibt es für Interessierte im DSLR Forum verschiedene Diskussions-/Info-Threads:

  1. Sony Cyber-Shot HX9V – Kamera
  2. Sony Cyber-Shot HX9V – Video
  3. Sony Cyber-shot HX9V – Beispielbilder

Berliner Verwaltungsgericht stärkt Partizipationsgerechtigkeit zugunsten von Minderheitenfraktionen in Selbstverwaltungskörperschaften

In einem bemerkenswerten Urteil vom 09. Februar 2011 (Az 14 K 223.09) führt das Berliner Verwaltungsgericht begründet aus, dass der Spiegelbildlichkeitsgrundsatz, „demzufolge Ausschüsse eines Parlamentes die Zusammensetzung des Plenums verkleinert abbilden müssen „, auch für Selbstverwaltungskörperschaften zur Anwendung kommen muss. Gleiches gilt für den Grundsatz der Diskontinuität, das also die Legitimation von Ausschüssen zeitlich nicht weiter reichen kann, als die eines Parlamentes selbst.

Anlass ist ein Klageverfahren, welches die Berliner Ärztekammer betreffend ihrer Ärzteversorgung gegen das Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz als ihre Staatsaufsicht geführt hat. Es geht hierbei um die Umsetzung von Änderungen aus dem Juni 2006 in Paragraf 4b des Berliner Kammergesetzes (Materialiendokumentation siehe BZF hier und hier). Allerdings erscheint mir für die übergreifende Bewertung des Urteils der eigentliche Verfahrensgegenstand weniger wichtig, als vielmehr der Umstand, dass sich die Berliner Verwaltungsrichter mit Systemfragen auseinandersetzen und diese nach dem Grundsatz „wie im Großen – so auch im Kleinen“ durchargumentieren. Auch für Selbstverwaltungskörperschaften gelten demnach die gleichen Spielregeln, wie auch in öffentlichen Parlamenten.

Davon abgesehen, dass das Berliner Verwaltungsgericht dadurch einen Beitrag zum Anerkenntnis von Selbstverwaltungskörperschaften als „Demokratieträger“ leistet (und nicht der Versuch einer Reduktion auf einen „Verwaltungsträger“ erfolgt), leistet das Urteil außerdem einen Beitrag um sicherzustellen, dass auch Minderheitsfraktionen Zugang zu den Gremien in den Selbstverwaltungskörperschaften erhalten. Denn es ist kommt vor, dass Mehrheitsfraktionen genau dies zu verhindern versuchen.

Eine wichtige Aussage macht das Gericht zur persönlichen Diskontinuität: „Ebenso muss nach diesen Grundsätzen die individuelle Position als Mitglied der Vertreterversammlung [Anm.: Der Ärzteversorgung] an den Fortbestand der Mitgliedschaft in der Delegiertenversammlung [Anm.: Der Ärztekammer] geknüpft sein, denn die Beendigung der Legitimation in der Delegiertenversammlung beseitigt gleichzeitig die Legitimation des Betreffenden in der Vertreterversammlung.“

Das Urteil stammt zwar „nur“ von einem erstinstanzliche Verwaltungsgericht und bezieht sich im konkreten Fall auf eine Landesgesetzgebung, es hat also keine bundesweite Bindungswirkung, dennoch lassen sich seine Feststellungen im Bereich der Selbstverwaltungskörperschaften der Heilberufe argumentativ länderübergreifend auf alle Kammern, Versorgungswerke und Kassenärztliche Vereinigungen übertragen.

Leitsatz:

Die Zusammensetzung des Organs einer Selbstverwaltungskörperschaft, das Satzungsbefugnis besitzt, muss den aus dem Demokratieprinzip folgenden Grundsätzen der Spiegelbildlichkeit und der Diskontinuität Rechnung tragen.

Das Urteil ist seit dem 05. April 2011 rechtskräftig.

Noch eine kleine Randnotiz:
Unter der selben Vorsitzenden Richterin hatte die 14. Kammer des Berliner Verwaltungsgerichts im Jahr 2007 die Wahl zur Delegiertenversammlung der Zahnärztekammer Berlin 2006 für ungültig erklärt. Wie man sehen kann, verfasst die 14. Kammer sehr interessante Urteile.

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Zum Thema siehe auch:

  • BUZ, 08.04.2010: „Was Sie auf den Internetseiten der Zahnärztekammer Berlin und des Versorgungswerkes nicht finden … “ – lesen
  • BUZ, 20.04.2010: „ergänzendes Statement“ – lesen
  • IUZB, 20.04.2010: “ … Sehr wichtiges Urteil des Berliner Verwaltungsgerichtes“ – lesen

Dampf-Eisbrecher Stettin

Gestern war es wieder soweit. Ein Auswärtsspiel der 94er Herthaner in Hamburg gegen FC St. Pauli, noch dazu noch am Nachmittag um 15:00 Uhr. Also beste Voraussetzungen, dass Angenehme mit dem angenehmen zu verbinden und vorher noch etwas zu besichtigen. Ist ja schließlich Hamburg. 😉

Da die Anfahrt aus Berlin über die Autobahn durch die vielen Baustellen und recht viel Verkehr doch etwas Zeit gekostet hatte, blieben vorher dann (nur) noch gut 1 1/2 Stunden Zeit. Diese „investierte“ ich zu einer Besichtigung des Eisbrechers Stettin im Hamburger Museumshafen.

Ich war noch nie in solch einem doch recht großen Schiff. Beeindruckend war die „Tiefe“ im inneren, denn man konnte von oben einen Blick in den Maschinenraum werfen, welcher sich nach unten über zwei Decks erstreckte. Im Vorschiff befindet sich die Kohlekessel, alles ziemlich düster und beklemmend; jedenfalls für mich als Berliner. Als ich dort stand und mich umschaute, waren durch den Rumpf die Fahrgeräusche der Elbschifffahrt gut zu hören. Ich vermute, dass muss ein höllischer Lärm gewesen sein, als das Schiff als Eisbrecher im Einsatz war?
Die Brücke ist nicht vergleichbar mit heutigen Eisbrechern. Statt Komfortsitze (vor einiger Zeit lief im Fernsehen ein Film über einen skandinavischen Eisbrecher – eine Brücke wie auf der Enterprise) harte Holzbänke und lediglich im Kartenraum hinter der Brücke eine scheinbar halbwegs gemütliche Koje.

Die Besichtigung kostete 2,00 €, welche sich gelohnt haben. Ach ja, Treppen muss man immer „rückwärts“ hinunter gehen. Die Stufen sind so schmal, da geht das vorwärts nicht, da fliegt man sonst auf die F…. :-))

Weitere Informationen:

 

Meine Bilder:

 

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Ostheimer Kirchenburg und Ruine Lichtenburg 2010

Anlässlich des zweitägigen 30. Silberdistel-Cup 2010 in Mellerichstadt, ergab sich die Gelegenheit für einen Besuch der Kirchenburg und der Ruine Lichtenburg in Ostheim vor der Rhön .

Zur Ruine sind wir am Sonntagmorgen von der Wasserwerkanlage (als Burgportal, siehe Foto) in etwa 30 Minuten nach oben gelaufen. Ein sehr schöner Weg. Zunächst an einer Wiese entlang und dann durch den Wald. Die Ruine ist bewirtschaftet, allerdings war die Gaststätte zur frühen Stunde leider noch geschlossen.

Anschließend haben wir uns die Kirchenburg angeschaut. Mit dieser wusste ich zunächst gar nichts anzufangen, denn ich hatte solch eine Anlage noch nie gesehen. Eine große Kirche, umgeben von einer richtigen Burg mit vier großen Burgtürmen?! Eine Burg mit Kapelle oder ein befestigtes Kloster, ok! Aber eine Burg-Kirche-Kombination in dieser Größe? Genaugenommen erinnert mich diese Anlage an das Computerspiel „Age of Empires II – The Age of Kings“. Es machte viel Spaß, dort eine Stunde durch die Anlage zu laufen und zu fotografieren, im Hintergrund Orgelmusik aus der Kirche. Danach ging es dann nach einem schönen Sonntag-Morgen zum Turnier nach Mellerichstadt, wo im Kreisverkehr vor der Berufsschule und dem Sportplatz den ganzen Tag lang etliche Old- und Youngtimer von einem Automobiltreffen ihre Schau-Runden drehten.

Hier einige Bilder:

 

Galerie 1. Kirchenburg

 

 

 

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Galerie 2. Ruine Lichtenburg

 

 

Lauftreff Grunewald: Alles im Fluß und immer mal wieder etwas Neues.

Wöchentliche Lauftermine aus Termingründen ab März 2010 eingstellt.

Es wäre aber schade, wenn jetzt die jahrelangen Kontakte einfach so zu Ende gehen würden.

Wir werden daher künftig in sporadischen Abständen ausgewählte Landschaftsläufe im Grunewald und im Berliner Umland durchführen.

Hierbei wird die Landschaft und nicht die läuferische Leisungsfähigkeit im Mittelpunkt stehen.

Alles im Fluß und immer mal wieder etwas Neues.

Wer möchte, kann sich uns gerne anschließen. Jeder ist herzlich willkommen!

Infos unter www.lauftreff-grunewald.de

Euer Uwe Gerber

Organisator des Lauftreff Grunewald
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Feste Strippe (030) 30 20 11 80
Handy/SMS (0170) 602 21 65
uwe.gerber@gerber-beratung.de

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Krumlov 09

Im August 2009 ergab sich für mich und meine Ehefrau die Gelegenheit für einen Tagesausflug in die Tschechische Stadt Cesky Krumlov (Böhmisch Krumau), dessen historische Altstadt seit 1992 bei der UNESCO als Welterbe gelistet ist. Wir erinnern uns, Dresden hat kürzlich leider freiwillig auf diesen Status verzichtet. In Deutschland steht unter anderem das Bauhaus mit seinen Stätten in Weimar und Dessau auf der Welterbe-Liste.

Die Stadt ist zwar eine Touristenhochburg, beim schlendern durch die zahlreichen Gassen empfanden wir jedoch keinerlei Gefühl von Hektik. Die ganze Atmosphäre in der Stadt hatte eher etwas von einem mediterranen Lebensgefühl.

Dazu beigetragen hat sicherlich die Farbenfroheit der Architektur, da alle Bürgerhäuser und auch das Schloss und die Burg bemalt sind. Auch die meisten Fassaden-Reliefs sind lediglich aufgemalt!

Ebenso dazu beigetragen haben aber auch die vielen jungen Leute, insbesondere wohl Tschechen, welche sich dort ein Kanu oder ein Schlauchboot mieten und dann die Moldau entlang paddeln. Nicht wenige gehen dabei auch ungewollt baden, denn der Fluss, welche die Stadt fast nahezu umkreist, weist einige leichtere Stromschnellen auf. Eine dieser Stromschnellen ist hierbei unterhalb der Burg an einem künstlichen Wehr gelegen, welches durch eine Fußgängerbrücke, einer großen Balustrade und einigen Wirtshausschänken umrahmt ist. Fällt nun eine Bootsbesatzung an dieser Stelle ins Wasser, so wird sie mit lautem Applaus und freundlichem Gelächter belohnt, aber auch ansonsten gibt es bei jeder Brückendurchfahrt lautstarkes Rufen und Klatschen, so dass die Stimmung außerordentlich entspannt und angenehm ist.

Krumlov: Für einen Tagesausflug – und vielleicht auch mehr – sehr zu empfehlen!

 

 

Weitere Info’s:
Offizielle Informationsseite Stadt Cesky Krumlov
Wikipedia – Geschichte und Daten

Wer war Max Thier?

Wer war Max Thier, fragte ich mich, als ich diesen Brief bei ebay entdecke? Ich staunte nicht schlecht, als ich dann beim BUND DEUTSCHER PHILATELISTEN e.V. auf die Angabe gestoßen bin, wonach Max Thier ein „Prüferpapst“ der Philatelie war, und zwar während der vorletzten Jahrhundertwende.

Eine Laudatio aus dem Jahre 1924:

Das Lebenswerk des Herrn Thier glaube ich mit wenigen Worten damit zusammenfassen zu können: er hat sein gesamtes Leben nur der Philatelie gewidmet. Er hat der gesamten Händler und Sammlerwelt so vieles getan, dass ihm, gleich wie bei Glasewald, der einfache Zuruf: ‚Habe Dank für Deine Mühen’ mir viel zu gering
erscheint. Er hat bislang in der selbstlosesten Weise seine gesamte Zeit dem Studium und den Prüfungs-Urteilen hingegeben. Vielfach mit Dank – vielfach ohne. … Ich selbst schätze ihn als Prüfer ganz ausserordentlich. Sein Wissen ist bis heute unersetzbar

Was mir in diesem Zusammenhang auch neu war ist, dass es, wie der Brief beweist, auch damals schon üblich war, dass Prüfer ihre eigene Post besonders sorgfältig frankierten und sauber abstempeln ließen. Ich, als ein „so nebenbei Hobby-Sammler“, kannte dies bisher nur von Belegen ab den dreißiger Jahren.

Hier also der Briefumschlag einer Sendung des berühmten Prüfers, frankiert am 06.06.06 mit Germania 85 I, 86 I und 88 I:

Bei ebay zahlte ich für den Umschlag insgesamt 5,82 € – gegen zwei andere Bieter. Ob sie wohl wussten, wer Max Thier war?

Offenbar hatte Max Thier seinen Geschäftssitz damals in Berlin-Charlottenburg, in der Wilmersdorfer Str. 152. Falls ich die Zeit finde, werde ich mal schauen, ob das damalige Gebäude dort noch immer steht…….

Amerika: Von der Immobilien-Blase zum Land der Oasen ?

In meinem Artikel „Hurra, wir fliegen nach Amerika!“ hatte ich mich etwas mit strategischen Fragen des Immobilieninvestments in den USA beschäftigt. Gestern ist ein interessanter Artikel in der Welt erschienen :

Starke Umsatzeinbrüche auf dem amerikanischen Markt
… Fondsgesellschaft … will mit neuem Anlegerkapital Chancen nutzen – Hotelprojekt in Chicago

Nun, die Fondsgesellschaft spielt hier keine Rolle, nur die globalen Einschätzungen sind mir von Bedeutung und hier enthält der Artikel über die Chancen und Risiken folgende bemerkenswerte Zitate:

„Man muss antizyklisch investieren und günstige Gelegenheiten nutzen“
„Die Verwerfungen auf dem amerikanischen Häusermarkt haben den gesamten Immobilienmarkt in Mitleidenschaft gezogen“
„Die Lage in den regionalen Märkten ist aber sehr unterschiedlich“
„Der Markt lässt derzeit noch keine genaue Prognose zu.“

Welcher Trend steht nun hinter solchen Aussagen? Gar keiner. Weder aufwärts, noch abwärts, noch seitwärts. Diese Aussagen stehen eher für Chaos, mithin also für Unberechenbarkeit. Wer in diesen Markt freiwillig Anlagegelder hineingibt, der muss entweder ein sehr erfolgreicher Chaosforscher sein, oder sich in regionalen Teilbereichen, also in „Oasen“, des US-amerikanischen Immobilienmarktes wirklich hervorragend auskennen. Was aber die weite Landschaft angeht, so enthält der Artikel einen nicht als Zitat gekennzeichneten Schlusssatz, der für einen hiesigen Immobilieninvestor ohne Ortskenntnis alles andere als zuversichtlich klingen muss:

Der Markt befinde sich erst am Anfang des Preisverfalls und man könne nicht sagen, wann mit akzeptablen Kaufgelegenheiten wieder die Stunde aller Investoren schlägt.

Aber wie sagt doch ein altes Sprichwort: „Dem Mutigen gehört die Welt!“

Und wer als Ausländer vor den Einheimischen die „Oase“ findet, der werde sicher ein sehr, sehr reicher Scheich.

Verwaltungskostenspirale: Pischels Version vom „Kuckucksprinzip“

DZW Kommentar von Chefredakteur Jürgen Pischel
Die BZÄK braucht einen starken Präsidenten, um Politik und KZBV in Schach zu halten

Es war von der Politik ein kluger Schachzug, … die Vertragszahnärztefunktionäre in die Hauptamtlichkeit zu überführen. Dies ausgestattet mit attraktiven Privilegien bei Einkommen und Altersversorgung, ja selbst Sitzungs- und Übergangsgeldern, … Nicht nur, dass die Mehrheit der Hauptamtsvorstände bald keine Zahnärzte mehr, sondern Juristen, Betriebswirte oder Verwaltungswirte sein werden, die Zahnärzte in den Vorsitzendenämtern mutierten auch ganz schnell vom sogenannten Freiberufler zum „Berufsfunktionär“…

Einmal ganz drastisch gesagt: Die Drecksarbeit für die Politik und die Krankenkassen machen die KZBV und die KZVen. Oftmals sogar aus eigenem Antrieb und gerne.

Der DZW Kommentar passt zu meinem Artikel „Kuckucksprinzip“ vom 11.04.2007.

Beschuldigtenvernehmung – Was ist das eigentlich?

§ 163a Strafprozeßordnung (1) Der Beschuldigte ist spätestens vor dem Abschluss der Ermittlungen zu vernehmen, es sei denn, dass das Verfahren zur Einstellung führt. In einfachen Sachen genügt es, dass ihm Gelegenheit gegeben wird, sich schriftlich zu äußern.

Dies nennt man „Beschuldigtenvernehmung“.

Die Erhebung einer öffentlichen Anklage darf vom Gericht erst beschlossen werden, nachdem der Beschuldigte gemäß 173 Absatz 2 Strafprozeßordnung unter Mitteilung der Antragsschrift gehört worden ist. Diese Anhörung ersetzt jedoch nicht die Beschuldigtenvernehmung nach 163 a Strafprozeßordnung. Deshalb ist eine bisher nicht durchgeführte Beschuldigtenvernehmung nachzuholen, bevor das Gericht die Erhebung der öffentliche Anklage beschließt.

Warum gibt es die Beschuldigtenvernehmung?

Der Sinn der Beschuldigtenvernehmung nach § 163a StPO liegt darin, dem Beschuldigten rechtliches Gehör zu gewähren, damit er die Möglichkeit erhält, sich zu äußern und durch selbstentlastende Erklärungen gegen den Tatverdacht wehren zu können um so noch Einfluss zu nehmen, bevor die Ermittlungsbehörde eine abschließende Entscheidung trifft.

Nach dem, nach der „Kleinen Strafprozeßnovelle“ von 1964 neugefassten, § 136 StPO, ist der Beschuldigte bereits bei Beginn der ersten Vernehmung darauf hinzuweisen, „dass es ihm nach dem Gesetz freistehe, sich zu der Beschuldigung zu äußern oder nicht zur Sache auszusagen…“. Wie ernst die deutsche StPO diese Belehrungspflicht nimmt, ist zudem auch daraus zu ersehen, dass der Beschuldigte nicht nur über sein Schweigerecht als solches zu belehren, sondern er zudem auch über die Art des gegen ihn erhobenen Vorwurfs aufzuklären ist. Denn um entscheiden zu können, welches der beiden gleichwertigen Verteidigungsmittel – nämlich schlichtes Schweigen oder aktives Einlassen – zu wählen ist, muss der Beschuldigte wissen, wogegen er sich zu verteidigen hat. Für den Staatsanwalt und Richter bedeutet dies, dass sie den Beschuldigten nicht nur – wie es nach herrschender Meinung im früheren Recht dem Richter auferlegt war – über die tatsächliche Seite der ihm vorgeworfenen Tat informieren müssen, sondern auch darüber, „welche Strafvorschriften für die ihm zur Last gelegte Tat in Betracht kommen“.
Dies auch deshalb, damit der Beschuldigte davor bewahrt wird, sich unversehens einer anderen als der an sich verfolgten Tat zu bezichtigen. All dies hat bereits im Ermittlungsverfahren zu geschehen.

Also: Gemäß § 163 a StPO sind Beschuldigte spätestens vor Abschluss der Ermittlungen zu vernehmen, es sei denn, dass das Verfahren zur Einstellung führt. Es gibt nun mehrere Möglichkeiten der „Vernehmung“. Persönlich oder schriftlich im so genannten vereinfachten Ermittlungsverfahren. Im Letzteren wird auf die persönliche Vernehmung des Beschuldigten verzichtet. Vielmehr wird dem Beschuldigten ein Vernehmungsbögen zugesandt, verbunden mit der Aufforderung, eine schriftliche Stellungnahme zu der Tat abzugeben.

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U. Gerber

Hinweis: Ich bin kein Rechtsanwalt und dies ist ein einfacher journalistischer Beitrag. Im Zweifel wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt oder einen Fachanwalt für Strafrecht.

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Quellenlinks:

Die Strafprozessordnung und das Gerichtsverfassungsgesetz von Löwe Rosenberg (Leseprobe)
Prof. Dr. Albin Eser: Die Rechtsstellung des Beschuldigten im Strafprozess der Bundesrepublik Deutschland
Universität Osnabrück, Staatliche Intervention bei häuslicher Gewalt
Kohlmann, Steuerstrafrecht (Leseprobe)

Hurra, wir fliegen nach Amerika !

In den Vereinigten Staaten von Amerika hat die Subprime-Krise bekanntlich zu einem Zusammenbruch des Immobilienmarktes geführt und bei den dortigen Zwangsversteigerungen sind die Schnäppchenjäger unterwegs. 2.500 Dollar für ein Einfamilienhaus hieß es neulich in einem Filmbericht, es war zwar nur ein Holzhaus in einem eher unansehnlichen Vorort, aber egal, auf das Prinzip kommt es ja an.

Da stellt sich natürlich die Frage, ob denn nun nicht auch mal die Deutschen in Amerika investieren sollen?

Aber natürlich! Aber nur, wer etwas von Immobilien versteht, und von dem Land, und von den Menschen, und natürlich vom dem Wirtschafts- und dem Rechtssystem. Kurzum: Wer auf diesem Markt absolut kompetent agieren kann.

Aber wer kann das schon?

Ich habe beruflich in den vergangenen Monaten von mehreren ausländischen Investoren gehört, welche in Berlin groß investiert haben und nun feststellen mussten, dass die vermeintlichen Schnäppchen, im internationalen Maßstab angeblich spottbillig, eben doch keine Schnäppchen waren und sich die fest kalkulierten Kaufpreissteigerungen (mir sind Wunschfälle von 100 % bekannt) nicht eingestellt haben.

Und wenn man nach dem Warum fragt, dann findet sich die Antwort in der mangelnden Marktkompetenz. Wer nach Berlin kommt, vom Flughafen zu einer Immobilie fährt und dann vom Besichtigungstermin aus direkt zum Notar, dem ist halt nicht zu helfen. Denn Marktkenntnis setzt auch eine umfangreiche Ortskenntnis voraus. Früher einmal galt als das oberste Anlagekriterium: „Die Lage , die Lage und nochmals die Lage.“

Und heute?

Warum sollte es einem ortsundkundigen Investor aus Deutschland auf dem Immobilienmarkt der Vereinigten Staaten von Amerika anders gehen?

Wenn Ihnen also Mitglieder eines Anlagegremiums etwas von „Amerika“ vorschwärmen, dann fragen sie doch mal nach deren Kompetenz.

Und Ausblick:

Der Subprime-Tsunami erreicht die EU . Demnach dürfte es auch bald bei uns wieder „Schnäppchen“ geben.

Und wenn nicht? Schau’n wir mal, aber dann hat man vielleicht immerhin ein erstklassiges Risiko vermieden.

Dessau 07

Ich hatte im November 2007 über einen Mandanten die Gelegenheit, an einem sehr interessanten Ausflug zum Bauhaus nach Dessau teilzunehmen.

Nachfolgend einige Bilder:

Galerie 1. Bauhaus

 

 

Galerie 2. Meisterhäuser

Bewohnt von den „Meistern“, u. a. Walter Gropius, Wassily Kandinsky und Paul Klee……

Meisterhaft an den Häusern ist die begründende Modernität. Diese Häuser sind zeitlos modern und wie ich finde auch schön.
Weniger meisterhaft jedoch die Bauausführungen, insbesondere hinsichtlich Dachdichtigkeit, Klima….., was jedoch auch auf die architektonische Neuheit zurückzuführen ist. Gleiches gilt auch für die Werkstätten (siehe Bilder vorher). Im Winter zu kalt und im Sommer zu heiß, außerdem furchtbar laut.

Aber: Dort liegt die Wiege der Moderne.

 

Galerie 3. Kornhaus

Ein Raumschiff ?

Nein, ein Lokal am Elbufer. Sehr hübsch gelegen, hell und freundlich. Kulinarisch möchte ich jedoch kein Urteil abgeben. Der „Mitropa“ Teller war übersichtlich und Kaffee war alle, erinnerte mich irgendwie an andere Zeiten.

Aber: Falls Sie aber mal nach Dessau fahren, sollten Sie das Kornhaus schon besuchen, die Architektur ist nämlich absolut authentisch: www.kornhaus.de

 

IUZB ist ab sofort online

Die Initiative Unabhängige Zahnärzte Berlin e. V. wurde am 12. April 2002 von den Zahnärzten Gerhard Gneist und Olaf Cornehlsen gegründet, um die bestehenden Standesvertretungen und auch das Versorgungswerk zu professionalisieren.

Die IUZB verfolgt entsprechend ihrer Satzungspräambel folgende Ziele:

  1. Der Verein dient dem Ziel, die allgemeinen Rahmenbedingungen für die qualitätsorientierte freiberufliche Berufsausübung von Zahnärzten in Berlin langfristig zu sichern und zu verbessern. Der Verein ist den berufsrechtlichen Grundsätzen von Zahnärzten verpflichtet.
  2. Der Verein beruht auf dem Gedanken der verbandsmäßig organisierten Selbsthilfe für Zahnärzte im Gesundheitswesen.
  3. In der Initiative Unabhängige Zahnärzte Berlin schließen sich Berliner Zahnärzte zusammen, um ihre gemeinsamen allgemeinen Interessen gegenüber anderen am Gesundheitswesen in Berlin Beteiligten wahrzunehmen.

In den vergangenen Jahren konnte der neue Verein als regionaler „Shooting Star“ folgende Wahlerfolge erzielen:

  • Seit 2004 ist die IUZB mit 9 Sitzen die zweitstärkste Fraktion in der Vertreterversammlung der KZV-Berlin.
    Die stärkste Fraktion hat 12 Sitze.
  • In nur fünf Jahren hat die IUZB es geschafft auch die zweitstärkste Fraktion mit 8 Sitzen von 11 Wahlvorschlägen in der Berliner Zahnärztekammer zu sein.
    Die stärkste Fraktion hat 12 Sitze.
  • Seit Anfang 2007 ist die IUZB mit einem Sitz in der Vertreterversammlung des Berliner Versorgungswerkes von insgesamt 12 möglichen Sitzen vertreten.

Seit dem 19.09.2007 verfügt die IUZB nunmehr auch über ein eigenes Webangebot, welches von mir ehrenamltlich betreut wird.

www.iuzb.de

Friendly Fire in der (internen) Öffentlichkeitsrabeit

Zulässig ist in der Öffentlichkeitsarbeit in einem gewissen Umfang auch das Mittel der Desinformation.

Problematisch wird es jedoch dann, wenn dieses Mittel nicht zur Desinformation der Konkurrenten genutzt wird, sondern sich gegen die eigenen Reihen richtet. Das ist dann nicht mehr Öffentlichkeitsarbeit, sondern einfach nur ein manchmal beinahe schon an Verrat grenzender Vorgang. Oder anders ausgedrückt: Friendly Fire.

Die eingesetzten Mittel können hierbei äußerst umfangreich sein. Sehr beliebt sind beispielsweise:

  • Sachzusammenhänge unvollständig darstellen,
  • Informationen unterdrücken,
  • Bestreiten von Vorgängen und, wenn man doch „erwischt“ wird, natürlich das Mittel der
  • Relativierung.

Es macht Sinn, innere wie äußere Öffentlichkeitsarbeit unter diesem Blickwinkel zu betrachten.

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Soll und Haben

Das Kapitaldeckungsverfahren hat die Eigenschaft, dass man allein schon durch die laufenden Beiträge ständig auf einem kleinen Geldsack sitzt und dieses nicht einfach liegen lassen darf, sondern so gewinnbringend anzulegen hat, dass hierbei noch eine bestimmte „Verzinsung“ (Rechnungszins) erzielt werden muss, damit das ganze System der Rentenanwartschaften in einer verlässlichen Höhe aufrecht erhalten werden kann. Wird diese Mindest-Verzinsung auf Dauer nicht erreicht, so führt dies irgendwann zu „Rentenkürzungen“ und Ärger und Unsicherheit. Wird eine höhere Verzinsung erzielt, führt dies zu höheren Rentenanwartschaften und alle freuen sich.

Auf der einen Seite hat man also eine Position der Stärke, man ist ja „reich“, hat also viel Geld im Anlagetöpfchen, auf der anderen Seite aber eine Position der Schwäche, denn man muss es irgendwo „hingeben“.

Anlageentscheidungen zu treffen ist daher nicht leicht. Schon gar nicht, wenn es um das Vermögen von Kollegen/innen geht.

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Verwaltungskostenspirale: Teil 5 – Gleiches Geld für gleiche Leistung?

Und was bedeutet das in Bezug auf die Verwaltungskosten?

Nun, die Gehälter der hauptamtlichen Vorstände der KZV/KV’en werden natürlich Auswirkungen auf die Aufwandsentschädigungen der anderen ehrenamtlich tätigen Mitglieder haben.

Es besteht insofern die Gefahr einer langfristigen Verwaltungskostenspirale, welche erst auf sehr hohem Niveau zum Abschluss kommt.

Denn auch von den Vorständen und Aktiven in den anderen Selbstverwaltungseinrichtungen wird professionelle Arbeit erwartet. Und auch die dortigen Tätigkeiten sind zum Teil nur mit erheblichem Zeitaufwand zu leisten. Als Beispiel seien nur genannt die Aufgaben der Vorstände in den Kammern und die Aufgaben der Aufsichtsräte und der Vorstände in den Versorgungswerken.

An dieser Stelle besondern erwähnt werden soll beispielsweise auch der Professionalisierungsdruck, welcher auf die Versorgungswerke lastet, wie sich etwa aus den letzten Gesetzgebungsverfahren in Brandenburg und Berlin erkennen lässt. Ansonsten bitte auch an dieser Stelle nochmals ein Hinweis auf den Artikel Sind die berufsständischen Versorgungswerke gefährdet? von Herrn Dr. med. Horst Müller , Mitglied im Aufsichtsausschuss der Ärzteversorgung Land Brandenburg.

Aus diesem Grund ist zu befürchten, dass die Gehälter der hauptamtlichen Vorstände in den Vereinigungen letztendlich eine Leitbildgröße darstellen und durch die Verhauptamtlichung ein Prozess in Gang gesetzt wurde, der langfristig zu einem Anstieg der funktionärsbedingten Verwaltungskosten führen wird.

Und es besteht die Gefahr, dass Umstände, wie von Herrn Dr. Nachtweh beschrieben,

“Hier gilt ein altes Sprichwort. Eine Hand wäscht die andere. Gib mir Deine Stimme, und ich werde dafür sorgen, dass Du Deinen Posten behältst, dass auch Du wieder gewählt wirst oder dass auch Deine Bezüge erhöht werden!”

diesen spiralförmigen Anstieg der Aufwandsentschädigungen noch begünstigen werden.

 

Gegenmittel:
Sensibilität, Verantwortungsbewusstsein und
Öffentlichkeitsarbeit wie in Teil 1 beschrieben.

 

 

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