Baumfällungen auf den Inseln im Hubertussee und Halensee

Im Rahmen der Verkehrssicherheit muss der Fachbereich Grünflächen auf den Inseln im Hubertussee sowie im Halensee durch eine Baumpflegefirma in der jetzigen Fällsaison Bäume fällen lassen.

Die Arbeiten beginnen am Freitag, 28. Januar 2022.

Die bisherige Pflege der Inseln erfolgte nach einem naturnahen Konzept ohne Eingriff. Allerdings besteht nun aufgrund der intensiven Witterungsverhältnisse in den vergangenen drei Jahren (unter anderem Trockenheit, Hitze, Schädlinge, Sturmschäden) Abbruchgefahr in das umliegende Gewässer, welches im Sommer vermehrt durch Bootsfahrende, einen Angelverein, Stand-Up-Paddling etc. genutzt wird.

Die gefällten Bäume werden zum größten Teil auf den Inseln belassen, um so den ökologischen Wert zu steigern.

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Pressemitteilung vom 27.01.2022

Fahrräder und Vögel werden im Bezirk gut geschützt

Foto: BezAmt.

In einem Pilotprojekt hat das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf seine Fahrradgaragen im Klausenerplatz-Kiez mit Mustern gegen Vogelschlag beklebt.

Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger:

Die üblichen Greifvogel-Silhouetten funktionieren nicht. Die Vögel fliegen dann daneben gegen die transparenten Scheiben und verletzen sich mitunter tödlich. Wir wollen zeigen, mit welch einfachen und ästhetisch ansprechenden Mitteln Vogelschutz erreicht werden kann.

Das Bezirksamt bittet alle Bauherren, transparente Gebäudeteile mit einem wissenschaftlich auf Wirkung geprüften Muster auszustatten. Als Anhaltspunkt können die Forschungsergebnisse der Wiener Umweltanwaltschaft dienen:

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) werden ihre Buswartehäuschen ebenfalls nach und nach damit ausstatten.

Quelle: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Pressemitteilung vom 12.01.2022

Abgeordnetenhaus: Jagen in Berlin

Abgeordnetenhaus, Drucksache 18 / 28 789

  • Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Thomas Seerig (FDP) vom 27.10.2021
  • Antwort der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz vom 08.11.2021

 

Thema: Jagen in Berlin

 

Frage 1: Wie groß ist die Fläche von Wäldern auf dem Berliner Stadtgelände?

Antwort zu 1: Die Fläche der Wälder innerhalb Berlins beträgt ca. 16.500 ha.

 

Frage 2: Wie hoch ist der Bestand an Schwarz-, Rot- und Damwild in den Berliner Forsten?
Frage 3: Wie hat sich dieser Bestand in den letzten fünf bis zehn Jahren entwickelt?

Antwort zu 2 und 3: Der Bestand an Schwarz-, Rot- und Damwild ist nicht einschätzbar, da es keine Datengrundlagen zur Ermittlung des Gesamtzustandes oder der Zuwachsrate gibt. Grundsätzlich ist die Schätzung von Wildbeständen mit großen Unsicherheiten behaftet. Insbesondere die Anzahl an Wildschweinen unterliegt jährlich starken Schwankungen und hängt u.a. stark von biologischen und klimatischen Randfaktoren, wie dem Wetter aber auch dem Nahrungsangebot, ab.

 

Frage 4: Angesichts von zum Beispiel bis zu drei Würfen pro Jahr bei Wildschweinen, wie wird einem exponentiellen Wachstum begegnet?

Antwort zu 4: Um eine nachhaltige Reduzierung der Wildschweinpopulation zu erreichen, werden auf der gesamten Fläche Berlins zusätzlich zu der Jagdausübung durch Jagdausübungsberechtigte der Berliner Forsten Begehungsscheininhaberinnen und -inhaber in den Verwaltungsjagdbezirken und im Stadtgebiet Stadtjägerinnen und -jägern eingesetzt.

 

Frage 5: Wie viele Jäger und Jägerinnen sind mit dem Abschuss von Wild in Berlin befasst?

Antwort zu 5: Mit dem Abschuss von Wild in Berlin sind circa 260 bis 270 Jagende befasst.

 

Frage 6: Wie hat sich deren Zahl in den letzten zehn Jahren entwickelt?

Antwort zu 6: Die Zahl der aktiven Jägerinnen und Jäger ist in den letzten Jahren leicht angestiegen.

 

Frage 7: Wie viele Tiere – Schwarz-, Rot- und Damwild – werden durchschnittlich pro Jahr in Berlin zur Strecke gebracht?

Antwort zu 7: Die durchschnittliche Strecke bei Schwarzwild beläuft sich auf ca. 1800. Die durchschnittliche Strecke bei Damwild beläuft sich auf ca. 45. Rotwild kommt in Berlin in der Regel nicht vor.

 

Frage 8: In welcher Form erfolgt deren Verwertung? Inwieweit wird die Strecke also über Wildhändler in den Verkauf gebracht?
Frage 9: Wenn nein, warum nicht?

Antwort zu 8 und 9: Die Verwertung erfolgt überwiegend in Form der Vermarktung über Wildhändler und des Direktverkaufs an Gaststätten. In einer weiteren Verwertungsform wird das Wild an die Erlegerin oder den Erleger abgegeben und zum eigenen Verzehr genutzt.

 

Frage 10: Wenn ja, welche Erlöse werden durchschnittlich damit realisiert?

Antwort zu 10: Eine Aufgliederung der Erlöse von Wildbret nach Abnehmergruppen liegt dem Senat nicht vor. Die Gesamtsumme der Einnahmen aus Wildbretverkauf durch die Berliner Forsten beläuft sich im Durchschnitt auf ca. 105.000 € pro Jahr. Wie hoch die Erlöse der privaten Jägerinnen und Jäger sind, ist dem Senat nicht bekannt.

 

Frage 11: Wie wird angesichts der intensiven ganzjährigen Nutzung der Wälder in Berlin durch die Anwohnerinnen und Anwohner – zum Teil mit Hunden – die Sicherheit von Passanten bei der Jagd gewährleistet?

Antwort zu 11: Die Sicherheit im Rahmen der Jagdausübung wird durch die sorgfältige Auswahl qualifizierter und sorgsamer Jagdausübungsberechtigen, wiederkehrende Unterweisungen und Überprüfungen im Bereich der Sicherheitsanforderungen sowie der umfassenden Informationserteilung gegenüber Bürgerinnen und Bürger vor der Durchführung von Jagden in den Wäldern Berlins gewährleistet.

 

Frage 12: Wie viele Menschen und Hunde wurden in den letzten zehn Jahren durch die Jagd in Berlins Forsten versehentlich verletzt oder gar getötet?

Antwort zu 12: Dem Senat sind für die letzten zehn Jahre keine Vorfälle bekannt.

 

Bezirksgärtnerei produziert heimische Wildstauden

Die Bezirksgärtnerei ist seit Mittwoch, 1. September 2021, Kooperationspartner im Projekt “Tausende Gärten – Tausende Arten”. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist damit die erste „Kommune“ in Deutschland, welche heimische Wildstauden selber produziert und verwendet.

In den Gewächshäusern und auf den Freiflächen der Bezirksgärtnerei in Grunewald werden künftig zahlreiche verschiedene heimische Wildstaudenarten produziert. Das Ziel ist es, gebietseigenes Saat- und Pflanzgut selbst zu produzieren und auf bezirkseigenen Grünflächen auszubringen und damit einen wichtigen Beitrag zur biologische Vielfalt beizutragen.

Wildstauden locken Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer, Vögel und viele weitere Tiere an. Der Fachbereich Grünflächen und das Umwelt- und Naturschutzamt arbeiten bei diesem Vorhaben eng zusammen und haben für den Beginn eine Liste mit rund 20 Arten (unter anderen Echtes Labkraut, Moschusmalve, Ähriger Ehrenpreis) ausgewählt. Die ersten produzierten Pflanzen werden 2022 erwartet.

Umweltstadtrat Schruoffeneger:

Das Bezirksamt leistet damit einen wichtigen Beitrag gegen das Insektensterben und für den Artenschutz im Bezirk und in der Metropole Berlin. Wir möchten als Bezirk beispielhaft vorangehen und die Wildstauden selber produzieren. Künftig wird die Pflanzengestaltung auf den bezirkseigenen Grünflächen noch stärker insektenfreundlicher ausgerichtet werden.

Das Verbundpartnerprojekt “Tausende Gärten – Tausende Arten” wird von der Deutschen Gartenbau Gesellschaft 1822 koordiniert. Die Mittel hierzu stammen aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, der Berliner Sparkasse, der Berlin Immo Invest Gruppe und dem Eigenheimerverband.

Weitere Informationen unter:

 

Quelle: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Pressemitteilung vom 22.09.2021

Gemeinsam aktiv für den Artenschutz am Gebäude

Vögel und Fledermäuse haben es zunehmend schwer. Durch Sanierungen und Abrissarbeiten gehen immer wieder viele Brutstätten und Quartiere verloren, was häufig auch an der Unkenntnis über das Vorkommen der Arten liegt. Mit Hilfe eines Online-Formulars soll nun Abhilfe geschaffen werden. Hier kann man ab sofort Nester und Lebensstätten an Gebäuden eintragen und somit an das Umwelt- und Naturschutzamt Spandau melden.

Haussperlinge, Mauersegler, Schwalben und Fledermäuse bauen ihre Lebensstätte meist unbemerkt an Gebäuden – in Nischen, an Fassaden oder versteckt im Dachkasten. Bei Bauvorhaben, wie z.B. Sanierungsmaßnahmen, kann es dann problematisch werden: Durch Unkenntnis kommen immer wieder die Rückzugsräume zu Schaden oder der Zugang zum Nest oder Quartier wird beispielswiese durch Netze an Baugerüsten versperrt.

Dabei genießen, mit Ausnahme der Straßentaube, die an Gebäuden lebenden Fledermaus- und Vogelarten durch das Bundesnaturschutzgesetz einen besonderen Schutz. Alle Beeinträchtigungen der Tiere sind verboten und dies gilt während der Brut- und Aufzuchtzeit oder bei Winterquartieren in besonderem Maße. Aber auch Lebensstätten, die die Tiere wiederholt nutzen, sind sogar dann noch geschützt, wenn sie jahreszeitbedingt nicht anwesend sind.

Damit legt das Gesetz beispielsweise einen besonderen Fokus auf den Schutz von Fledermausquartieren, Schwalbennestern und Hohlräume von Mauersegler, Sperling und Co. Wer diese vermeintlich leeren Nester trotzdem zerstört, für den kann es im Zweifelsfall richtig teuer werden.

Um es nicht so weit kommen zu lassen, braucht das Umwelt- und Naturschutzamt Spandau neben seinem eigenen Engagement in Sachen Artenschutz aufgrund der vielfältigen Bauaktivitäten im Bezirk, auch ehrenamtliche wache Augen. Aufmerksame Bürgerinnen und Bürger können ab sofort Ihre Beobachtungen von Nestern und anderen Lebensstätten an Gebäuden unter

eintragen.

Möglichst vollständige Angaben zu Tierart, Adresse, Beobachtungsdatum oder auch Fotos helfen dabei.

Bei anstehenden Baumaßnahmen finden die Artenschützerinnen und Artenschützer des Umwelt- und Naturschutzamtes unter der hinterlegten Adresse dann im Idealfall früh- und rechtzeitig die passenden Hinweise, um bei Bedarf gemeinsam mit den Bauherrschaften die notwendigen Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.

Quelle: Bezirksamt Spandau, Pressemitteilung vom 16.09.2021

Baumfällungen am Schlachtensee verstoßen gegen das Naturschutzgesetz

Umweltverbände kritisieren Fällpolitik der Berliner Forsten

Der NABU Berlin, der BUND Berlin und die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) kritisieren die jüngst erfolgten Baumfällungen während der Brutzeit als nicht hinnehmbar. Die Berliner Forsten haben am Schlachtensee etwa 100 Bäume gefällt, darunter viele alte Eichen. Grund war angeblich die Verkehrssicherungspflicht, doch hätte sich ein Großteil der Bäume trotz ihrer Schäden noch regenerieren können.

Die Fällpolitik der Berliner Forsten, die sich in diesem Vorgang ausdrückt, bereitet den Verbänden Sorge, da sie auf Dauer Berlins wertvolle Waldsubstanz gefährdet. Lebensräume für holzbewohnende lnsekten sowie Baumhöhlen und Spalten für Vögel und Fledermäuse, die von enormer Bedeutung für den Artenschutz sind, drohen verloren zu gehen. „Gerade alte Eichen sind erwiesenermaßen äußerst wertvolle Habitate, nicht nur für Vögel und andere Wirbeltiere, sondern auch für viele Insekten“, sagt Ansgar Poloczek vom NABU Berlin.

Zahllose Bäume betroffen

Da der Wald verstärkt an Trockenstress leidet, werden an immer mehr Bäumen Schäden sichtbar. Deshalb dringen die Verbände darauf, dass die Berliner Forsten eine Strategie entwickeln, wie mit solchen Bäumen umzugehen ist, zumal sich die Lage durch den Klimawandel weiter zuspitzen wird. „Keine Option ist es, in Panik Bäume zu fällen, die Trockenheitsschäden aufweisen“, sagt Manfred Krauß vom BUND Berlin, „dann müssten wahrscheinlich 80 Prozent der Bäume gefällt werden.“ Statt dessen ließen sich tote Äste und Kronenteile entlang von Straßen und Wegen mittels Seilzugangstechnik oder Hubsteiger entfernen. „Sollte nicht ausreichend Gerät oder Personal zur Verfügung stehen, müssen diese entweder geleast oder Aufträge an Fremdfirmen vergeben werden“, fordert Krauß.Die Verbände haben ihre Kritik und Forderungen in einem Schreiben an Senatorin Regine Günter und Staatssekretär Stefan Tidow der zuständigen Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) formuliert. Diese müssen die ihnen unterstellten Berliner Forsten unbedingt von der bisherigen Praxis der Verkehrssicherung abbringen. „Wie aus der Forstverwaltung zu erfahren war, beträfe das sonst eine sechs- bis siebenstelligen Anzahl von Waldbäumen“, sagt Manfred Schubert, Geschäftsführer der BLN. „Gerade die Berliner Forsten müssen geltendes Recht, die Schutzgebietsausweisungen und den Artenschutz berücksichtigen“, mahnt Schubert.

Quelle: Nabu Berlin, Pressemitteilung vom 28.07.2021

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